Innenministerium zeigt Ausstellung über Pogrome an Juden

Veröffentlicht:

von Agenturen

Innenminister Karner eröffnete die Ausstellung

Bild: APA/APA/MAX SLOVENCIK/MAX SLOVENCIK


- Anzeige -
- Anzeige -

Mit "The Vicious Circle - Der Teufelskreis" ist eine britische Ausstellung über Pogrome an Jüdinnen und Juden seit heute, Freitag, in einem Amtsgebäude des Innenministeriums in Wien zu sehen. Die Ausstellung könne Menschen mit vorgefertigten Meinungen Anstoß geben, einen Schritt zurückzutun und neu nachzudenken, sagte Kuratorin Maiken Umbach bei der Eröffnung. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) appellierte, zu versuchen, diesen antisemitischen "Teufelskreis" zu durchbrechen.

Die Ausstellung zeige anhand von fünf Pogromen das Recycling der immer gleichen Anschuldigungen und Verschwörungstheorien auf, erklärte Umbach. Jüdinnen und Juden würden mit Macht, Kontrolle und Ausbeutung assoziiert, antijüdische Gewalt dann als "Akt der Befreiung" und positives emotionales Erlebnis inszeniert. Deutlich gemacht hätten das zuletzt die Reaktionen am Tag nach dem Terrorangriff auf Israel.

Gewaltakte von 1938 bis 2023

Den 7. Oktober 2023, als die Hamas-Terroristen in Israel einfielen, thematisiert "The Vicious Circle" ebenso wie die Novemberpogrome des Jahres 1938. Auch Pogrome in Bagdad (Irak), Kielce (Polen) und Aden (Jemen) in den 1940er-Jahren stehen im Fokus der kleinen kreisförmigen Ausstellung. Zu sehen sind außerdem Fotos sowie Gegenstände, zum Beispiel eine Schmetterlingsbrille des Tischlers Shlomo Mansour, der am 7. Oktober von der Hamas ermordet wurde.

Konzipiert wurde die Ausstellung vom britischen National Holocaust Museum, sie war unter anderem bereits im Europäischen Parlament und im Berliner Abgeordnetenhaus zu sehen. Im Amtsgebäude an der Hinteren Zollamtsstraße in Wien-Landstraße bleibt sie bis zum 8. Mai. Besuchstermine veröffentlicht das Ministerium auf seiner Website.

Einsatz gegen Antisemitismus im Alltag gefordert

Man könne den Eindruck gewinnen, dass in Österreich unglaublich viel gegen Antisemitismus und für Gedenkarbeit unternommen werde, sagte Karner - etwa seitens der Bundesregierung, aber auch von Institutionen und Vereinen. Leider sehe man aber alten Antisemitismus in scheinbar neuen Formen, etwa aus dem islamistischen und linksextremen Bereich. Es sei wichtig, alles zu tun, "um den Teufelskreis irgendwie durchbrechen zu können."

Die Menschen müssen aktiv werden, wenn sie Antisemitismus im Alltag wahrnehmen, appellierte auch der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch. Denn Jüdinnen und Juden würden aktuell in einem "permanenten Ausnahmezustand" leben. Er sei sich nicht sicher, ob Eltern ihre Kinder in die Schule schicken oder Menschen die Synagoge besuchen würden, wenn es die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen nicht gäbe. Vor drei, vier Jahren - vor dem Terrorangriff der Hamas auf Israel - hätte er sich das nicht vorstellen können, so Deutsch.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken