Netanyahu: Kampf gegen Hisbollah ist noch nicht beendet
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von AgenturenIsraels Premier Netanyahu
Bild: APA/APA/AFP/POOL/ILIA YEFIMOVICH
Im Kampf gegen die libanesische Hisbollah-Miliz sieht der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die andauernde Bedrohung seines Landes durch Raketen und Drohnen als zentrales Problem. Das machte er auf einer Militärkonferenz deutlich. Dieses Problem müsse man mit einer Kombination aus operativen und technologischen Maßnahmen lösen, sagte der Regierungschef am Montag. Erst dann sei man "auf dem Weg, die Hisbollah zu entwaffnen".
Netanyahu spricht von dezimiertem Arsenal der Hisbollah
Die Hisbollah verfüge nur noch über etwa zehn Prozent der Raketen, die sie zu Beginn des Kriegs gehabt habe, sagte Netanyahu. Nach Schätzungen habe die proiranische Miliz ursprünglich ein Arsenal von rund 150.000 Raketen und Drohnen gehabt.
Zum Kampf gegen die Hisbollah sagte Netanyahu: "Die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen." Die Lage bereite den Einwohnern des israelischen Nordens weiterhin Sorgen. Um die Hisbollah wie angestrebt zu entwaffnen, müsse das Problem mit den Drohnen und Raketen gelöst werden. "Denn die politische Seite können wir meines Erachtens lösen, wenn wir das gelöst haben", sagte er mit Blick auf das Ziel einer friedlichen Einigung mit der libanesischen Führung.
Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen mit Israel ab
Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz lehnt direkte Verhandlungen mit Israel nach Worten ihres Generalsekretärs Naim Qassem weiterhin ab. Die Organisation werde weiter "defensiven Widerstand" gegen Angriffe Israels leisten, teilte Qassem am Montag mit. Die Miliz werde ihre Waffen auch nicht abgeben, weil diese nötig seien, um sich gegen Israel zu verteidigen. Im Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel gilt eine Waffenruhe.
Diese hatte US-Präsident Donald Trump verkündet nach Gesprächen mit Israels Ministerpräsident Netanyahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun. Die Mitte April verkündete Feuerpause gilt noch gut zwei Wochen. Der Libanon ist offiziell keine Konfliktpartei. Die Hisbollah war nicht direkt an den Gesprächen zur Waffenruhe beteiligt, hat aber signalisiert, dass sie sich an die Feuerpause halten würde - vorausgesetzt, dass Israel die Angriffe ebenfalls aussetzt. Faktisch kommt es aber fast täglich zu Angriffen beider Seiten.
In den Verhandlungen kommt dem libanesischen Parlamentspräsidenten und Hisbollah-Verbündeten Nabih Berri eine zentrale Rolle zu. Dieser trieb die US-Initiative zu einer Waffenruhe entschieden voran und diente erneut als Brücke zwischen der Regierung in Beirut, der Hisbollah und Washington. Die Hisbollah hat schon zuvor direkte Verhandlungen mit Israel abgelehnt, soll aber wegen ihres großen Einflusses über den Stand der Gespräche informiert worden sein.
Israel und dem Verbündeten USA sei es nicht gelungen, die Hisbollah zu zerstören, teilte Qassem mit. Wegen des starken Widerstands der Hisbollah seien die israelischen Truppen, die seit eineinhalb Jahren auch mit Bodentruppen im Südlibanon im Einsatz sind, in einer "Sackgasse".






