PSG und Bayern verzücken bei Neun-Tore-Spektakel
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von AgenturenDer Jubel über das Torspektakel von Paris war weltweit
Bild: APA/APA/AFP/FRANCK FIFE
Beim Einzug in den Bankettsaal des Teamhotels wurden die Münchner Verlierer nach dem Neun-Tore-Wahnsinn von Paris bejubelt wie Gewinner. Die Szenerie nach Mitternacht wirkte surreal, passte aber zu diesem Abend. Titelverteidiger Paris Saint-Germain und der FC Bayern verzückten im Halbfinal-Hinspiel der Champions League die Fußball-Fans mit einem denkwürdigen Spektakel. Nach dem 5:4-Erfolg der Franzosen ist die Vorfreude auf Teil zwei am kommenden Mittwoch (21.00 Uhr) groß.
"Es war das beste Spiel, bei dem ich als Trainer dabei war", schwärmte PSG-Coach Luis Enrique. Der Spanier mochte nicht hadern mit dem weitgehend eingebüßten Drei-Tore-Vorsprung nach einer Stunde. "Wir haben den Sieg verdient. Aber wir hätten auch ein Unentschieden verdient gehabt. Und sogar eine Niederlage. Dieses Spiel war einfach unglaublich", bemerkte Enrique begeistert.
Lobeshymnen der Weltpresse
Die Weltpresse verneigte sich vor den beiden Teams, die ein Feuerwerk boten, das eines Endspiels würdig gewesen wäre. "Eine Ode an den Fußball", titelte die spanische Zeitung "AS". Die englische "Daily Mail" schrieb: "Wow, einfach wow. Wunderbar. Verrückt. Großartig. Albern. Besonders. Unerbittlich." Und Italiens "Gazzetta dello Sport" urteilte: "PSG und Bayern, ihr seid der Wahnsinn!"
PSG war im Prinzenparkstadion zwar der Sieger, aber Weltfußballer Ousmane Dembélé und Co. ließen die Bayern im Spiel. Nachdem Khvicha Kvaratskhelia (56.) und Dembele (58.) mit ihren jeweils zweiten Treffern ihr Team 5:2 in Führung gebracht hatten, standen die Münchner mit dem in der Pause eingewechselten Konrad Laimer vor dem K.o. Dayot Upamecano (65.) und Luis Diaz (68.) machten das Duell wieder offen.
Positives Gefühl trotz Niederlage
"Da bist du eigentlich tot. Da sitzt du auf der Tribüne und denkst: Oh, oh, oh, wie soll das werden", sagte Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen. Kapitän Joshua Kimmich beschlich nach dem Drei-Tore-Rückstand kurz "das Gefühl, dass wir komplett untergehen. Man stand auf dem Platz und dachte: Boah, was ist denn hier los? Aber dann haben wir eine sehr gute Reaktion gezeigt". Damit konnte der 31-Jährige positiv resümieren: "Es fühlt sich positiv an, auch wenn wir verloren haben."
Bayern-Trainer Vincent Kompany erlebte das Spektakel wegen einer Gelb-Sperre nur auf der Tribüne mit. Die Erfahrung, hilflos hoch oben unter dem Stadiondach zuschauen zu müssen, "die habe ich nicht genossen", erklärte Kompany später. "Es war richtig schwierig. Und dann 5:2 - PSG hat da schon gejubelt. Aber wie meine Mannschaft zurückgekommen ist, das habe ich schon ein bisschen genossen im oberen Stock. Und wir haben jetzt ein Ziel, ins Finale zu kommen." Das untermauerte Kimmich. "Jeder in der Kabine hat diesen Glauben, das Gefühl, das Selbstvertrauen, dass wir Paris zu Hause schlagen können. Wir brauchen jetzt ja kein 3:0."
Auch in München wird Offensivfest erwartet
Zwei große Trainer haben den Fans mit ihrer Idee vom Vollgas-Fußball mit überragenden Offensiv-Künstlern ein historisches Halbfinale geschenkt. Das Schönste ist, dass es noch nicht vorbei ist. In München geht es beim Rückspiel weiter. Und beide Trainer werden zwar Fehler und defensive Mängel ansprechen, aber an ihrem Hurra-Stil nicht rütteln. "Fußball ist wie Religion. Da kann man immer diskutieren", sagte Kompany angesprochen auf Anpassungen beim Auf-und-ab-Gehetze.
Er erwartet im Rückspiel nichts anderes. "Paris wird es nicht einfach akzeptieren, es anders zu machen. Und wir auch nicht." Kompany tönte: "Vier Tore auswärts in Paris - wir können Tore schießen. Und zu Hause werden wir das wieder zeigen."
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