Prozess gegen im "Fall Anna" Freigesprochene gestartet
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von AgenturenDie beiden Angeklagten sind nicht das erste Mal vor Gericht
Bild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH
Zwei im "Fall Anna" Freigesprochene haben sich am Mittwoch erneut auf der Anklagebank am Wiener Landesgericht wiedergefunden. Einem 21-Jährigen und einem 17-Jährigen wird vorgeworfen einen bewaffneten Raub begangen zu haben - keine zwei Monate nach ihren Freisprüchen. Sie sollen gemeinsam mit zwei anderen im Juni 2025 einen Supermarktbetreiber in Wien-Simmering mit Pfefferspray angegriffen, brutal verprügelt und schließlich ausgeraubt haben. Ihnen droht eine längere Haft.
Die beiden Burschen - beide wollen an jenem Tag unter Suchtmitteleinfluss gestanden haben - sollen mit einem bisher unbescholtenen 23-Jährigen ein Handy, einen Autoschlüssel und ein Geldbörserl samt 4.000 Euro Bargeld erbeutet haben. Dem Supermarktbetreiber sollen sie zuvor Schläge und Tritte gegen den Kopf verpasst haben. Sie hatten mit Pfefferspray bewaffnet in der Garage seines Wohnhauses in dem Wissen, dass er öfter größere Summen Bargeld mit sich trug, auf ihn gewartet. Ein 24-Jähriger soll währenddessen Schmiere gestanden haben. Er weist ebenfalls keine Vorstrafen auf.
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Alle vier Angeklagten geständig
Durch eine DNA-Spur wurde der 21-jährige Erstangeklagte von der Polizei ausgeforscht. Er war von Anfang an geständig und nannte die Namen seiner Komplizen. Alle vier Angeklagten bekannten sich zu Beginn der Verhandlung schuldig. "Da gibt es überhaupt nichts zu diskutieren. Alles, was die Staatsanwaltschaft vorwirft, ist richtig", erklärte der Verteidiger des Erstangeklagten. Der 21-Jährige und der 17-Jährige schilderten, dass der 23-Jährige ihnen Pfefferspray für den schweren Raub übergeben habe. Dies wollen sie aber nicht eingesetzt haben. Vielmehr habe der Drittangeklagte das Opfer angesprüht, getreten und geschlagen. Mehr wollten sie nicht aussagen.
Der 23-Jährige wies diese Vorwürfe von sich. Er habe das Opfer observiert und auch die Sprays übergeben. Bei dem Raub selbst sei er aber nicht dabei gewesen, beteuerte er. "Ich war mit denen in einem Topf: Mitgegangen, mitgefangen", erklärte er der Richterin. "Sie schießen sich gerade ein Eigentor", bemerkte sie mit Blick auf sein angekündigtes vollumfängliches Geständnis. Sein Anwalt riet ihm daraufhin seine Rolle nicht herunterzuspielen, immerhin sei er der "Auftraggeber" des Raubes gewesen. Auch der Viertangeklagte - mit 24 Jahren der Älteste der Gruppe - gestand seine Schuld ein. Er soll die Rolle des Aufpassers gespielt haben. Angaben darüber hinaus wollte er ebenfalls nicht machen.
Der 21-Jährige ist bereits 2022 wegen eines schweren Raubes zu einer teilbedingten Haft verurteilt worden. Der Minderjährige hat bereits drei Vorstrafen auf dem Kerbholz und befindet sich derzeit nach einer verurteilten Urkunden- und Datenfälschung in Strafhaft. Freigesprochen worden waren sie im "Fall Anna": Im vergangenen Jahr sorgte der Prozess rund um geschlechtliche Handlungen an einem zwölfjährigen Mädchen republikweit für Schlagzeilen und kontroverse Diskussionen. Zehn Burschen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren waren damals freigesprochen worden. Ihnen konnte kein strafbares Verhalten nachgewiesen werden.
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