JD Vance in Budapest - EU Wahlkampf-Einmischung vorgeworfen
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von AgenturenUS-Vizepräsident Vance
Bild: APA/APA/AFP/OLIVER CONTRERAS
Wenige Tage vor der ungarischen Parlamentswahl hat US-Präsident JD Vance am Dienstag Budapest besucht und der EU "Wahl-Einmischung" vorgeworfen. Mit seiner Visite wolle er "ein Zeichen an alle senden, besonders an die Bürokraten in Brüssel", sagte Vance Journalisten am Dienstag in Budapest. Diese hätten "alles in ihrer Macht Stehende getan, um das ungarische Volk klein zu halten, weil sie den Regierungschef nicht mögen, der sich tatsächlich für das ungarische Volk einsetzt".
Vance war am Dienstagvormittag in Ungarn eingetroffen, wo er vom ungarischen Außenminister Peter Szijjarto empfangen wurde. Die Reise gilt als Unterstützung für Ministerpräsident Viktor Orban in der Schlussphase des Wahlkampfs. Der Gast aus Washington will heute Abend bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Orban in einem Budapester Sportzentrum eine Rede halten, deren Thema nach Angaben des Weißen Hauses die "reichhaltige" bilaterale Partnerschaft sein soll.
Es wird erwartet, dass Vance seinem Gastgeber im Namen von US-Präsident Donald Trump Unterstützung bekundet. Denn Orban pflegt seit langem gute Beziehungen zu Trump. Beobachter zweifeln allerdings daran, dass dieser Auftritt wahlentscheidend sein könnte. Umfragen signalisieren seit Monaten, dass der Rechtspopulist die Wahl am kommenden Sonntag verlieren könnte.
Oppositionsführer Magyar vermutet Deal zu Iran-Krieg
Der ungarische Oppositionsführer Péter Magyar äußerte sich scharf über den Besuch von Vance. "Das hier ist unsere Heimat. Die ungarische Geschichte wird nicht in Washington, nicht in Moskau und auch nicht in Brüssel geschrieben, sondern auf den Straßen und Plätzen Ungarns", sagte Magyar laut dem Portal "HVG.hu" am Dienstag auf einer Wahlveranstaltung.
Er rief internationale Akteure von der Ukraine bis Serbien und von Russland bis Amerika auf, sich nicht in die ungarischen Wahlen einzumischen. "Wir sind kein Versuchsfeld und kein Schauplatz geopolitischer Machtspiele - darüber werden die ungarischen Bürger entscheiden", sagte der Chef der TISZA-Partei. Mit Blick auf den Besuch von Vance mutmaßte Magyar mögliche Deals zwischen Budapest und Washington. Wenn der Stellvertreter des Anführers einer Weltmacht nach Ungarn reise, komme er sicher nicht "umsonst", so Magyar. Egal was vereinbart worden sei, eine nach dem 12. April gebildete TISZA-Regierung werde nicht zulassen, dass ungarische Soldaten in den Iran gesandt werden, versprach der Oppositionsführer. Vance komme jedenfalls nicht, um sich in eine "verlorene Kampagne" einzubringen, weil auch die Amerikaner erkannt hätten, dass Fidesz die Wahl verliere.
Trump hofft, dass Orban die Wahl gewinnt
Zuletzt hatte Trump im März dieses Jahres seine Unterstützung für Orban bekundet: "Er (Orban) hat meine völlige und totale Zustimmung", sagte Trump in einer Video-Botschaft an eine Konferenz in Budapest, an der auch Orban teilnahm. "Ich hoffe, dass er (die Wahl) gewinnt, und zwar haushoch", sagte Trump weiter. Orban sei ein "starker Führer".
Bereits vor Trumps Wiederwahl zum US-Präsidenten hatten sich seine Kontakte mit Orban verstärkt. Zweimal besuchte der Ungar Trump 2024 in dessen privater Residenz in Mar-a-Lago in Florida: Im März rühmte Orban seinen Gastgeber als "Präsident des Friedens", der ein baldiges Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine herbeiführen werde.
Nur wenige Monate später, im Juli 2024, läutete Orban mit einem weiteren Besuch bei Trump die damals beginnende turnusmäßige EU-Ratspräsidentschaft seines Landes ein - nur eine Woche nach einem Besuch beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau. Erneut rühmte Orban dabei Trump als Friedensstifter.
Orban trotz Misstönen Gefolgsmann Trumps
Einen kleinen Misston brachte allerdings Orbans Visite bei Trump im Weißen Haus im November 2025. Anschließend hatte der ungarische Regierungschef seiner Delegation gesagt, dass sein Land nun im Falle eines "spekulativen oder politischen Angriffs" aus dem Ausland auf "einen amerikanischen Finanzschutzschild zählen" könne, wie regierungsnahe ungarische Medien damals berichteten. Tage später nannte Orban in einem Interview auch die Summen, die er aus den USA erhoffe: 10 bis 20 Milliarden US-Dollar oder Euro. Trump erklärte später, dass er keine Finanzmittel in Höhe von bis zu 20 Milliarden Dollar zugesagt habe. "Nein, ich habe ihm das nicht versprochen, aber er hat sicherlich danach gefragt", sagte er dem Nachrichtenportal "Politico".
Dennoch zeigte sich Orban weiter als Gefolgsmann des US-Präsidenten: Als einziger EU-Regierungschef nahm er als Vollmitglied an der ersten Sitzung von Trumps umstrittenem "Friedensrat" (Board of Peace) teil.
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