Michael Ostrowski: "Sage nichts, hinter dem ich nicht stehe"
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von AgenturenEin echtes Team mit oder ohne Hose: Ostrowski und Swarovski
Bild: APA/GEORG HOCHMUTH
Das Moderationsduo für den 70. Eurovision Song Contest bereitet sich schon intensiv auf das Megaevent im Mai vor. Michael Ostrowski und Victoria Swarovski wollen ihre Moderation dabei als klares Team ohne Arbeitsteilung anlegen. Und auch, ob es Hosen auf der Bühne geben wird, ist noch nicht fix. Klar ist nur, man will auf Spontanität setzen. Schließlich steht man mit dem eigenen Gesicht und Hintern vor den ESC-Millionen. Ein APA-Gespräch zu den eigenen Erwartungen.
"Spontaner kann's gar nicht werden"
APA: Der Song Contest ist von den Dimensionen her eine Show, in der Spontanität nur wenig Platz findet. Wie geht es Ihnen damit?
Michael Ostrowski: Das wird so was von spontan, spontaner kann's gar nicht mehr werden!
APA: Von Ihnen beiden? Oder haben Sie sich da auf eine Arbeitsteilung geeinigt?
Ostrowski: Wir haben grundsätzlich keine Arbeitsteilung. Ganz ehrlich: Wir machen's gemeinsam, und das ist wichtig. Natürlich schaut jeder, dass man eher die eigenen Stärken einbringt, aber im Prinzip ist das ein Ding, das man gemeinsam schaukelt.
APA: Sie haben wirklich Freiheiten, Ihre Moderationen selbst zu gestalten?
Ostrowski: Wir können unsere Moderationen auf jeden Fall mitgestalten - das hab ich mir auch in meinen Vertrag schreiben lassen. Ich werde nichts sagen, hinter dem ich nicht stehe! Das hab ich mein Leben lang so gehalten, und warum sollte ich es auch anders machen? Es ist ja mein Gesicht und mein Hintern, der da auf der Bühne ist. Das ist der Deal. Natürlich hält man sich an Abmachungen, und es gibt eine klare Struktur, aber innerhalb dessen bin ich hoffentlich meine eigene Herrin.
APA: Wie klar ist für Sie denn jetzt bereits, wie die Shows für Sie ablaufen werden?
Swarovski: Wir haben unsere Bücher schon mal durchgelesen, aber da ist ja noch nichts in Stein gemeißelt. Es wird natürlich noch einiges umgeschrieben, die EBU muss es erst mal abnehmen, und dann werden wir beide natürlich auch noch mal drüber gehen. Denn am Ende des Tages stehen wir da, und wir müssen halt auch das sagen, was wir sagen wollen, oder zumindest sagen dürfen, was wir wollen.
"Ich bin ein Kind der Hazel"
APA: Haben Sie beiden Vorbilder aus den vergangenen Jahren des ESC?
Swarovski: Die drei vom vergangenen Jahr in Basel haben es echt super gemacht! Ich ziehe meinen Hut vor Hazel Brugger, die ja auch wirklich Semifinale 1 und Semifinale 2 moderiert hat. Das fand ich sehr cool.
Ostrowski: Und ich zitiere immer wieder Anke Engelke, weil sie halt auch so eine Allround-Maschine ist, im positivsten Sinn. Sie bringt Persönlichkeit ein, und das find ich cool - genauso wie Hazel. Ich glaube, ich bin ja ein bisschen ein Kind der Hazel. Man hat sich mich geleistet, nachdem sie geliefert hat. Das ist meine Chance gewesen: durch eine Frau in den Olymp der Moderation gelangen. Ich sage das zwar ironisch, aber ich glaub, dass das tatsächlich ein bisschen geholfen hat.
APA: Haben Sie schon fixiert, wer von Ihnen beiden am Ende im Finale den Sieger verkünden darf?
Ostrowski: Ich glaub, diese Entscheidung wird am Ende die Regie treffen, und wir werden das dann auf offener Bühne anfangen auszudiskutieren mit Schnick/Schnack/Schnuck.
Swarovski: Das wäre sauwitzig.
(Beide beginnen, Schere/Stein/Papier zu spielen)
Ostrowski: Es kann also durchaus sein, dass es sehr lange dauert, bis wirklich der Sieger oder die Siegerin verkündet wird.
"Habe einen Schneiderkurs angefangen"
APA: Sie beide sind ja nicht nur Spielende, sondern auch Fashion Victims in einer jeweils eigenen Klasse. Wie sehr wollen Sie bei den Bühnenoutfits mitreden?
Swarovski: Das dürfen wir tatsächlich ganz selber machen.
Ostrowski: Ich schneider meines gerade. Ich habe einen Schneidereikurs angefangen und fang grad an mit der Hose. (lacht)
APA: Okay, das heißt, Sie werden zumindest eine Hose anhaben ...
Ostrowski: Das ist noch nicht fix. Ich sagte, ich fang an mit der Hose. Wenn's nix wird, dann halt mit kurzem Rockerl oder irgendwas. Da bin ich ganz offen. Aber die Kostüme sind tatsächlich wichtig für mich, denn wie man ausschaut und wo man sich hinstellt, das hat eine Bedeutung.
APA: Noch den Blick auf das Tournament. Haben Sie sich schon alle Acts anhören können?
Ostrowski: Ich hab tatsächlich noch nicht die Zeit gehabt, mir alle anzuhören. Ein Großteil schon, aber die letzten fünf oder sechs Nummern fehlen mir noch ...
Swarovski: Ich hab mir tatsächlich schon alle angehört. Ich fand den Griechen Akylas sehr, sehr witzig. Und die Griechen sind ja wirklich unfassbare Eurovision-Song-Contest-Fans. Und klar, wenn du in Deutschland eine Show moderierst, hörst du dir natürlich auch die Nummer von Sarah Engels an, die ich stark finde.
"Wir lieben unseren Cosmó"
APA: Dürfen Sie als Moderationsduo überhaupt einen Favoriten nennen?
Ostrowski: Ganz klar: Nein. Als Gastgeberland sind wir natürlich für alle, die antreten und gönnen es allen. Aber wir lieben unseren Cosmó. Das muss man schon aussprechen.
Swarovski: Das darf man sagen als Moderatorenteam, aber sonst würden wir nicht wagen, jemand anderen zu favorisieren. Und natürlich ist es eine Liveshow, alles kann passieren. Vielleicht findet man in der Probe jemanden super, der dann live doch nicht so gut ist. You never know. Deswegen sagen wir gar nichts.
Ostrowski: Aber wir wollen auch nächstes Jahr wieder moderieren, und deswegen wäre es wichtig, dass Cosmó gewinnt.
Swarovski: Stimmt, wir wollen das jetzt jahrelang moderieren. Mitte Mai ist ein gutes Datum.
(Das Gespräch führte Martin Fichter-Wöß/APA)
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