Asbest im Burgenland: Anzeige wegen Übung in Steinbruch
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von Agenturen447 Teilnehmer übten offenbar auf asbesthaltigem Gestein
Bild: APA/APA/GREENPEACE
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat wegen einer Katastrophenübung im Steinbruch Pilgersdorf (Bezirk Oberpullendorf) Anzeige erstattet. Im Oktober 2025 seien Schülerinnen und Schüler dort vergraben und auf staubige Förderbänder gelegt worden, um Bergungen zu trainieren. Wenige Monate später, im Jänner 2026, wurde der Steinbruch aufgrund einer Asbestbelastung behördlich geschlossen, kritisierte Stefan Stadler, Sprecher des Investigativ-Teams bei Greenpeace.
Die Anzeige ging an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt und richtet sich neben der Betreiberfirma des Steinbruchs auch gegen die Bezirkshauptmannschaft und den - nicht namentlich genannten - zuständigen Landesrat, wie Stadler betonte. Es dürfte sich dabei um Heinrich Dorner (SPÖ) handeln. Eingebracht wurde die Sachverhaltsdarstellung unter anderem wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit und Gemeingefährdung.
Stadler: "Entbehrt jeglicher Verantwortung"
Stadler kritisierte, dass die Gesundheit der Einsatzkräfte und Freiwilligen aufs Spiel gesetzt worden sei. "Die Übung in einem asbestbelasteten Steinbruch abzuhalten, entbehrt jeglicher Verantwortung", hielt er fest. 447 Teilnehmer sollen dabei gewesen sein, darunter das Rote Kreuz, Feuerwehren aus dem Burgenland und Niederösterreich, der Arbeitersamariterbund, die Rettungshundebrigade und 27 Schülerinnen und Schüler aus Niederösterreich. Mehrere Teilnehmer hätten sich nach der behördlichen Schließung des Steinbruchs bei Greenpeace gemeldet.
Spätestens seit 2011 müsse eine Asbestbelastung im Steinbruch amtsbekannt sein, meinte Stadler. Trotzdem seien die Bergungen teilweise direkt am Förderband unter dem Steinbrecher geübt worden, wo normalerweise das Gestein zermahlen werde. Auch die Kleidung der Einsatzkräfte sei auf den Fotos von der Übung stark kontaminiert, wodurch Asbeststaub in Innenräume oder Fahrzeuge verschleppt worden sein könnte, argumentierte Greenpeace. Eine Atemschutzmaske habe offenbar niemand getragen.
Asbestfasern können laut der Umweltschutzorganisation als Staub besonders leicht eingeatmet werden. Wenn sie in die Lunge gelangen, können sie sich dort festsetzen und schwere Erkrankungen wie Asbestose und verschiedene Krebsarten verursachen.
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