Info-Kampagne zu Lithium-Akkus soll Brände verhindern

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von Agenturen

Umweltminister Totschnig möchte Brandereignisse verringern

Bild: APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER


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In immer mehr modernen Alltagsgegenständen werden Lithium-Akkus verbaut - oft in Produkten, die die Konsumenten nicht automatisch in Zusammenhang mit Batterien bringen. Dazu gehören etwa elektronische Grußkarten, blinkende Kinderschuhe oder Einweg-E-Zigaretten. Weil diese Akkus in vielen Fällen nicht fachgerecht entsorgt werden, kommt es in Müllfahrzeugen und Abfallunternehmen häufig zu Bränden. Eine aktuelle Informationsoffensive soll Besserung bringen.

In Österreich landen jährlich rund drei Millionen dieser Batterien fälschlicherweise im Restmüll. Die Folgen sind schwerwiegend: Allein im Jahr 2025 wurden 36 schwere Brände in Entsorgungsbetrieben verzeichnet, oft ausgelöst durch solche Fehlwürfe. "Das ist eine besorgniserregende Entwicklung", sagte Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Bei den Bränden in Entsorgungsfahrzeugen oder -betrieben handle es sich nicht mehr um Einzelfälle, Totschnig sieht darin "ein zunehmendes Problem".

Akkus aus Alltag nicht mehr wegzudenken

Ziel der neuen Kampagne ist laut dem Umweltminister eine "verstärkte Bewusstseinsbildung". Lithium-Akkus erfahren eine immer breitere Anwendung und einen massiven Bedeutungszuwachs. Die Batterien seien aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, versteht Totschnig. Damit wachse jedoch auch die Verantwortung für eine fachgerechte Entsorgung. "Die Kampagne ist ein erster wichtiger Schritt und wir werden nicht locker lassen", so Totschnig. Die Informationsoffensive "Her mit Leer II" wird vom Umweltministerium unterstützt und gemeinsam mit der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK), der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und den Kommunen umgesetzt.

Nach einer ersten Kampagnenphase in den Jahren 2021 bis 2024 startet nun die bundesweite Fortsetzung mit Werbespots in nationalem und digitalem Radio, TV-Spots und digitalem Bewegtbild, Verkehrsmittelwerbung sowie mit einer umfassenden Social-Media- und Online-Kampagne. Das Ziel ist klar definiert: Die Bevölkerung soll noch intensiver für die korrekte Rückgabe sensibilisiert werden, um das Brandrisiko in der Abfallwirtschaft, aber auch im privaten Hausmüll zu minimieren und wertvolle Rohstoffe für den Kreislauf zu sichern. Die Kampagne startet im April und soll drei Jahre lang laufen.

2.000 Altstoffsammelzentren in Österreich

Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl (ÖVP) wies bei dem Medientermin am Dienstag auf die 2.000 Altstoffsammelzentren in ganz Österreich hin. "Ich bitte alle inständig, Batterien gesondert zu entsorgen. Denn fast täglich brennt es irgendwo in einer Müllentsorgungsanlage, weil sich Batterien durch mechanische Beschädigungen im Zuge einer Behandlungsanlage entzündet haben", warnte er. Auch der Elektrohandel nehme Akkus und Batterien zurück, versicherte Robert Pfarrwaller, Obmann des Bundesgremiums Elektro- und Einrichtungsfachhandel. "Wir müssen den Endkonsumenten klar machen, dass eine falsch entsorgte Batterie ein Brandrisiko darstellt", sagte er am Dienstag. Nicht die Batterie an sich sei das Problem, sondern eine Beschädigung bei der nicht fachgerechten Entsorgung, betonte er.

Abgeben kann man alte Lithium-Akkus in allen Altstoffsammelzentren in Österreich. Auch im Elektrohandel können nicht mehr benötigte Lithium-Akkus zurückgegeben werden, auch wenn sie gar nicht dort gekauft wurden. Für Batterien stehen in fast allen Supermärkten im Kassenbereich "Her mit Leer"-Boxen bereit.

Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle, möchte mit der aktuellen Info-Kampagne die Lücke zwischen dem theoretischen Wissen der österreichischen Bevölkerung zur Entsorgung von Batterien und dem tatsächlichen Handeln schließen. "Wir müssen zu einer Trendwende kommen", sagte sie. "Die neue EU-Batterieverordnung stellt uns vor ambitionierte Ziele: Während wir in Österreich mit einer aktuellen Sammelquote von 53 Prozent die derzeitige Marke von 45 Prozent übertreffen, wird diese ab 2028 auf 63 Prozent und bis 2031 sogar auf 73 Prozent angehoben", erklärte die EAK-Geschäftsführerin. Also egal ob blinkende Schuhe oder singende Grußkarten: "Wichtig ist nur, dass sie nicht im Restmüll oder im Papiermüll landen!", so Giehser.

(S E R V I C E: https://hermitleer.at/)

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