Iranische Delegation trifft am Donnerstag in Islamabad ein
Veröffentlicht:
von AgenturenWeiter Gespräche über Iran-Krieg
Bild: APA/APA/AFP/ATTA KENARE
Die iranische Delegation für Gespräche zur Beendigung des Krieges mit den USA und Israel wird dem Botschafter in Pakistan zufolge noch am Donnerstagabend in der Hauptstadt Islamabad eintreffen. "Trotz der Skepsis in der iranischen Öffentlichkeit aufgrund wiederholter Verstöße gegen die Waffenruhe durch das israelische Regime" werde es Verhandlungen geben, teilte Botschafter Reza Amiri Moghadam auf X mit.
Am Abend treffe die Delegation in Islamabad ein, "um ernsthafte Gespräche auf der Grundlage der vom Iran vorgeschlagenen zehn Punkte zu führen". Die Waffenruhe im Iran-Krieg hatte zuvor schon am ersten Tag ordentlich gewackelt. Nach den heftigen israelischen Angriffen auf den Libanon hat der Iran die Straße von Hormuz wieder vollständig geschlossen. Mehrere des vereinbarten Zehn-Punkte-Plans seien bereits verletzt worden. Ein bilateraler Waffenstillstand oder Verhandlungen seien unter diesen Umständen "nicht sinnvoll", hieß es aus dem Iran.
US-Präsident Donald Trump will die amerikanischen Truppen bis zum Abschluss eines Friedensabkommens mit dem Iran im Nahen Osten belassen und hatte im Falle eines Scheiterns mit einer massiven militärischen Eskalation gedroht. Schiffe, Flugzeuge und Personal würden mit zusätzlicher Munition und Waffen vor Ort bleiben, um notfalls "einen erheblich geschwächten Feind" zu zerstören, erklärte Trump in einem Beitrag in den sozialen Medien. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass ein dauerhaftes Abkommen erzielt und eingehalten werde.
Gebührenfreie Schifffahrt gefordert
Großbritannien forderte unterdessen eine gebührenfreie Schifffahrt durch die Straße von Hormuz. "Die grundlegenden Freiheiten der Meere dürfen nicht einseitig entzogen oder an einzelne Bieter verkauft werden", sagte Außenministerin Yvette Cooper laut im Voraus veröffentlichten Auszügen aus einer Rede. Damit stellte sie sich den Bestrebungen des Iran entgegen, die Meerenge zu kontrollieren und künftig Gebühren für die Durchfahrt zu erheben.
Vor dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran galt die Meerenge formell als internationales Gewässer. Etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases wird durch die Wasserstraße transportiert. Es dürfe keinen Platz für Mautgebühren auf einer internationalen Wasserstraße geben, sagte Cooper. Zudem schloss sie sich der Forderung an, die kürzlich zwischen den USA und dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe auf den Libanon auszuweiten. Israel hat zuletzt seine bisher schwersten Angriffe auf die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon geflogen.
Für die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist die Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormuz von lebenswichtigem Interesse für ihr Land und die gesamte Europäische Union. "Wir sind nur einen Schritt von dem Punkt entfernt, an dem es kein Zurück mehr gibt, aber jetzt stehen wir vor einer zerbrechlichen Aussicht auf Frieden, die mit Entschlossenheit verfolgt werden muss", sagte Meloni im Parlament. Italien verurteile jede Verletzung der Waffenruhe und fordere ein dauerhaftes Ende der Feindseligkeiten.
Spanien öffnet Botschaft in Teheran wieder
Spanien kündigte am Donnerstag an, seine Botschaft in Teheran wieder zu öffnen. Dies geschehe in der Hoffnung, Frieden im Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu erreichen, sagte Außenminister Jose Manuel Albares gegenüber Reportern. "Ich habe unseren Botschafter in Teheran angewiesen, zurückzukehren, seinen Posten wieder anzutreten und unsere Botschaft wieder zu eröffnen, damit wir uns diesen Friedensbemühungen von allen möglichen Seiten anschließen können, auch aus der iranischen Hauptstadt selbst", sagt Albares.
Mehr entdecken

Auf der Donau sollen Unbekannte ein Schiff versenkt haben

Dramatischer Rückgang: Kaiserpinguine nun "stark gefährdet"

Für Menschen gefährlich
Wie steht es eigentlich um das Ozonloch?

Hälfte der Österreicher putzt zu selten die Zähne

Staatstrauer im Libanon nach israelischen Angriffen

Möglichkeiten, Fristen, Beantragung
Briefwahl in Österreich: Das muss man bei Wahlkarten beachten
