Myanmar wandelt Todesurteile in lebenslange Haftstrafen um

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von Agenturen

Haftstrafe von Suu Kyi reduziert (Illustration)

Bild: APA/APA/AFP/LILLIAN SUWANRUMPHA


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Die Führung in Myanmar hat alle in dem Land verhängten Todesurteile aufgehoben. "Die Strafen der zum Tode Verurteilten werden in lebenslange Haftstrafen umgewandelt", hieß es am Freitag in einer Erklärung des Ex-Militärchefs Min Aung Hlaing, der Anfang April zum Präsidenten des Landes gewählt worden war. Gleichzeitig wurde die Haftstrafe für Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und andere Verurteilte reduziert.

Die Armee hatte sich unter der Führung des Junta-Chefs 2021 zurück an die Macht geputscht und die im Jahr zuvor mit großer Mehrheit gewählte Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi gestürzt. Wie ihr Anwalt am Freitag mitteilte, sei ihre 27-jährige Haftstrafe "um ein Sechstel" reduziert worden, also in ihrem Fall um viereinhalb Jahre.

Die Junta nahm nach jahrzehntelanger Unterbrechung die Hinrichtungen in dem Land wieder auf. Menschenrechtsorganisationen zufolge ging sie dabei insbesondere gegen Dissidenten vor, die sich gegen den Putsch stellten. UNO-Angaben zufolge wurden im darauffolgenden Jahr mehr als 130 Menschen hingerichtet.

Teil einer umfassenden Amnestie

Die Umwandlung der Todesurteile wurde als Teil einer umfassenden Amnestie anlässlich des Thingyan-Neujahrsfests in Myanmar angekündigt. Laut einer Erklärung sollen mehr als 4.300 Gefangene freigelassen werden. Alle Haftstrafen von weniger als 40 Jahren sollen zudem um ein Sechstel verkürzt wurden. Im März 2023 waren bereits die Todesurteile von 38 Häftlingen aufgehoben worden.

Der Militärputsch hatte einen Bürgerkrieg ausgelöst, der bis heute andauert. Nach fünf Jahren Militärherrschaft hatte die Junta im Dezember und Jänner eine Parlamentswahl organisiert und diese als Rückkehr zur Demokratie dargestellt.

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