Deutsche wegen Hantavirus-Verdacht nach Düsseldorf gebracht
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von AgenturenDie "Hondius" darf auf den Kanarischen Inseln vor Anker gehen
Bild: APA/APA/AFP/-
Im Drama um den tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff "Hondius" ist eine möglicherweise infizierte Deutsche zur Untersuchung nach Deutschland gebracht worden. Ein dpa-Reporter berichtete, der spezielle Transport-Konvoi sei in Düsseldorf angekommen. Einsatzkräfte der Feuerwehr Düsseldorf hatten die Person am Flughafen in Amsterdam übernommen. Zwei vom Schiff geholte Erkrankte saßen wegen technischer Probleme auf den Kanaren fest.
Der Feuerwehrsprecher sagte zuvor der Nachrichtenagentur AFP, der zur Düsseldorfer Universitätsklinik fahrende Konvoi mit der Deutschen umfasse sechs Fahrzeuge. Die Einsatzkräfte trügen Spezialanzüge, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Der Zustand der Frau sei "stabil, derzeit zeigt sie keine Symptome einer Infektion", erklärte die Feuerwehr am Abend.
Am Mittwochvormittag waren drei Menschen im Hafen der kapverdischen Hauptstadt Praia von Bord des Schiffes geholt worden. Dabei handelt es sich um zwei Besatzungsmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden, die nach Angaben des Kreuzfahrtveranstalters Oceanwide Expeditions schwer erkrankt sind, sowie um eine Kontaktperson der am 2. Mai auf dem Schiff gestorbenen Deutschen.
Zwei Patienten saßen wegen technischer Probleme am Flugzeug fest
Die beiden erkrankten Hantavirus-Patienten wurden mit einem anderen Flugzeug von Kap Verde ausgeflogen als die Deutsche. Die Maschine landete später auf den Kanarischen Inseln, wie ein AFP-Reporter am Flughafen von Gran Canaria beobachtete. Das spanische Gesundheitsministerium teilte mit, die zwei Patienten müssten wegen technischer Probleme mit einer anderen Maschine weiterfliegen.
Aus Kreisen des Ministeriums hieß es, der Arzt an Bord habe beim Auftanken einen "Fehler im Stromversorgungssystem" bei einem Patienten bemerkt. Der Mensch müsse so lange an Bord bleiben, bis eine Ersatzmaschine vor Ort sei. Die Regionalregierung hatte zuvor von einer "technischen Zwischenlandung" des Sanitätsflugzeugs auf den Kanaren nach einer verweigerten Landeerlaubnis durch Marokko gesprochen.
WHO: "In dieser Phase bleibt öffentliches Gesundheitsrisiko niedrig"
"In dieser Phase bleibt das gesamte öffentliche Gesundheitsrisiko niedrig", schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X. Auf der "Hondius" waren drei Menschen nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben - ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau.
Ein Passagier der "Hondius" ist nach seiner Rückkehr in die Schweiz nun positiv auf das Hantavirus getestet worden. Er wird derzeit im Universitätsspital Zürich behandelt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Der Patient sei zusammen mit seiner Ehefrau Ende April von seiner Reise nach Südamerika zurückgekehrt. Nach Auftreten von Krankheitssymptomen habe er das Krankenhaus aufgesucht. Das kleine Kreuzfahrtschiff mit insgesamt knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde.
Tauziehen um Anlegen auf den Kanaren
Das betroffene Kreuzfahrtschiff soll laut der spanischen Regierung die Kanarischen Inseln anlaufen. Das Gesundheitsministerium in Madrid erklärte, man komme damit Bitten der EU und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach. Laut dem spanischen Sender TVE sollte das Schiff mit knapp 150 Menschen an Bord auf Teneriffa anlegen. Die Regionalregierung der Kanaren lehnt dies zwar ab, die Entscheidung liegt aber letztlich in Madrid.
Regionalpräsident Fernando Clavijo sagte am Mittwoch im Radiosender COPE, er lehne eine Aufnahme des Schiffes ab. Die dafür in Madrid getroffene Entscheidung basiere auf "keinerlei technischen Kriterien". Zudem gebe es nicht genug Informationen, um die Bevölkerung zu beruhigen oder ihre Sicherheit zu garantieren. Er habe ein dringendes Treffen mit dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez beantragt. Die Zentralregierung in Madrid steht über den Regionalbehörden.
Das Ministerium erklärte am Dienstagabend, es handle sich bei der Genehmigung im Sinne internationalen Rechts und humanitärer Prinzipien. Auf den Kanaren sollten die Passagiere und die Crew unter strengen Sicherheitsvorkehrungen untersucht und behandelt werden, um dann in ihre Heimatländer zurückgebracht zu werden.
Hochansteckender Virenstamm bestätigt
Laut WHO wurde inzwischen bei dem Ausbruch der Andes-Virusstamm bestätigt. Normalerweise wird das Hantavirus durch Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen übertragen. Doch bei früheren Ausbrüchen, die durch den sogenannten Andes-Stamm des Virus ausgelöst wurden, gab es begrenzt auch Übertragungen bei engem Kontakt unter Menschen. Der Andes-Stamm hat sich in Südamerika ausgebreitet, darunter in Argentinien. Dort war das Kreuzfahrtschiff, auf dem Kabinen zwischen 14.000 und 22.000 Euro kosten, ursprünglich in See gestochen.
Endgültiges Ziel der "Hondius" waren die Kapverden vor der Nordwestküste Afrikas. Nach dem Virus-Ausbruch machte das Schiff vor der Küste der kleinen Inselrepublik fest, durfte aber niemanden an Land lassen. Es liegt dort seit Tagen. Zuletzt hieß es, der Luxuskreuzer bereite sich auf die drei- bis viertägige Fahrt nach Gran Canaria oder Teneriffa vor. Der Sender TVE bezog sich bei seinem Hinweis auf Teneriffa auf Kreise des spanischen Gesundheitsministeriums.
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