Crossing Europe: Blick auf Familiengeschichten und 1980er
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von AgenturenDas Festival startet am 28. April
Bild: APA/Crossing Europe
Das diesjährige Crossing Europe Film Festival in Linz gibt sich familiär: In einer großen Anzahl der eingereichten Arbeiten befassen sich junge Filmschaffende mit ihren Familiengeschichten, zeigt das am Donnerstag präsentierte Programm. Insgesamt sind von 28. April bis 3. Mai 133 Filme zu sehen. Das Tribute ist heuer nicht einer Person oder Gruppe gewidmet, sondern einer Epoche: dem europäischen Kino der 1980er-Jahre.
Dazu passend steht als einer der vier Eröffnungsfilme Chantal Akermans Musicalkomödie "Golden Eighties" aus dem Jahr 1986 am Programm. Weitere Opener sind der niederländisch-deutsche Spielfilm "Donkey Days" von Rosanne Pel rund um eine dysfunktionale Familie und Massimiliano Battistellas Dokumentation "Dom", die eine junge Frau in jenes bosnische Waisenhaus begleitet, in dem sie bis 1992 aufwuchs. Der Eröffnungsfilm in der Spätschiene ist Gábor Holtais Psychothriller "Itt érzem magam otthon/Feels like home". Er wurde in Ungarn als bissige Autokratie-Kritik aufgefasst und wohl auch deshalb in der Vorwahlzeit zum Publikumshit.
Knappes Budget lässt Verkleinerung befürchten
Das Festival Crossing Europe verfügt heuer über ein Budget von 980.000 Euro. Neben Kostensteigerungen und ersten Kürzungen bei Fördergebern und Partnern schlagen auch die Bemühungen um Nachhaltigkeit und Fair Pay zu Buche. "Die diesjährige Ausgabe wird noch in der geplanten Größe stattfinden können, der zukünftige Umfang des Festivals scheint jedoch momentan nicht mehr gesichert", befürchten die Festival-Leiterinnen Sabine Gebetsroither und Katharina Riedler.
Die Preisverleihung findet am 2. Mai statt. In vier Wettbewerbssektionen - Spielfilm, Dokumentation, Jugend und Local Artists - werden Geld- und Sachpreise im Wert von rund 27.000 Euro vergeben. Hinzu kommen noch 3.000 Euro für den Siegerfilm des MIOB New Vision Award.
1980er-Jahre-Schwerpunkt
Der 1980er-Schwerpunkt richtet den Blick besonders auf die europäischen Mittelschicht-Milieus jener Zeit und hat eine feministische Perspektive. Neben Christian Schochers semidokumentarischem Kultfilm "Reisender Krieger Director's Cut" und Menelik Shabazz' Klassiker des Black British Cinema "Burning an Illusion" steht auch der Gerichtsthriller "In de Stilte Rond Christine M." am Programm. Es ist der Debütfilm der späteren niederländischen Oscar-Preisträgerin Marleen Gorris ("Antonias Welt", 1996).
Besonderes Augenmerk liegt auch heuer wieder auf dem Jugendprogramm. Die Jugendschiene YAAAS! soll mit Schulvorstellungen, Workshops etc. junges Publikum ansprechen. Zudem hat eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern das Programm für den Spielfilmwettbewerb YAAAS! Competition kuratiert - Filme, die sich auf unterschiedliche Weise mit den Lebensrealitäten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Europa auseinandersetzen, etwa die Social-Media-Satire "Babystar". Eine eigene Jugendjury wird den Sieger im dazugehörenden Wettbewerb küren.
Schlaglicht auf Künstlerpaar PRINZpod
Zudem gibt es eine umfangreiche Local-Artists-Schiene, in der etwa Konrad Wakolbinger "Auf der Suche nach der gestohlenen Zeit" ist und Michael John und Bernhard Braunstein in der Doku "Jenseits der Erinnerung. Schattenseiten Gallneukirchen 1938 bis 1945" versuchen, den Mantel des Schweigens ein wenig zu lüften, der nach wie vor über historischen Gräueltaten der Region liegt. Fröhlicher geht es im Film "Die Kunstkomplizen" von Ebba Sinzinger zu, die das Künstlerpaar Brigitte Prinzgau und Wolfgang Podgorschek alias PRINZpod, dessen jahrzehntelanger gemeinsamer Arbeit Crossing Europe heuer ein Local Artists Special widmet, mit der Kamera begleitet hat.
Die Sektion Arbeitswelten schaut heuer unter dem Titel "Am Limit - und kein Ende" auf Menschen in manuellen Berufen sowie auf Personen, die sich organisieren. "Ich verstehe ihren Unmut" von Kilian Armando Friedrich spielt in der Reinigungsbranche, "Welded together" in der Regie von Anastasiya Miroshnichenko porträtiert die Schweißerin Katya und Srđan Kovačević nimmt das Publikum in "Ono Što Treba Činiti" mit zum Arbeitskampf der Werftarbeiterinnen und -arbeiter im slowenischen Koper.
(S E R V I C E - 23. Crossing Europe Filmfestival Linz von 28. April bis 3. Mai, Gesamtprogramm online ab 17. April, Ticket-Vorverkauf ab 20. April, Infos unter http://www.crossingeurope.at)
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