ESC-Könige sind oft nicht die Streaming-Kaiser
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von AgenturenDuncan Laurence konnte Sieg in starke Streaming-Präsenz ummünzen
Bild: APA/APA/AFP/JACK GUEZ
Die Frage nach der künstlerischen und kommerziellen Nachhaltigkeit einer Teilnahme oder sogar eines Sieges beim Eurovision Song Contest ist historisch vielschichtig. Während der ESC so manchem als echtes Sprungbrett diente - siehe Måneskin, ABBA, Loreen und Co -, legten andere einen veritablen Bauchfleck hin. Eine APA-Analyse offenbart, dass die jeweiligen ESC-Gewinner punkto Spotify-Aufrufen erstaunlich oft von geschlagenen Acts übertrumpft werden.
Nicht so trug es sich in Bezug auf den mit Respektabstand führenden Abrufzahlenabräumer aus dem heuer 70 Ausgaben umfassenden ESC-Kosmos zu: Im Jahr 2019 siegte der Niederländer Duncan Laurence mit seinem reduziert instrumentierten und stark gesungenen Titel "Arcade". Zur Überraschung, vermutlich auch von so manchem ESC-Kenner, kann dem Beitrag mit 1,53 Milliarden Aufrufen auf der Musikstreamingplattform kein anderer das Wasser reichen - schon gar niemand aus seinem durchaus reichweitenstarken Jahrgang. Immerhin kommt Italiens Mahmood mit "Soldi" - zweiter Platz 2019 - mit bis dato rund 270 Mio. Streams auf Rang 8 der meistabgerufenen Spotify-ESC-Songs insgesamt.
Erstaunliches "Snap"
Die hinter Laurence abrufstärkste Nummer aus dem allgemeinen ESC-Wettbewerb landete im Finale des Jahres 2022 gar nur auf dem 20. Platz. In der Folge wurde Rosa Linns damals hörbar kränkelnd dargebrachtes "Snap" (Armenien) jedoch zum großen Radio- und auch Streaminghit, der mit 1,41 Mrd. Streams die eigentlichen ESC-Gewinner dieses Jahres - die ukrainische Rap-Combo Kalush Orchestra mit "Stefania" - komplett in den Schatten stellt: Bis heute kommen letztere mit ihrem Siegertitel auf ungefähr 77 Millionen Abrufe.
Ganz so hart ist der Kontrast zwar in keinem anderen Jahr seit Conchita Wursts spektakulärem Erfolg im Jahr 2014 für Österreich mit ihrem "Rise Like a Phoenix", es gibt aber erstaunlich viele Jahre, wo zurückgelegene Acts im Streaming seither mehr Klicks gesammelt haben. Ganz knapp übertrumpft wird sogar "Rise Like a Phoenix" - nämlich von "Calm After the Storm" von The Common Linnets, die für die Niederlande 2014 den zweiten Platz holten.
Starke Geschlagene
Markanter ist der Unterschied in der Streaminggunst bei der ESC-Siegerin des Jahres 2016: Während Jamalas Beitrag ("1944") bis heute auf rund 24 Millionen Streams kommt, sind es beim damals fünftplatzierten, Frans mit "If I Were Sorry", bis dato rund 111 Millionen. Auch in Bezug auf die letzten beiden Ausgaben stellt sich das Phänomen ein: So wurde der Schweizer Siegeract des Jahres 2024 - Nemo mit "The Code" - vom damals disqualifizierten niederländischen Fast-ESC-Starter Joost Klein mit seinem "Europapa" recht deutlich abgehängt. Nemos rund 114 Mio. Aufrufen stehen immerhin ungefähr 212 Millionen von Kleins Beitrag gegenüber. Und auch Österreichs ESC-Gewinner JJ vereint zwar satte 48 Millionen Streams auf "Wasted Love", der schwedische Spaßbeitrag "Bara Bada Bastu" von KAJ - lange als Favorit der Klasse von 2025 gehandelt - kam zwar nur auf Platz 4 durchs Ziel, wurde aber mittlerweile mehr als 124 Millionen Mal gestreamt.
Nicht von der Konkurrenz auf hinteren Plätzen übertrumpft wurden in der jüngeren ESC-Historie jedoch Mans Zelmerlöw, der beim Wiener ESC des Jahres 2025 mit "Heroes" den Sieg holte, Israels Siegerin Netta ("Toy", 2018) sowie Italiens Durchstarter Måneskin ("Zitti e buoni", 2021) und Schwedens Zweifach-ESC-Gewinnerin Loreen.
ABBAs Evergreen
Letztere hält mit ihrem Erfolgssong "Tattoo" (2023) bis heute den dritten Platz der meistgestreamten ESC-Songs. Ihre rund 878 Mio. Aufrufe können auch Måneskin mit ihrer Siegernummer und rund 596 Mio. Spotify-Streams nicht toppen. Übrigens: Auf der recht zeitgeistigen Plattform tun sich ältere Songs alles in allem eher schwer, auf richtig signifikante Abrufzahlen zu kommen. Als einzige quasi historische ESC-Nummer in die Top-10 schaffen es ABBA mit "Waterloo" (in der weltbekannten, auf Englisch gesungenen Version) aus dem Jahr 1974. Mit rund 470 Mio. Aufrufen liegt man hinter Norwegens Alexander Rybak ("Fairytale", 2009) auf Platz 6.
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