Staatstrauer im Libanon nach israelischen Angriffen

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von Agenturen

Große Schäden in Beirut

Bild: APA/APA/AFP/-


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Nach massiven israelischen Angriffen in der libanesischen Hauptstadt Beirut mit mehr als 180 Toten hält das Land einen nationalen Trauertag ab. Alle öffentlichen Einrichtungen im Libanon waren am Donnerstag in der Früh geschlossen. Die sonst pulsierende Hauptstadt wirkte menschenleer, Bewohner blieben in ihren Häusern. In den getroffenen Vierteln räumten Kräne und schwere Maschinen den Schutt weg, eine Rauchwolke hing noch über Teilen der Stadt.

Die Menschen stehen teils unter Schock. "Ich habe mein Haus und mein Auto verloren, aber meinen Kindern geht es gut", sagte Hiba, deren zehnstöckiges Wohnhaus im Zentrum Beiruts getroffen wurde, der Nachrichtenagentur dpa.

Internationale Kritik an Israel

Aus mehreren Ländern kam am Donnerstag Kritik an Israel. China forderte nach den Angriffen auf den Libanon Zurückhaltung. Die Volksrepublik rufe die jeweiligen Seiten auf, ruhig zu bleiben und zum Abkühlen der Lage in der Region beizutragen, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking. Die Souveränität und Sicherheit des Libanons dürfe nicht verletzt werden, erklärte sie weiter.

Die britische Außenministerin Yvette Cooper blickte mit großer Sorge auf den Libanon. "Wir haben die humanitären Folgen gesehen, die massive Vertreibung von Menschen im Libanon", sagte sie dem Sender Sky. Daher müsse die Waffenruhe auch auf den Libanon ausgeweitet werden, forderte die Außenministerin. Auch Spanien verurteilte die massiven Angriffe des israelischen Militärs auf den Libanon. Außenminister Jose Manuel Albares warf Israel vor, mit den Luftangriffen gegen internationales Recht und die Waffenruhe im Nahen Osten zu verstoßen.

Viele Zivilisten unter den Toten

Israel hatte in einem überraschenden Großangriff am Mittwoch zahlreiche Ziele im Libanon bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Nach jüngsten Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 182 Menschen getötet, darunter viele Zivilisten, und rund 900 Menschen verletzt.

Die Angriffe trafen nicht nur die südlichen Vororte Beiruts, die als Hochburg der Schiitenmiliz Hisbollah gelten, sondern auch Wohn- und Geschäftsviertel im Zentrum Beiruts, viele davon ohne Vorwarnung. Israels Militär begründete das Vorgehen damit, Kommandanten und militärische Infrastruktur der Hisbollah ins Visier genommen zu haben. Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran gelte demnach nicht im Libanon, der Iran und Vermittler Pakistan sahen das allerdings anders.

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Neue Raketenangriffe aus dem Libanon auf Israels Norden

Am Donnerstag ist Israels Norden erneut vom Libanon aus mit Raketen angegriffen worden. In der israelischen Grenzstadt Kiriat Shmona, die seit mehr als einem Monat unter Dauerbeschuss steht, heulten erneut die Warnsirenen. Die meisten Geschosse seien abgefangen worden, andere in offenem Gebiet niedergegangen, bestätigte die israelische Armee auf Anfrage.

Die Hisbollah sollte eigentlich gemäß einer Waffenruhenvereinbarung von 2024 entwaffnet werden. Dies ist aber bisher nicht gelungen. Im Zuge des Iran-Kriegs war auch der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel wieder eskaliert. Die Miliz feuerte nach israelischen Militärangaben binnen gut eines Monats rund 6.000 Raketen, Mörsergranaten und Drohnen auf israelische Ziele.

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