Papst Leo XIV. in Äquatorialguinea

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von Agenturen

Papst Leo XIV. befindet sich auf einer elftägigen Afrika-Reise

Bild: APA/APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI


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Endspurt der Papstreise durch Afrika: Leo XIV. ist am Dienstag von Angolas Hauptstadt Luanda Richtung Äquatorialguinea aufgebrochen, wie Kathpress meldet. Die kleine Republik ist das vierte und letzte Ziel der elftägigen Reise des Papstes. Da Dienstag der erste Todestag von Papst Franziskus (2013-2025) ist, wird erwartet, dass Leo XIV. in Afrika an seinen Vorgänger erinnert.

Leo XIV. kommt um die Mittagszeit in der bisherigen Hauptstadt Malabo auf der Insel Bioko an. Dort trifft er zunächst den seit 1979 regierenden Staatspräsidenten Teodoro Obiang. Danach (14 Uhr MESZ) ist eine Begegnung mit Behörden, Zivilgesellschaft und Diplomaten geplant.

Am späteren Nachmittag will der Papst auf dem Campus der nach ihm benannten Hochschule "León XIV" der Nationaluniversität eine Ansprache halten. Danach stehen der Besuch einer Psychiatrischen Klinik sowie ein Treffen mit den Bischöfen von Äquatorialguinea an.

Einziges spanischsprachiges Land Afrikas

Als erster Papst besuchte Johannes Paul II. (1978-2005) das einzige spanischsprachige Land Afrikas im Jahr 1982. Der Staat grenzt im Norden an Kamerun, im Osten und Süden an Gabun. Das Festland trägt den Namen Mbini; zum Staatsgebiet gehören außerdem fünf bewohnte Inseln.

Anfang des Jahres wurde der Ort Ciudad de la Paz - Stadt des Friedens - auf dem Festland zur Hauptstadt gemacht. Damit löst er die auf der Insel Bioko gelegene Stadt Malabo als politisches Zentrum ab. Nach wie vor befinden sich aber übergangsweise noch viele Regierungseinrichtungen in Malabo.

Durch die Entdeckung von Öl entwickelte sich Äquatorialguinea vor drei Jahrzehnten zu einem Land mit höherem mittlerem Einkommen, schreibt die Weltbank. Auch zähle es mit täglich 9,4 US-Dollar (7,99 Euro) zu den zehn Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch in Subsahara-Afrika. Im afrikanischen Vergleich ist die Alphabetisierungsrate ebenfalls hoch und liegt bei etwa 90 Prozent.

Doch davon profitiert die Bevölkerung nicht: Die Hälfte lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze; laut Weltbank könnten zwei Drittel der Einwohner in naher Zukunft in Armut abrutschen. Den Nutzen zieht eine kleine Gruppe, die seit Jahrzehnten an der Macht ist. Im Mittelpunkt steht der diktatorisch regierende Präsident Obiang, der 1979 nach einem Putsch Staatsoberhaupt wurde - nachdem er seinen Onkel gestürzt hatte. Grundfreiheiten im Land sind laut Nichtregierungsorganisationen stark eingeschränkt.

Drei Viertel sind Katholiken

Nach verschiedenen Schätzungen sind rund zwei Drittel bis drei Viertel der 1,9 Millionen Einwohner Äquatorialguineas Katholiken. Die Rolle der Kirche ist auch bei Bildung und Gesundheitssystem groß. Die nunmehrige Reise von Leo XIV. fällt zusammen mit dem 170-Jahr-Jubiläum der Ankunft der ersten christlichen Missionare im Land.

In allen fünf Diözesen des Landes haben sich die Gläubigen mit Gebeten und Glaubensunterweisungen auf die Ankunft Leos XIV. vorbereitet. Der Papst werde "Bote des Friedens" und als Schöpfer "größerer Einheit in der Kirche und in der Gesellschaft" erwartet, sagte der Bischof von Mongomo, Juan Domingo Beka Esono Ayang, im Vorfeld des Besuchs.

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Dichtes Programm bis Donnerstag

Neben Malabo macht Papst Leo XIV. in den kommenden Tagen auch Halt in den Städten Mongomo und Bata. Am Mittwoch fliegt er zunächst in die ganz im Osten des Landes an der Grenze zu Gabun gelegene Stadt Mongomo. Dort feiert er einen Gottesdienst mit den Gläubigen und besucht eine technische Schule, die den Namen seines Vorgängers Franziskus trägt.

In Bata, der größten Stadt des Landes, besucht Leo XIV. am selben Tag Gefängnisinsassen. Ebenso gedenkt er der Opfer einer großen Explosionsserie im Jahr 2021, bei der über 100 Menschen starben und viele ihr Zuhause verloren.

Am Donnerstag wird eine Stadionmesse in der alten Hauptstadt Malabo der vorerst letzte Akt von Papst Leo auf dem afrikanischen Kontinent sein. Zu Mittag tritt er den Rückflug nach Rom an. Seit 13. April hat der Papst Rahmen seiner Afrikareise bereits Algerien, Kamerun und Angola besucht.

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