Israel und Hisbollah greifen einander wieder gegenseitig an
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von AgenturenAngriffe im Libanon
Bild: APA/APA/AFP/-
Im Krieg zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz gilt eigentlich derzeit eine Feuerpause – es gibt aber weiterhin Gewalt. Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Gebäude seien in der Nacht auf Mittwoch fünf Mitglieder einer Familie im Süden des Landes getötet worden. Das berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Israel äußerte sich bisher noch nicht zu dem Vorfall, berichtete aber über Drohnenbeschuss vonseiten der Hisbollah.
Die NNA meldete zudem weitere israelische Luftangriffe in der Stadt Bint Jbeil. Über etwaige Opfer in Bint Jbeil wurde noch nicht berichtet. Die Stadt gilt als Hochburg der Hisbollah. Zuvor hatte der libanesische Präsident Joseph Aoun in den sozialen Medien einen mutmaßlichen israelischen Angriff auf den Zivilschutz im Südlibanon verurteilt.
Israel: Hisbollah-Drohne auf dem Weg nach Israel abgefangen
Israels Armee meldete am Mittwoch wieder Drohnenbeschuss der Hisbollah aus dem Nachbarland. Eine Drohne sei abgefangen worden, ehe sie nach Israel dringen konnte. In einem israelischen Grenzort heulten die Warnsirenen. Das israelische Militär teilte mit, es habe in mehreren Fällen Abwehrraketen in Richtung "eines verdächtigen Flugobjekts" abgefeuert. Das Flugobjekt sei in der Nähe israelischer Soldaten im Südlibanon identifiziert worden. Israel warf der Hisbollah vor, gegen die Waffenruhe zu verstoßen.
Am späten Dienstagabend hatte Israels Armee zudem mitgeteilt, dass ein Mitarbeiter eines Ingenieurbüros im Südlibanon getötet worden sei. Der Mitarbeiter war im Auftrag des Verteidigungsministeriums tätig und kam israelischen Berichten zufolge bei einem Drohnenangriff der Hisbollah ums Leben. Demnach half der Mann dabei, Infrastruktur der Miliz zu zerstören. Die Hisbollah reklamierte den Angriff in Bint Jbeil für sich und sagte, Ziel sei ein israelischer Bulldozer gewesen, der Häuser abgerissen habe.
Israelischen Angaben zufolge sollen alle Häuser in grenznahen Dörfern im Südlibanon zerstört werden. Israel will eigenen Angaben nach verhindern, dass die Hisbollah die Gebäude für ihre Zwecke nutzt und von dort aus etwa Angriffe auf Israel ausführt. Kritiker halten dagegen, dass die systematische Zerstörung ganzer Dörfer ein Kriegsverbrechen sei.
Libanon verurteilte mutmaßlichen israelischen Angriff auf Zivilschutz
Zuvor hatte der libanesische Präsident Aoun auf X über einen mutmaßlichen israelischen Angriff im Süden des Libanons berichtet. Dabei wurden nach offiziellen Angaben drei Mitarbeiter des Zivilschutzes getötet. Sie seien nahe der Küstenstadt Tyros auf dem Weg zu einem Rettungseinsatz gewesen, schrieb Aoun. Nach Angaben der libanesischen Streitkräfte wurden zudem zwei Soldaten verletzt. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.
Medienberichten zufolge hatten die israelischen Streitkräfte eine libanesische Militärpatrouille angegriffen. Die Patrouille habe Zivilschützer zu einem Rettungseinsatz am Ort einer vorherigen israelischen Attacke begleitet. Israel verstoße gegen internationales Recht, wenn es Rettungskräfte ins Visier nehme, so Aoun. Medien berichten immer wieder über israelische Doppelangriffe - sie zielen auf diejenigen ab, die am Ort eines ersten Angriffs eintreffen. Das Abwarten von Doppelangriffen würde Rettungseinsätze zusätzlich verzögern, sagte Magdalena Penninger unlängst im Gespräch mit der APA. Penninger ist Delegationsleiterin des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) in Beirut. Dabei sei jede Minute wichtig, "um Menschenleben zu retten".
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