Libanons Präsident Aoun dementiert Gespräch mit Netanyahu

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von Agenturen

Libanons Präsident Aoun will vorerst nicht mit Netanyahu telefonieren

Bild: APA/APA/Lebanese Presidency Press Office/-


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Der libanesische Präsident Joseph Aoun wird libanesischen Regierungskreisen zufolge in naher Zukunft nicht mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu telefonieren. Zwei der libanesischen Regierungsvertreter sagten am Donnerstag, die libanesische Botschaft in Washington habe die US-Regierung im Vorfeld eines Telefonats zwischen Aoun und Außenminister Marco Rubio darüber informiert, dass Aoun nicht mit Netanyahu sprechen werde.

Aoun bezeichnete am Donnerstag die von seinem Land geforderte Waffenruhe als "natürlichen Ausgangspunkt für direkte Verhandlungen". Dies teilte er nach einem Treffen mit dem britischen Außenamtsstaatssekretär für den Nahen Osten, Hamish Falconer, mit. Ein israelischer Rückzug sei ein "grundlegender Schritt zur Festigung der Waffenruhe", damit libanesische Truppen in den Süden des Landes verlegt werden könnten, erklärte der Präsident weiter.

Zuvor hatte Israels Wissenschaftsministerin Gila Gamliel dem israelischen Armeesender gesagt, Netanyahu werde am Donnerstag mit Aoun telefonieren. Aus dem Büro Aouns hieß es jedoch danach, man habe keine Informationen zu einem solchen Gespräch.

In einem Telefonat mit Rubio dankte Aoun dem US-Außenminister Rubio für die Bemühungen der USA um eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon. Aoun habe einen Anruf von Rubio erhalten und ihm im Gespräch für die Bemühungen gedankt, die Washington unternommen habe, "um eine Waffenruhe zu erreichen", hieß es am Donnerstag in einer Erklärung des Präsidialamtes in Beirut.

Trumps Ankündigung sorgte für Verwirrung

US-Präsident Donald Trump hatte für Donnerstag Gespräche auf höchster Ebene zwischen Israel und dem Libanon angekündigt. Er wolle eine "kleine Atempause zwischen Israel und dem Libanon schaffen", schrieb Trump am Mittwoch (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Man sei sich keiner neuer, bevorstehender Kontakte zu Israel bewusst, ließ die libanesische Regierung daraufhin wissen.

Die "Anführer" beider Länder würden erstmals seit rund 34 Jahren miteinander sprechen, teilte Trump mit, ohne Angaben zu den Teilnehmern zu machen oder weitere Details zu nennen. "Morgen (Donnerstag) wird es passieren. Fein!" Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten hatten diplomatische Vertreter Israels und des Libanon am Dienstag in Washington direkte Gespräche geführt. Das Treffen endete ohne konkrete Ergebnisse.

Israel und der Libanon unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Seit Beginn des Kriegs Israels und der USA gegen den Iran Ende Februar hat die pro-iranische, libanesische Schiitenmiliz Hisbollah ihre Angriffe auf Israel wieder verstärkt. Israel flog daraufhin massive Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Es gehe darum, zu versuchen, "etwas Luft zwischen Israel und dem Libanon zu schaffen", schrieb Trump. Wen genau Trump mit den "Anführern" beider Länder meint, geht aus seinem Post nicht hervor. Der libanesische Ministerpräsident ist Nawaf Salam, sein israelischer Kollege ist Netanyahu. Aouns israelischer Amtskollegen als Präsident ist Isaac Herzog.

Aus libanesischen Regierungskreisen hieß es am Donnerstag in der Früh, man habe von dem geplanten Gespräch selbst erst aus den Medien erfahren.

Israel fordert Entwaffnung der Hisbollah

Man führe Verhandlungen mit dem Libanon, sagte Netanyahu laut Angaben seines Büros vom Mittwochabend. Dabei gehe es um zwei zentrale Ziele, erklärte der Ministerpräsident: Die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz "und zweitens einen dauerhaften Frieden. Frieden durch Stärke." Die libanesische Regierung, die keine Partei in dem andauernden Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanon erreichen.

Das israelische Sicherheitskabinett wollte laut Medienberichten am selben Abend über eine Waffenruhe beraten, die Sitzung sei aber ohne Beschluss beendet worden, schrieb "Axios"-Reporter Barak Ravid auf der Plattform X. Die Hisbollah ist nicht nur eine Miliz, sondern als Partei auch ein maßgeblicher, politischer Faktor im Libanon.

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Israelis zerstören letzte Brücke zwischen Südlibanon und Rest des Landes

Ein israelischer Angriff hat unterdessen die letzte Brücke zwischen dem Südlibanon und dem Rest des Landes gekappt. Das Bauwerk sei "zertrümmert" worden, sagte ein hochrangiger libanesischer Sicherheitsvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Reparatur sei ausgeschlossen.

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