Grüne starten in Online-Wahl für Tiroler Spitzenkandidatur

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von Agenturen

Mair und Weratschnig rittern um die Tiroler Grünen-Spitze

Bild: APA/APA/DANIEL LIEBL/DANIEL LIEBL


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Bei den Tiroler Grünen wird es kommende Woche spannend: Die Online-Wahl für die Spitzenkandidatur für die nächste Tiroler Landtagswahl im Herbst 2027 startet. Mit Landessprecher und Klubchef Gebi Mair und Ex-Nationalrat Hermann Weratschnig liefern sich zwei grüne Urgesteine ein Duell. Die ganze Woche über können die rund 500 stimmberechtigten Parteimitglieder ihr Votum abgeben, Samstagvormittag wird das Ergebnis bei der Landesversammlung in Schwaz bekanntgegeben.

Bevor die Mitglieder zur Online-Wahlurne gerufen werden, konnten sie sich während dieser Woche ein Bild von den beiden machen. In "regionalen Hearings" in Innsbruck und den Bezirken hielten die altbekannten Kandidaten kurze Präsentationen und skizzierten ihre Vorhaben. Die mediale Öffentlichkeit wird bis Samstag dagegen aufgrund einer internen Vereinbarung keine Statements der beiden mehr bekommen.

Im Vorfeld warb Mair indes damit, dass die Grünen in den vergangenen Jahren eine "lebensnahe Ausrichtung" verfolgten und sah sich "als Zugpferd an der Spitze". Weratschnig wiederum führte seine "Erfahrung" ins Treffen und wollte die Öko-Partei als möglicher Regierungspartner nach der Wahl positionieren. Bei der Landesversammlung - an der auch die stellvertretende Bundessprecherin und Ex-Justizministerin Alma Zadić dabei sein wird - stehen zudem keine ausufernden Bewerbungsreden mehr am Tagesprogramm. Lediglich der Sieger wird eine längere Redezeit nach Bekanntgabe des Ergebnisses erhalten, sagte Parteisprecher Sebastian Miller zur APA.

Weratschnig verkündete unerwartet Kandidatur

Überraschungen oder spontan berufene Kandidaten wird es am Samstag jedenfalls nicht geben, da die Bewerbungsfrist bereits am 28. März endete. Eigentlich war der 42-jährige Mair bis zuletzt davon ausgegangen, dass er keine Konkurrenz für den Landessprecherposten und den ersten Listenplatz bekommen werde. Erst Ende März gab die Partei schließlich bekannt, dass der ehemalige Landtagsvizepräsident, Nationalratsabgeordnete und nunmehrige Schwazer Gemeinderat Weratschnig gegen Mair, der bereits bei der vergangenen Landtagswahl im Jahr 2022 Spitzenkandidat gewesen war, antreten werde. Mair zeigte sich "überrascht" über das Antreten seines 50-jährigen Parteikollegen, der nach seiner Zeit im Tiroler Landtag - 2018 konnte er sich keinen Listenplatz mehr sichern - von 2019 bis 2024 als Verkehrssprecher im Parlament agierte.

Erstmals kommt indes bei der Landesversammlung eine im Vorjahr beschlossene Statutenänderung zur Anwendung: Der Spitzenkandidat wird gleichzeitig Landessprecher sein. Die nächste Landessprecherwahl findet dann planmäßig in drei Jahren statt. Dann müsse jedoch nicht zwingend der Spitzenkandidat für die nächste Landtagswahl gewählt werden. Dies mache schließlich nur Sinn, "wenn es in Richtung Wahl geht", erklärte Miller das Prozedere. Bei der letzten Landessprecher-Wahl im Jahr 2023 erreichte Mair, seit 2008 Mitglied im Tiroler Landtag, indes lediglich 67,6 Prozent.

Höhere Wahlbeteiligung bei Online-Wahl

Keine Neuerung für die Tiroler Grünen ist indes die Online-Wahl. Bereits bei der Spitzenkandidatenwahl für die Landtagswahl 2022 sowie bei der Listenerstellung für die Nationalratswahl 2024 setzte die Partei auf diese Art der Stimmabgabe. Laut Miller wird dadurch erfahrungsgemäß eine höhere Wahlbeteiligung erreicht. Während bei Landesversammlungen üblicherweise zwischen 100 und 150 Mitglieder anwesend sind, erreichte man bei der Online-Wahl zur Landtagswahl-Spitzenkandidatur 2022 eine Wahlbeteiligung von 75 Prozent. Auch in der Veranstaltungslocation "SZentrum" in der Silberstadt Schwaz rechnete man mit rund 100 anwesenden grünen Mitgliedern.

Bei der Wahl zur Spitzenkandidatur im Jahr 2022 war noch ein Duo gewählt worden. Mair trat damals mit der Landtagsabgeordneten Petra Wohlfahrtstätter gegen die damalige Soziallandesrätin Gabriele Fischer und den Landtagsabgeordneten Georg Kaltschmid an. Als Doppelspitze anzutreten wäre laut den Statuten auch heuer möglich gewesen. Die Erfahrung der letzten Wahl sei jedoch gewesen, dass dies "nicht so gut funktioniert" habe, meinte der Parteisprecher.

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Grüne nach Landtagswahl wieder in Opposition

Bei der Landtagswahl selbst verlor man schließlich 1,47 Prozentpunkte und fuhr ein Ergebnis von 9,20 Prozent ein. Dies bedeutete gleichzeitig der Wechsel von der Regierungs- auf die Oppositionsbank. Zuvor hatten die Grünen neun Jahre lang mit der ÖVP regiert.

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