Betrügerbande in Wien verursachte 160.000 Euro hohen Schaden
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von AgenturenPolizei erwischte drei Verdächtige
Bild: APA/APA/THEMENBILD/ERWIN SCHERIAU
Der Wiener Polizei ist eine Betrügerbande ins Netz gegangen, die seit November 2023 mehr als 300 österreichische Firmen um insgesamt 160.000 Euro betrogen haben soll. Die österreichisch-rumänische Gruppierung hat sich in Ferienwohnungen eingemietet und Waren bestellt, die sie schlussendlich nicht bezahlte. Diese wurden dann auf einem Großhandelsschwarzmarkt in Bukarest verkauft, so die Polizei am Freitag. 1.300 Betrugshandlungen gehen auf das Konto der Bande.
Bei den Beschuldigten handelt es sich um zehn Männer und eine Frau im Alter von 19 bis 50 Jahren. Ein Verdächtiger stammt aus Österreich, alle anderen sind rumänische Staatsbürger. Die Ermittlungen des Kriminalreferats Josefstadt und der Polizeiinspektion Otto Wagner-Platz nahmen ihren Lauf, nachdem ein Geprellter Anzeige erstattet hatte.
Haufenweise Spirituosen bestellt
Bei den Ermittlungen kam heraus, dass die Bandenmitglieder stets zu zweit oder zu dritt von Bukarest nach Wien gereist sind und hier Ferienwohnungen angemietet haben. Diese nutzten sie zum Wohnen, als Lager für die bestellten Waren, aber auch als Zustelladresse. Zudem sollen sie E-Mail-Adressen unter Verwendung von Wertkartenmobiltelefonen erstellt haben. Über diese wurden dann die Waren bestellt. Dabei handelte es sich etwa um Spirituosen wie Champagner oder Wein, diverse Lifestyle-Gesundheitspräparate, Lebens- und Genussmittel, Naturkosmetikprodukte, Kleidung, aber auch Energieträger.
Wenn die Waren verschickt wurden, wurden sie an Abholstationen umgeleitet und schließlich von den Bandenmitgliedern abgeholt. Bezahlt wurden die Produkte nie, sondern gleich nach Bukarest gebracht, um sie dort am Schwarzmarkt zu verkaufen.
311 Firmen geschädigt
Insgesamt konnten 13 Tatorte in Wien sowie drei weitere in Deutschland ermittelt werden. Im Zuge der Ermittlungen wurden zudem 13 Datenträger beschlagnahmt und ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass 48 E-Mail-Adressen, 56 Telefonnummern unter Verwendung von Wertkartenmobiltelefonen sowie elf Benutzerkonten eines Paketzustellers verwendet worden sein sollen. Insgesamt wurden 311 Firmen geschädigt.
Zwei der elf mutmaßlichen Täter konnten Beamte des Stadtpolizeikommandos Josefstadt bereits am 8. Oktober vergangenen Jahres in der Eyzinggasse im Wiener Bezirk Simmering auf frischer Tat ertappen und festnehmen. Die Pakete, die sie bei sich hatten, wurden sichergestellt. Sie wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt gebracht. Eine weitere Person wurde in Rumänien festgenommen. Nach den übrigen Tatverdächtigen wird noch gefahndet. Diese werden ebenfalls in Bukarest vermutet.
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