In Österreich selten Versicherung für Hund und Katz'

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von Agenturen

Tierbesitzer sparen lieber bei sich als beim Vierbeiner

Bild: APA/APA/THEMENBILD/GEORG HOCHMUTH


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Um gegen finanzielle Belastungen geschützt zu sein, schließen Haustierbesitzer für ihre Begleiter Krankenversicherungen ab. In Österreich ist das mit 21,3 Prozent noch relativ selten der Fall. Das hat eine Umfrage mit mehr als 2.100 Beteiligten in Österreich, Dänemark und Großbritannien ergeben, haben jetzt Svenja Springer von der VetMed-Uni Wien und ihre Co-Autoren in "VetRecord" berichtet.

"Versicherungen können die finanzielle Belastung verringern und möglicherweise Ungleichheiten in der tierärztlichen Versorgung verringern. Allerdings fehlt uns ein Verständnis dafür, welche Faktoren Einfluss darauf haben, ob Tierhalter eine Versicherung abschließen, wie viel sie für Behandlungen auszugeben bereit sind und wie diese Entscheidungen von finanziellen Aspekten und emotionalen Bindungen beeinflusst werden", schrieben die Wissenschafter in ihrer Publikation (doi: 10.1002/vetr.70621).

Ein Beispiel: Ein Bericht der britischen Tierhilfsorganisation PDSA hat im Jahr 2023 gezeigt, dass die von vielen Menschen auch in Großbritannien als ausgesprochen hart empfundene Entwicklung der Lebenshaltungskosten (Inflation) bei einem Fünftel der Tierhalter auch die Tierpflege beeinflusst hat. Mehr als 30 Prozent der Betroffenen, ergriffen Sparmaßnahmen in ihrem eigenen Lebensbereich, um ihre Lieblinge weiter versorgen zu können.

Stark wachsender Markt

"Obwohl die Verbreitung von Versicherungen weltweit variiert, ist ein allgemeiner Anstieg des Marktvolumens für Haustierversicherungen zu verzeichnen: Der globale Markt wurde 2023 auf 9,34 Milliarden US-Dollar (7,94 Milliarden Euro) geschätzt und soll bis 2033 auf 39,53 Milliarden US-Dollar anwachsen", schrieben Svenja Springer und ihre Co-Autoren.

Um die Situation in Österreich, Dänemark und Großbritannien zu erheben, ließen die Forschenden von dem europäischen Marktforschungsinstitut NORSTAT eine repräsentative Stichprobe aus Personen über 17 Jahren in den drei Staaten erheben. 17.747 Personen wurden dann zur Teilnahme eingeladen. Die endgültige Stichprobe umfasste dann 2.117 Hunde- und/oder Katzenbesitzer, welche die Online-Umfrage benutzten.

Relativ wenige Versicherungen in Österreich

Die Hauptergebnisse: "Insgesamt waren 41,7 Prozent der Tierhalter versichert, wobei der höchste Anteil an Nichtversicherten in Österreich (78,7 Prozent; 800 Teilnehmer insgesamt) bei einer Versicherungsquote von nur 21,3 Prozent zu verzeichnen war. In Großbritannien (691 Teilnehmer; 51,5 Prozent mit Versicherung) zeigte sich ein Einkommensgefälle: Tierhalter mit dem höchsten Einkommen hatten mit 65,6 Prozent deutlich häufiger eine Versicherung als solche mit dem niedrigsten Einkommen (34,4 Prozent). Dänische Hunde- und/oder Katzenbesitzer (626 Teilnehmer) hatten zu 56,3 Prozent eine Versicherung abgeschlossen.

"Versicherungen dienen hauptsächlich dazu, schwierige finanzielle Entscheidungen im Krankheitsfall des Tieres zu vermeiden (35,5 Prozent), wobei hohe Kosten die Inanspruchnahme jedoch oft verhindern (34,7 Prozent). Insbesondere die emotionale Bindung beeinflusst die Bereitschaft der Tierhalter, mehr für lebensrettende Behandlungen auszugeben, unabhängig vom Versicherungsstatus", schrieben die Fachleute. Einmal abgeschlossen, blieben die meisten Kontrakte langfristig bestehen. Im Kündigungsfall waren aber auch bei 35,1 Prozent die Kosten ausschlaggebend.

Der hauptsächliche Grund für das Nichtabschließen einer Krankenversicherung für ein Haustier liegt wiederum in Kosten. Das war bei rund 50 Prozent der Tierhalter in Großbritannien und bei je einem Drittel jener in Dänemark und Österreich das ausschlaggebende Motiv.

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