Hauskauf und Smartwatch abermals Thema im U-Ausschuss
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von AgenturenVom Hausverkauf zum U-Ausschuss: Manager Christoph Stadlhuber
Bild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH
Im Untersuchungsausschuss zu den Ermittlungen nach dem Tod von Ex-Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek ist es am Donnerstag neuerlich um den geplanten Hauskauf des ehemaligen Spitzenbeamten gegangen. Geladen war zunächst der ehemalige Geschäftsführer und Wien-Statthalter der Signa Holding, Christoph Stadlhuber, der das Haus veräußern wollte. Stadlhuber wurde von den Abgeordneten über Details des Deals befragt, insgesamt kam dabei aber wenig Neues heraus.
Stadlhuber schickte gleich eingangs vorweg, zum Untersuchungsgegenstand "überhaupt nichts beitragen" zu können. Schließlich habe er weder zu den Ermittlungen nach Pilnaceks Tod noch zu dazugehörigen Verfahren Wahrnehmungen, so der Manager. Der Verkauf des Hauses, dessen Miteigentümer er war, sei eine ausschließlich private Angelegenheit und habe auch nichts mit seiner Tätigkeit bei Signa zu tun. Pilnacek wollte die Immobilie im niederösterreichischen Rossatz (Bezirk Krems) 2023 gemeinsam mit seiner Freundin über eine Schweizer Gesellschaft im Einflussbereich eines befreundeten Unternehmers erwerben.
Keine Wahrnehmungen zu Finanzierung
Wegen des Hauses kontaktiert habe ihn die Mitbewohnerin der Freundin, er habe diese an seine Maklerin verwiesen, so der Manager. Pilnacek habe er im Juli 2023 bei einer Besichtigung zum ersten Mal getroffen, mit ihm aber nur ein "belangloses Gespräch über die Wachau" geführt. Später kam ein Kaufanbot von einer Schweizer Gesellschaft, die einem mit Pilnacek befreundeten und mittlerweile verstorbenen Unternehmer gehörte. Diesen habe er persönlich niemals getroffen. Zustande kam der Kauf letztendlich nicht. Keine Wahrnehmungen hat der Befragte zur Finanzierung des Kaufs. Ex-Lobbyist Peter Hochegger, der am Vortag im U-Ausschuss geladen war, erzählte, von dem verstorbenen Unternehmer erfahren zu haben, dass Pilnacek Geld aus Dubai erwartet habe.
Schweizer Gesellschaft trat schließlich von Kauf zurück
Auch nach dem Tod Pilnaceks wollten der befreundete Unternehmer und die Freundin des Sektionschefs noch am Kauf des Hauses festhalten. Die damals als Käufer auftretende Schweizer Gesellschaft ist dann aber schließlich im Jänner 2024 zurückgetreten. Man habe zwar versucht, den Vertrag durchzusetzen, schließlich sei dieser unterfertigt gewesen, habe aber von einer gerichtlichen Geltendmachung wegen verfahrenstechnischer Gründe Abstand genommen, so Stadlhuber: "Wir hatten kein Interesse mehr, das Thema weiterzuverfolgen."
Das Haus sei dann um etwas mehr als eine Million Euro an jemand anderen gegangen, im ursprünglichen Vertrag mit der Schweizer Gesellschaft ging es noch um eine Summe von 1,43 Mio. Euro. Dass Pilnacek bei der Abwicklung des Geschäfts involviert war, habe er nicht hinterfragt, sagte Stadlhuber. Schließlich habe er während der Verhandlungen die Information bekommen, dass dieser das Haus nutzen möchte. Zudem wurde ihm von der Maklerin angekündigt, dass Pilnacek eine entsprechende Vollmacht bekommen solle, den Vertrag zu unterschreiben.
Cybercrime-Beamter hatte nur kurz mit Smartwatch zu tun
Nach Stadlhuber wurde ein Cybercrime-Beamter aus dem Bundeskriminalamt zu Pilnaceks Smartwatch befragt. Während sein Kollege, der am Vortag geladen war, für die Sicherung und Aufbereitung der Smartwatch-Daten zuständig war, kümmerte er sich um die technische Unterstützung im Vorfeld - also um die Herstellung einer Datenverbindung zu dem Gerät. Da Teile des Adapters defekt waren, stellte er eine technische Überbrückung zum Auslesegerät her, so der IT-Experte. "Sie sind sowas wie der Chefzangler", kommentierte SPÖ-Fraktionsführer Jan Krainer.
Keine Wahrnehmungen habe er zur Sicherung und Aufbereitung der Daten, sagte der Befragte. Nach der Sicherung habe er die Uhr wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Smartwatches bekomme er in seiner Arbeit jedenfalls nur sehr selten zu Gesicht. Bei einer Schulung des Innenministeriums zum U-Ausschuss war er - anders als sein Kollege - nicht dabei. Dennoch wurde er von derselben Vertrauensperson wie die bisherigen Auskunftspersonen aus dem Innenministerium begleitet. Seine Befragung war nach rund eineinhalb Stunden beendet.
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