Hamas-Delegation zu Gesprächen über Gaza-Waffenruhe in Kairo
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von AgenturenHamas-Funktionär Khalil al-Hayya
Bild: APA/APA/AFP/EMMANUEL DUNAND
Eine Hamas-Delegation hält sich Hamas-Kreisen zufolge zu Gesprächen über die Waffenruhe im Gazastreifen in Ägypten auf. Die Delegation sei am Sonntag in Ägyptens Hauptstadt Kairo eingetroffen, erfuhr AFP aus Hamas-nahen Kreisen. Für Sonntag seien Gespräche unter der Leitung des hochrangigen Hamas-Funktionärs Khalil al-Hayya mit ägyptischen Vertretern angesetzt. Sie betreffen demnach "die Umsetzung der verbleibenden Bestimmungen der ersten Phase des Waffenruhe-Abkommens".
Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Bei Massakern an dem Tag töteten die Islamisten 1.221 Menschen, 251 Menschen verschleppten sie als Geiseln in den Gazastreifen. Israel startete daraufhin eine Militäroffensive im Gazastreifen. In den zwei sich anschließenden Kriegsjahren wurden nach Hamas-Angaben mehr als 70.000 Palästinenser getötet.
Seit dem 10. Oktober gilt zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich immer wieder Verstöße vor.
Treffen mit Vertretern anderer Palästinenser-Fraktionen geplant
Wie aus den Hamas-Kreisen verlautete, wollen ihre Vertreter bei den Gesprächen in Kairo unter anderem darauf drängen, dass Israel seine militärischen Stellungen im Gazastreifen abbaut, die ihm von der Hamas zur Last gelegten Verstöße gegen die Waffenruhe einstellt und alle Grenzübergänge vollständig öffnet. Es wird zudem erwartet, dass die Islamisten auf die Einreise eines Technokraten-Gremiums in das Palästinensergebiet pochen, das dort laut dem US-Friedensplan die Übergangsverwaltung übernehmen soll.
Einem weiteren namentlich nicht genannten Hamas-Funktionär zufolge will die Hamas-Delegation in Kairo auch mit Vertretern anderer Palästinenser-Fraktionen zusammentreffen.
Kämpfe gehen weiter
Im Jänner hatten die USA mitgeteilt, dass die Waffenruhe im Gazastreifen im Zuge eines von Präsident Donald Trump vermittelten Friedensplans in ihre zweite Phase eingetreten sei. Diese Phase sieht vor, dass die Hamas ihre Waffen abgibt, um erneute Massaker wie das vom 7. Oktober auszuschließen.
Die Einigung sieht zudem einen schrittweisen israelischen Truppenrückzug vor. Erst wenn die Entmilitarisierung des Gazastreifens abgeschlossen ist, soll sich die israelische Armee dem Trump-Plan zufolge vollständig aus dem Palästinensergebiet zurückziehen.
Vorgesehen ist überdies eine internationale Stabilisierungstruppe, die für die Sicherheit im Gazastreifen sorgen soll. Mehrere Länder haben ihre Beteiligung daran zugesagt.
Unterdessen hielt die Gewalt im Gazastreifen weiter an. Die von der Hamas kontrollierte Zivilschutzbehörde meldete am Samstag sieben Getötete bei israelischen Angriffen im Norden des Palästinensergebiets. Die israelische Armee meldete ihrerseits, eine "bewaffnete Terrorzelle" angegriffen zu haben.






