Grazer Oper 2026/27 zwischen Faust-Apokalypse und "Rössl"

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Die Führungsriege der Oper Graz

Bild: APA/Annemarie Happe


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Die Grazer Oper startet im Herbst mit Hector Berlioz' "La Damnation de Faust" in die neue Saison. Neben dem Nachdenken über die moralischen Abgründe des Menschen wird in der Spielzeit 2026/27 ein vielfältiges Programm geboten, in dem "Bekanntes, Populäres und Neuzuentdeckendes" nicht zu kurz kommt, so Intendant Ulrich Lenz bei der Spielplanpräsentation am Montag. Man stößt auf Benatzkys "Im Weißen Rössl" ebenso wie auf Olga Neuwirths Oper "Monster's Paradise".

"Für die Saison 2026/27 setzen wir erneut auf Vielfalt, Überraschung und Begegnung - auf eine Mischung aus Vertrautem und Unerwartetem, aus großen Emotionen, neuen Perspektiven und lebendigen Geschichten", kündigte Intendant Ulrich Lenz an. Am Anfang (26.9.) wird es gleich einmal ernst: Da steht "La Damnation de Faust" (Fausts Verdammnis) am Programm und somit nach den erfolgreichen "Les Troyens" von 2025 gleich wieder eine Oper von Hector Berlioz. Die von Regisseur Lorenzo Fioroni geplante Inszenierung begreife das Werk aus dem Jahr 1846 als Aufforderung zu einem sinnlichen Denkexperiment, in dem der mythische Faust-Stoff neu befragt wird und zum Spiegel einer aus den Fugen geratenen Welt gerät, wie angekündigt wurde. Am Dirigentenpult der Grazer Philharmoniker wird Johannes Braun stehen.

Bevor es dann mit den Opernpremieren weitergeht, bringt der französische Choreograf Etienne Béchard mit dem Ballett Graz den Tanzabend "Romeo und Julia" mit der Musik von Sergej Prokofjew auf die Bühne. "Wir holen die Tragödie nicht ins Heute, wir schießen sie ins Morgen", wie Ballettdirektor Dirk Elwert neugierig machte. Wiederaufgenommen wird im Bereich Tanz der Tanzabend "Follia!" von Iratxe Ansa & Igor Bacovich und Maura Morales, der weitere Male die Bühne der Oper Graz zum Beben bringen soll.

Musikalisches Duell: Leoncavallo und Puccini

Ein Stoff, zwei Komponisten und ein musikalisches Duell, das Operngeschichte schrieb, sind ab dem 22. Oktober zu erleben: Zuerst die neu zu entdeckende "La Bohème" von Ruggero Leoncavallo. Die konzertante Aufführung wird die junge italienische Dirigentin Daniela Musca musikalisch leiten. Dass Giacomo Puccini sein Werk rund eineinhalb Jahre zuvor als erster der Öffentlichkeit vorstellte, verhinderte, dass Leoncavallos Klanggemälde langfristig ins Repertoire aufgenommen wurde. "Ein zu Unrecht vergessenes Kleinod", wie Chefdramaturgin Katharina John schilderte. Puccinis Oper wird ab dem 28. November in Graz zur Aufführung kommen. Corina Koller wird als Mimi und Pavel Petrov als Rodolfo, am Pult Chefdirigent Vassilis Christopoulos zu erleben sein.

Fußball trifft Oper

Ab dem 19. Dezember will man den Besuchern des Opernhauses ein "Perfect Match" bieten. Dahinter versteckt sich nicht weniger als ein Fußball-Operetten-Musical finnischen Ursprungs. Der finnische Jazzmusiker Iiro Rantala hat es im Auftrag der Oper Graz komponiert. Darin fordert die finnische Nationalmannschaft der Frauen den österreichischen Meister heraus. Matthias Davids besorgt die Inszenierung, die Opern- und Fußballklischees zugleich aufs Korn nehmen dürfte. Zu Wort werden auch Christoph Wagner-Trenkwitz als "Reporter" und Verena Scheitz als "Kommentatorin" kommen.

Im Jahr 2027 gehen die Premieren mit Antonín Dvořáks "Rusalka" (23. Jänner) weiter. Vasily Barkhatov, der im Vorjahr für das Theater an der Wien Vincenzo Bellinis "Norma" inszeniert hat, wird auch in Graz die Inszenierung übernehmen, die musikalische Leitung übernimmt Francesco Angelico, der ab der Spielzeit 2026/27 zugleich Generalmusikdirektor an der Staatsoper Hannover wird.

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Monster's Paradise: Neuwirth und Jelinek

Am 6. März startet die Hochsaison für Benatzkys Singspiel in drei Akten "Im Weißen Rössl". Regisseur Dirk Schmeding - zuletzt hat er "Venus in Seide" für die Grazer Oper inszeniert - wird mit liebevoller Ironie hinter die Kulissen des Hotelbetriebs blicken, in den Hauptrollen stehen Corina Koller und Ivan Oreščanin auf der Bühne. "Im Haus freut sich alles auf die Premiere", so Chefdramaturgin Katharina John. Olga Neuwirth als Komponistin und Elfriede Jelinek als Librettistin stehen hinter "Monster's Paradise". Das Musiktheaterwerk, das im Februar in Hamburg uraufgeführt wurde, wird am 3. April in Graz seine österreichische Erstaufführung feiern. Tobias Kratzer wird die von Monsterfilmen und aktuellen Nachrichten inspirierte Oper inszenieren, Johannes Kalitzke hat die musikalische Leitung übernommen.

Chefdirigent Christopoulos wird die Premiere der "Elektra" von Richard Strauß musikalisch leiten. Aile Asszonyi steht in der Titelrolle auf der Bühne, Michaela Schuster als Klytämnestra und Marjukka Tepponen als Chrysothemis. Die Regie liegt in der Hand von Elena Artisi.

Konzert-Highlights

Am Programm der Oper Graz stehen auch in dieser Saison wieder Konzerte mit den Grazer Philharmonikern - beispielsweise das Eröffnungskonzert am 13. September mit Franz Schuberts Sinfonie Nr. 5 und Gustav Mahlers "Das Lied von der Erde" oder das Neujahrskonzert: "Diesmal werden wir eine Reise nach Spanien" wagen, so Christopoulos. Ludwig van Beethovens Neunte Sinfonie wird am 22. April gegeben, und beim Saison-Abschlusskonzert wird es unter dem Motto "Fantastique!" Beethovens Erste Sinfonie C-Dur und Hector Berlioz' "Sinfonie fantastique" geben.

(S E R V I C E - https://oper-graz.buehnen-graz.com/ )

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