Polizei bei Nachbarschaftsstreit in Wien attackiert
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von Agenturen++ ARCHIVBILD ++ Zwei Polizisten nach Attacke mit Pfefferspray verletzt
Bild: APA/APA/dpa/Bernd Weißbrod
Ein Nachbarschaftsstreit in Wien-Hietzing ist am Mittwochnachmittag eskaliert und hat zu einem Polizeieinsatz mit zwei verletzten Beamten geführt. Ein 55-Jähriger steht im Verdacht, Polizisten mit Pfefferspray attackiert zu haben. Er bestreitet aber, gezielt auf die Beamten gesprüht zu haben, so die Exekutive am Freitag in einer Aussendung.
Die Polizei war gegen 17.30 Uhr zu einem Mehrparteienhaus in Hietzing gerufen worden, nachdem es zwischen zwei Bewohnern zu einem Streit gekommen sein soll. Ein 30-jähriger Tunesier gab an, von seinem 55-jährigen - österreichischen - Nachbarn rassistisch beleidigt und gefährlich bedroht worden zu sein. Zudem habe dieser seine Wohnungstüre mit Pfefferspray besprüht. Seine Ehefrau und sein siebenjähriger Sohn hätten daraufhin Reizstoffe eingeatmet und kurzzeitig über Atembeschwerden geklagt. Ein Rettungsdienst stellte jedoch keine Verletzungen fest.
Als Beamte des Stadtpolizeikommandos Meidling die Wohnung des 55-Jährigen aufsuchten, öffnete dieser die Tür und sprühte laut Polizei unvermittelt Pfefferspray in Richtung der Einsatzkräfte. Anschließend verschanzte er sich in seiner Wohnung. Die beiden Beamten mussten notfallmedizinisch versorgt und in ein Spital gebracht werden und konnten ihren Dienst nicht fortsetzen.
Vermutete Nachbarn vor der Tür
Weitere Einsatzkräfte brachten den Mann schließlich dazu, die Wohnung zu verlassen. Der 55-Jährige gab an, er habe das Pfefferspray nicht gegen die Beamten, sondern gegen seinen Nachbarn einsetzen wollen, den er vor der Tür vermutet habe.
Der Mann wurde wegen des Verdachts des versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt, der schweren Körperverletzung sowie der versuchten Körperverletzung angezeigt. Der 30-Jährige wurde wegen des Verdachts der gefährlichen Drohung angezeigt. Gegen beide Männer wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.






