Hantavirus: Erste "Hondius"-Passagiere ausgeflogen
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von AgenturenPassagiere und Teile der Crew kommen in Heimat unter Quarantäne
Bild: APA/APA/AFP/ANTONIO SEMPERE
Die ersten Passagiere und Crewmitglieder haben am Sonntag das Kreuzfahrtschiff "Hondius" auf Teneriffa verlassen, auf dem das Hantavirus ausgebrochen ist. Sie wurden in ihre Heimatländer ausgeflogen, ein Franzose zeigte später Symptome. Mit Militärbussen wurden die Betroffenen zuvor zum Flughafen der Kanaren-Insel gebracht, wie spanische Regierungsvertreter sagten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfahl ab Sonntag eine Quarantäne von 42 Tagen.
Das Schiff war in der Früh vor der Küste der zu Spanien gehörenden Insel eingetroffen. Zuerst hoben die Flugzeuge für spanische, französische und kanadische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ab. Eine niederländische Maschine startete mit insgesamt 26 Passagieren und Crewmitgliedern der "Hondius". Neben Niederländern befanden sich auch Deutsche, Belgier und Griechen an Bord, alle ohne Symptome, wie das spanische Gesundheitsministerium mitteilte.
Weitere Maschinen aus Großbritannien, Irland, der Türkei und den USA sollen bis zum Abend folgen. Am Montag sollen eine weitere Maschine aus den Niederlanden sowie ein Flugzeug aus Australien zum Einsatz kommen. Die Passagiere dürfen das Schiff spanischen Behörden zufolge erst verlassen, wenn ihr jeweiliges Evakuierungsflugzeug eingetroffen ist. 30 Besatzungsmitglieder bleiben an Bord und sollen das Schiff zur Desinfektion in die Niederlande steuern.
Evakuierter Franzose mit Symptomen
Einer der ausgeflogenen fünf französischen Passagiere soll auf dem Flug von Teneriffa nach Paris Symptome gezeigt haben. Wie Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu mitteilte, wurden daher alle fünf Personen sofort bis auf weiteres unter strenge Quarantäne gestellt. Sie würden medizinisch versorgt und würden Tests sowie einer medizinischen Untersuchung unterzogen. Welche Symptome der Passagier entwickelt haben soll, präzisierte der Premierminister nicht.
"Noch heute Abend werde ich ein Dekret erlassen, das es ermöglicht, geeignete Isolationsmaßnahmen für Kontaktpersonen zu ergreifen und die allgemeine Bevölkerung zu schützen", kündigte der Premierminister an.
Hantavirus-Einsatz auch im Südatlantik
Das britische Militär schickte zudem per Fallschirm Helfer auf die abgelegene Insel Tristan da Cunha im Südatlantik, um einen Briten zu behandeln, der möglicherweise infiziert ist. Sechs Soldaten und zwei Mediziner seien am Samstag zusammen mit Sauerstoff und weiteren Hilfsgütern über der Insel im Südatlantik abgesprungen, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.
Es sei das erste Mal, dass die Streitkräfte medizinisches Personal für einen humanitären Einsatz per Fallschirm absetzten. Die Verdachtsperson war Passagier des Schiffes und lebt auf der Insel, die britisches Überseegebiet ist und keinen Flughafen hat. Vier Patienten befinden sich zudem in Krankenhäusern in Südafrika, den Niederlanden und der Schweiz.
WHO: Risiko für Allgemeinheit gering
Bei dem Ausbruch auf der "Hondius" waren nach Angaben der WHO acht Menschen erkrankt, sechs davon nachweislich an dem Hantavirus. Drei Erkrankte starben, ein niederländisches Paar und eine Deutsche. Die europäische Gesundheitsbehörde stufte vorsorglich alle Passagiere als Hochrisikokontakte ein. Für die Allgemeinheit schätzt die WHO das Risiko einer Ansteckung als gering ein, für die Menschen an Bord jedoch als moderat.
Das Hantavirus wird in der Regel durch Nagetiere übertragen, kann in seltenen Fällen jedoch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Das spanische Gesundheitsministerium schrieb in einem Bericht, auf dem Schiff seien keine Nagetiere entdeckt worden. Die WHO geht davon aus, dass sich die erste betroffene Person vor dem Betreten des Schiffes, möglicherweise während einer Reise in Argentinien und Chile, infiziert hat.
Die "Hondius" hatte am Mittwoch die Küste der Kapverden in Richtung Teneriffa verlassen. Am 2. Mai war das Virus entdeckt worden, nachdem die südafrikanischen Behörden einen Briten getestet hatten, der auf der Intensivstation behandelt wurde. 21 Tage zuvor war der erste Passagier gestorben.
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