Gefährlicher Mix als Grund für Feuerinferno im Lesachtal
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von AgenturenDer Brand wird vor allem aus der Luft bekämpft
Bild: APA/APA/BUNDESHEER/MARKUS MEGYMOREZ
Der Waldbrand im Kärntner Lesachtal hat sich seit dem Ausbruch am Donnerstagabend fast explosionsartig ausgebreitet: Waren bis Mitternacht rund acht Hektar Waldfläche betroffen, so wuchs diese Zahl bis zum Freitagvormittag auf 35 und bis zum Nachmittag auf 60 Hektar. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe, erklärte Florian Jost vom Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor im APA-Interview: Etwa vor Jahren umgestürzte Bäume, Trockenheit, das steile Gelände und der Borkenkäfer.
Dass das Gelände, in dem der Waldbrand wütet, derzeit staubtrocken ist, hatte Bürgermeister Bernhard Knotz (ÖVP) bereits am Freitagvormittag attestiert: "Es hat in letzter Zeit immer wieder geregnet, aber immer nur fünf bis zehn Liter, das war absolut nicht ausreichend. Der letzte kräftige Niederschlag war der Schnee im Winter. Das spüren wir jetzt immens." Und dieser Umstand, der die ganze Gegend betrifft, wird im Waldbrandgebiet noch durch mehrere Faktoren verschärft, so Jost: "Der Brand ist auf der Sonnseite des Tals ausgebrochen. Das Gelände ist so steil, dass Sonne vom Winkel her ungehindert hineinheizt."
Fallholz brennt nun wie Zunder
Auch Altlasten mitten im Wald bereiten den Einsatzkräften Kopfzerbrechen - diese gehen auf das Sturmtief Vaia im Herbst 2018 zurück. Damals fegten orkanartige Böen den Wald hektarweise nieder; auch im Lesachtal und auch an Stellen, die so abgelegen und steil sind, dass die Stämme bis heute nicht abtransportiert werden konnten. Dieses über Jahre getrocknete Holz brennt nun wie Zunder.
Hinzu kommt eine weitere Plage: Der Borkenkäfer. Der tritt seit einigen Jahren so massiv auf, dass man mit der Beseitigung der abgestorbenen und ausgetrockneten Bäume ebenfalls nicht hinterherkommt. "Wenn dann auch noch der Wind hinzukommt, verschärft das die Lage noch einmal", so Jost. Besonderes Pech war auch, dass der Brand am Donnerstag erst gegen 21.00 Uhr entdeckt worden war - denn bei Dunkelheit konnte der erst kleine Brandherd nicht aus der Luft bekämpft werden, das Feuer breitete sich ungehindert aus.
Damit das in der kommenden Nacht nicht wieder passiert, greifen die Feuerwehrleute nun zu einem extremen und auch gefährlichen Mittel: So wird nun eine Schneise in den Wald geschlagen, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreiten kann. Dabei macht den Einsatzkräften nicht nur die an sich schon gefährliche Arbeit zu schaffen, sondern auch die Hitze. "Und man muss natürlich auch ständig aufpassen, dass man nicht vom Feuer eingeschlossen wird", ergänzte Jost. Aus gutem Grund steht ein Sanitäterteam des Roten Kreuzes an Ort und Stelle bereit. Bis zum Nachmittag hat es unter den Einsatzkräften aber keine Verletzten gegeben.
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