Projekt "Kirchenschiff" in Wien eröffnet
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von AgenturenDas Projekt soll als Vorbild für weitere Pfarren dienen
Bild: APA/GERALD MACKINGER
Das Projekt "Kirchenschiff" ist am Donnerstag in Wien-Margareten im Rahmen eines Festakts offiziell verankert worden. Die Pfarrkirche Auferstehung Christi in der Siebenbrunnenfeldgasse wird künftig nicht nur als Sakralort, sondern auch als Sozial- und Begegnungszentrum dienen. Die Caritas wird dort direkt im Kirchenraum Lebensmittel und Bekleidung austeilen. Auch Vereine und Kulturinitiativen können sich beteiligen. Profanisiert wurde das denkmalgeschützte Gebäude nicht.
Die Kirche wurde von 1969 bis 1971 mitten in einer Wohnhaussiedlung errichtet. Das Gebäude verfügt über keinen hohen Turm, Gestaltung und Stilelemente erinnern - der Entstehungszeit entsprechend - aber unter anderem an Raumfahrt und Mondlandung. Dort wurde nun gemeinsam mit der Erzdiözese ein "bahnbrechendes Projekt" realisiert, wie es Caritas-Direktor Claus Schwertner formulierte. Das Kirchenschiff solle einen sicherer Hafen darstellen, etwa für Menschen, die Unterstützung benötigen.
Doch keine Profanisierung
"Es gab Überlegungen, das Gebäude zu profanisieren", berichtete er. Dies hätte bedeutet, dass die Kirche ihre ursprüngliche Funktion verliert. Davon wurde schließlich Abstand genommen, sie wird nun weiter für Gottesdienste genutzt, wie Schwertner erläuterte. Dazu kommen nun aber auf mehr als 1.000 Quadratmetern zusätzliche Funktionen. Die Caritas ist dort mit ihren Angeboten präsent, auch ein kleines Cafe wird eingerichtet.
Der Bedarf nach Hilfe steige derzeit angesichts der Teuerung deutlich an, berichtete Schwertner. "Die See ist rau, nicht nur in der Straße von Hormuz." Erzbischof Josef Grünwidl sprach sogar von einem "Flaggschiff", das die Caritas hier realisiert habe. Er verwies auf den Vorbildcharakter der Einrichtung etwa für andere Pfarren. "Ich hoffe sehr, dass die Grundidee Schule macht", sagte Grünwidl.
Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) freute sich über ein "Symbol des Optimismus". Der Ort könne ein Treffpunkt für das in dicht bebautem Gebiet liegende Grätzel werden. Damit könne man auch die Nachbarschaft zusammenbringen. Externe Initiativen sind im Kirchenschiff willkommen, wurde heute betont. Die Räume stehen auch Menschen anderer Konfessionen offen.
Für die Erweiterung zum sozialen Treffpunkt wurden einige Adaptierungen des Innenraums vorgenommen. Unterstützt wurde das Schiffs-Unterfangen unter anderem mit Spenden. Das Stift Klosterneuburg war ebenfalls als Förderer mit an Bord. Probst Anton Höslinger würdigte das Vorhaben heute als "zukunftsweisendes Projekt".
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