Belastung
Jede dritte Person über 60 leidet in Österreich zuhause unter Hitze
Veröffentlicht:
von Quelle: APA, JOYN NewsZIB 13:00
Immer mehr Stress durch Hitze
Videoclip • 01:28 Min
Ein Drittel der Personen ab 60 Jahren in Österreich empfindet die eigenen vier Wände während Hitzewellen als heiß bis unerträglich heiß, in Wien fast die Hälfte. Das ergab eine vom Institut Integral durchgeführte, repräsentative Umfrage unter Menschen ab 60 Jahren im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace.
Das Wichtigste in Kürze
Eine Umfrage zeigt, dass etwa ein Drittel der Menschen über 60 Jahre in Österreich ihre Wohnung während Hitzewellen als sehr heiß empfindet, in Wien sogar fast die Hälfte.
Besonders betroffen sind Frauen und Mieterinnen bzw. Mieter; Greenpeace fordert deshalb bessere Altbausanierungen und strengere Vorgaben für Vermieter zum Schutz vor Hitze.
Für die Erhebung wurden im Mai etwa eintausend Personen online befragt. Mehr als vier von zehn Mieterinnen und Mietern über 60 Jahren gaben an, dass ihre Wohnung während Hitzewellen zu heiß wird. Zudem empfanden Frauen und Personen zwischen 60 und 64 Jahren Hitze besonders stark.
Die hohen Temperaturen machen sich auch körperlich bemerkbar: 42 Prozent der befragten Seniorinnen und Senioren berichteten von verminderter Leistungsfähigkeit, 36 Prozent von Schlafproblemen und 34 Prozent von starkem Schwitzen, hieß es weiter. Befragte in Wohnräumen, die besonders heiß werden, erleben fast alle abgefragten Symptome mindestens doppelt so häufig wie jene, deren Wohnungen bei Hitze kühl bleiben.
Warnzeichen von Hitzebelastung werden nicht erkannt
"Hitze kann besonders für ältere Menschen lebensgefährlich werden", wurde die Umweltmedizinerin und Professorin an der Medizinischen Universität Wien, Daniela Haluza, in der Aussendung zitiert. "Mit zunehmendem Alter reagiert der Körper schlechter auf hohe Temperaturen. Viele Betroffene verspüren weniger Durst und bemerken daher nicht rechtzeitig, dass sie dehydrieren oder ihr Körper überhitzt." Beschwerden wie Schwindel oder Kreislaufprobleme würden zudem häufig nicht als Warnzeichen einer Hitzebelastung erkannt werden, sondern fälschlicherweise dem Alter oder schon bestehenden gesundheitlichen Problemen zugeschrieben. "Umso wichtiger ist es, an heißen Tagen regelmäßig und ausreichend zu trinken sowie sich an kühlen Orten aufzuhalten, auch dann, wenn man sich noch wohl fühlt."
Um den hohen Temperaturen zu entkommen, suchen 23 Prozent kühlere Räume innerhalb des Hauses bzw. der Wohnanlage auf, 15 Prozent begeben sich in Parks oder andere Grünräume. Mehr als die Hälfte der Befragten verfügt zum Schutz gegen Hitze über Außenjalousien, jeweils knapp ein Drittel verwendet Markisen oder Innenjalousien. 13 Prozent der Befragten verfügen über keinerlei Hitzeschutzmaßnahmen.
Greenpeace forderte von Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP), die Sanierung von Altbauten zu fördern. Zudem müsse die Bundesregierung bei der versprochenen Mietrechtsreform Vermieterinnen und Vermieter in die Pflicht nehmen und Mietminderungen bei mangelhaftem Hitzeschutz gesetzlich verankern, hieß es.
Mehr entdecken

Bein amputiert
Galapagos-Inseln: Linzerin (30) bei Hai-Attacke schwer verletzt

Überblick
Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Das ist der Spielplan

Deutschland
Funk-Störung: Deutscher Zugverkehr steht stundenlang still

Iran
US-Senat stimmt für Ende der US-Angriffe auf den Iran

Beim Konzert
Bad Bunny trug Jacke von oberösterreichischem Eisstockverein

Bis zu 40 Grad
Höhepunkt der Hitzewelle in Österreich am Sonntag


