Sabotage bei Pipeline: Ermittlungen laufen auf Hochtouren

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von Agenturen

Sabotage an der TAL-Pipeline

Bild: APA/APA/EXPA/JFK/EXPA/JFK


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Nach der Beschädigung eines Strommasts der 132-kV-Leitung Tolmezzo-Paluzza in der Provinz Udine, die das Netz der Transalpine Ölpipeline (TAL) speist, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die im Fall ermittelnden Carabinieri befragen Fachleute der Netzgesellschaft Terna, die die Beschädigung des Strommasts am 25. März gemeldet haben. Sie wollen die Ursachen der Unterbrechung im Stromnetz infolge der Beschädigung durch Unbekannte klären, verlautete es aus Ermittlerkreisen.

Da es in dem Gebiet, in dem der Strommast von Terna beschädigt wurde, keine Überwachungskameras gibt, konzentrieren sich die Ermittlungen derzeit auf die Überprüfung der Zufahrtswege zu dem Waldgebiet, in dem sich der Mast befindet. Der Schaden hatte auch Auswirkungen auf die transalpine Ölpipeline TAL, die für drei Tage den technischen Betrieb einstellen musste und dadurch die Rohöllieferungen an Raffinerien in Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik unterbrach.

Anrainer der Gegend befragt

Die Ermittler haben zudem wenige Anrainer der Gegend befragt und identifizieren derzeit Mountainbiker, die die Strecken in dem Gebiet nutzen und sich an den betreffenden Tagen in der Nähe aufgehalten haben könnten. Diese könnten möglicherweise ungewöhnliche Beobachtungen gemacht haben.

Die TAL erklärte in einer Presseaussendung, dass die beschädigte Stromleitung sich in "deutlicher räumlicher Distanz zur Pipeline" befinde. Terna habe TAL am 25. März über die Notwendigkeit, die Pumpstation Paluzza nach der Beschädigung der Stromleitung vorübergehend abzuschalten. "Der Betrieb der TAL wurde daraufhin ordnungsgemäß und kontrolliert heruntergefahren. Nach Abschluss der Reparaturarbeiten durch Terna innerhalb von drei Tagen konnte die Pipeline planmäßig wieder in Vollbetrieb genommen werden", heißt es in der Presseaussendung.

Zu keinem Zeitpunkt sei die Infrastruktur der TAL-Pipeline selbst beschädigt worden. "Der temporäre Betriebsstopp konnte außerdem durch bestehende Versorgungssysteme und Lagerbestände bei den belieferten Raffinerien abgefedert werden. Die Sicherstellung einer zuverlässigen Versorgung der Kunden hat für TAL weiterhin höchste Priorität, und die Versorgung ist derzeit stabil", so TAL in der Presseaussendung.

"Ohne Pipeline in Österreich kein Öl"

Die OMV in Schwechat bezieht ihr Öl fast zur Gänze über diese Pipeline, sagte Ölmarktexperte Johannes Benigni von der Energieberatungsfirma JBC Vienna dem Ö1-Morgenjournal. "Diese Versorgung ist essenziell, weil ohne diese Pipeline haben wir in Österreich quasi kein Öl, außer das, was wir selber fördern."

Das österreichische Energieministerium teilte auf Anfrage der APA mit, dass es über den Ausfall informiert worden sei und auch darüber, dass eine Sabotage nicht ausgeschlossen werden könne. Das Ministerium teilte weiter mit, dass zu keinem Zeitpunkt eine kritische Versorgungslage für Österreich bestanden habe. Die Raffinerie Schwechat verfügte über ausreichend Rohöl, um den Vollbetrieb aufrechtzuerhalten. Auch die Pflichtnotstandsreserve musste nicht angegriffen werden. Der überwiegende Teil der Pflichtnotstandsreserve werde in Österreich gelagert, ein Teil im italienischen Triest, wobei der genaue Anteil aus "Gründen der Sensibilität" nicht mitgeteilt werde.

Aus dem österreichischen Innenministerium hieß es auf Anfrage der APA, es gebe, wie in derartigen Fällen üblich, einen engen Austausch zwischen den österreichischen und italienischen Sicherheitsbehörden. Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) arbeitet, als verantwortliche Stelle für den Schutz kritischer Infrastrukturen im Innenministerium, eng mit Betreibern zusammen. Sie berät zu physischen, organisatorischen und hybriden Bedrohungen.

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Hohe Sicherheitsvorkehrungen entlang der Pipeline

Laut einer TAL-Sprecherin sollen nach dem Vorfall die Sicherheitsvorkehrungen an der Pipeline gestärkt werden. Diese seien bereits sehr hoch und würden den höchsten Standards entsprechen, die für Infrastrukturen dieser Art vorgesehen sind. Als Technologieführer setze die TAL-Gruppe auf modernste Steuerungs- und Überwachungssysteme.

Wegen dem Schaden an dem Strommast, der sich in einem schwer zugänglichen Gebiet der Gemeinde Tolmezzo nahe der kärntnerischen Grenze befindet, musste die Ölversorgung unterbrochen werden. Laut Ermittlungen und Zeugenaussagen vor Ort sei der Strommast nicht durch natürliche Ursachen zu Boden gegangen. Die Basis des Mastes wurde offenkundig mit einer Brennschneidflamme abgetrennt. Die Aktion scheint darauf abgezielt zu haben, keinen sofortigen Zusammenbruch des Strommasts zu verursachen, sondern einen langsamen Kollaps, der die Versorgung der Pumpstationen des Ölpipelinesystems hätte unterbrechen sollen.

TAL-Pipeline ist 753 Kilometer lang und seit 1967 in Betrieb

Die TAL-Pipeline ist 753 Kilometer lang und seit 1967 in Betrieb. Sie transportiert Rohöl vom Hafen in Triest nach Deutschland, Österreich und in die Tschechische Republik. Versorgt werden Raffinerien der OMV (Burghausen in Deutschland und Schwechat), Bayernoil und Unipetrol (Tschechien), Gunvor und MiRO. Die Pipeline transportierte 2025 insgesamt 41,6 Mio. Tonnen Rohöl. Als weltweit einziges System gewinnt sie zudem direkt aus dem Rohöldurchfluss CO2-freie Energie.

41,6 Millionen Tonnen Rohöl transportierte die TAL im Jahr 2025 von Triest nach Ingolstadt - größtenteils unterirdisch und für die Öffentlichkeit unsichtbar. Mit diesem Durchfluss steigerte die TAL die Werte des Vorjahres um 3,4 Prozent und erreicht wieder Vor-Pandemie-Werte. Von den insgesamt 753 Kilometern Leitungslänge verlaufen 161 Kilometer durch Österreich, konkret durch die Bundesländer Kärnten, Tirol und Salzburg.

Die TAL-Gruppe besteht aus drei eigenständigen Ländergesellschaften mit Hauptsitzen in Italien, Österreich und Deutschland. Der Sitz der TAL Transalpine Ölleitung in Österreich Ges.m.b.H. befindet sich in Kienburg bei Matrei in Osttirol. Die TAL in Österreich beschäftigt 26 Mitarbeitende. Zusätzlich arbeiten zahlreiche regionale Partnerunternehmen entlang der Trasse und tragen wesentlich zur laufenden Wartung,Überwachung und technischen Integrität der Pipeline bei. "Diese hohe Integrität und Betriebssicherheit basieren bei der TAL auf dem Zusammenspiel modernster Infrastruktur, konsequent angewandter HSSE-Standards sowie eines hochqualifizierten, engagierten und effizient arbeitenden Teams", so in einer TAL-Presseaussendung.

Die TAL-Pipeline ist eine strategische Infrastruktur. Sie wurde am 4. August 1972 Ziel eines terroristischen Anschlags durch die palästinensische Gruppe "Schwarzer September". Der Angriff zielte auf die Tanks ab, doch Fehler bei der Platzierung der Sprengsätze begrenzten den Schaden.

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