Filmfestival Crossing Europe mit "Eighties"-Tribute in Linz
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von AgenturenCrossing-Europe-Leiterinnen Sabine Gebetsroither und Katharina Riedler.
Bild: APA/APA/CROSSING EUROPE/VIOLETTA WAKOLBINGER
Das 23. Crossing Europe Film Festival verwöhnt Filmfans in Linz von 28. April bis 3. Mai mit einem Tribute an das europäische Kino der 1980er-Jahre, das mit Chantal Akermans Musicalkomödie "Golden Eighties" in den Eröffnungsfilmen Niederschlag findet. Die Sektion Arbeitswelten schaut heuer unter dem Titel "Am Limit - und kein Ende" auf Menschen in manuellen Berufen sowie auf Personen, die sich organisieren, berichtete das Festival in einer Presseaussendung am Dienstag.
Zu den vier Eröffnungstiteln, die repräsentativ für das filmische Spektrum des Festivalprogramms stehen, gehören weiters das niederländisch-deutsche "Donkey Days", in dem zwei Schwestern in einer dysfunktionalen Familie um die Gunst ihrer Mutter buhlen (Regie: Rosana Pol). Regisseur Massimiliano Battistella begleitet in "Dom" Mirela in das bosnische Waisenhaus, in dem sie bis 1992 aufwuchs, bevor sie mit mehr als 60 weiteren Kindern nach Italien gebracht wurde. Die Nachtsicht eröffnet Gábor Holtais Langfilmdebüt "Itt érzem magam otthon/Feels like home". Der Psychothriller wurde in Ungarn wohl nicht zuletzt aufgrund seiner Lesbarkeit als bissige Autokratie-Kritik zum Publikumshit und ist am Wochenende nach Crossing Europe zu sehen bei SLASH 1⁄2 in Wien.
"Eighties"-Kino aus Europa
Die Tribute-Programmschiene stellt heuer zum ersten Mal nicht eine Filmschaffende, einen Regisseur oder ein Kollektiv, sondern ein ganzes Jahrzehnt ins Rampenlicht. Wird die Nostalgie für die 1980er-Jahre cineastisch oft aus der US-Filmgeschichte gespeist, spürt das Diskollektiv - Andrey Arnold, Valerie Dirk, Iris Fraueneder und Ulrike Wirth - dem "Eighties"-Kino Europas nach. Dabei richtet es den Blick besonders auf die europäischen Mittelschicht-Milieus jener Zeit und eine feministische Perspektive. Zu sehen sind unter anderem Christian Schochers semidokumentarischer Kultfilm "Reisender Krieger Director's Cut" (CH 1981/2008), Menelik Shabazz' Klassiker des Black British Cinema "Burning an Illusion" (GB 1981) und der Gerichtsthriller "In de Stilte Rond Christine M." (NL 1982) der späteren niederländischen Oscar-Preisträgerin Marleen Gorris.
In der Schiene Arbeitswelten holen die Kuratorinnen Lina Dinkla und Katharina Franck Menschen, die sonst oft übersehen werden, auf die Leinwand. "Ich verstehe ihren Unmut" (D/2026) von Kilian Armando Friedrich spielt in der Reinigungsbranche, "Welded together" (R: Anastasiya Miroshnichenko, FR/NL/BE 2025) begleitet Schweißerin Katya und Srđan Kovačević nimmt das Publikum in "Ono Što Treba Činiti" (HR/SI/RS 2025) mit zum Arbeitskampf der Werftarbeiterinnen und -arbeiter im slowenischen Koper.
Pünktlich zur heurigen Crossing-Europe-Ausgabe erweitert filmfriend, die Streaming-Plattform für Bibliotheken, erneut die umfangreiche Crossing Europe-Kollektion mit mehr als 60 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus vergangenen Festivalausgaben.
(S E R V I C E - 23. Crossing Europe Filmfestival Linz von 28. April bis 3. Mai, Gesamtprogramm online ab 17. April, Ticket-Vorverkauf ab 20. April, Infos unter http://www.crossingeurope.at)
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