Femizid in der Steiermark
67-jähriger Steirer lebte tagelang neben getöteter Frau
Aktualisiert:
von Quelle: APA, JOYN NewsZIB 8:30
Ermittlungen nach Femizid in der Steiermark
Videoclip • 27 Sek
Der 64 Jahre alte Oststeirer, der am Mittwoch festgenommen wurde, soll offenbar seit vergangenem Sonntag neben seiner von ihm erschossenen 59-jährigen Ehefrau gelebt haben. Dies teilte die Landespolizeidirektion am Donnerstag nach ersten Ermittlungen mit.
Das Wichtigste in Kürze
Ein 64-jähriger Mann aus der Steiermark soll seine Ehefrau bereits am Sonntag erschossen haben.
Danach soll er mehrere Tage neben der Leiche gelebt haben, bevor er am Mittwoch festgenommen wurde.
Der Mann aus dem Bezirk Weiz, der offenbar auch einen Suizidversuch unternommen hatte und verletzt war, konnte noch nicht befragt werden. Die Waffe, ein Kleinkalibergewehr, dürfte er illegal besessen haben.
Die Polizei war am Mittwochnachmittag gegen 16.30 Uhr über Notruf verständigt worden, dass ein 64-Jähriger aus dem Ortsteil Gschmaier in Gersdorf an der Feistritz gegenüber Verwandten mitgeteilt habe, dass er seine 59-jährige Ehefrau mit einem Gewehr getötet habe.
Auch habe er dabei seinen Suizid angekündigt. Die Polizei eilte zu dem abgelegenen Haus westlich von Großsteinbach, beteiligt waren örtliche Streifen, das Sondereinsatzkommando Cobra sowie die Verhandlungsgruppe Süd. Mitglieder der Verhandlungsgruppe konnten mit dem Verdächtigen Kontakt aufnehmen und ihn auffordern, ohne Waffe aus dem Haus zu kommen. Er ließ sich widerstandslos festnehmen.
Mutmaßlicher Täter verletzt im Spital
Da der Mann offenbar aufgrund des Suizidversuchs Verletzungen hatte, wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert. Er war vorerst nicht vernehmungsfähig. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand soll er die Tat bereits am vergangenen Sonntag begangen haben.
Von der Staatsanwaltschaft Graz wurde ein Sachverständiger für Schusswaffen bestimmt sowie die Obduktion des Opfers angeordnet. Die Ermittlungen zum Tatmotiv sowie die Spurensicherung am Tatort seien noch nicht abgeschlossen, hieß es seitens der Polizei.
Erst in der Nacht auf den 25. April war es in einem Einfamilienhaus in Heimschuh (Bezirk Leibnitz) zu einem Femizid gekommen. Ein 36 Jahre alter Mann hatte in der Nacht auf Samstag seine Ehefrau (35) im Streit erschossen.
Laut Polizei tötete er danach sich selbst. Der 36-Jährige besaß legal zwei Gewehre, eines davon wurde zur Tatwaffe. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, die zum Tatzeitpunkt nicht zu Hause waren.
Infobox Hilfe bei häuslicher Gewalt
Bild: JOYN
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