Salzburg zurück im Titelkampf, aber mit "Luft nach oben"

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von Agenturen

Hand- nach kleinem Befreiungsschlag: Beichler mit Hartbergs Schmid

Bild: APA/APA/EXPA/ MARCEL PAIL/EXPA/ MARCEL PAIL


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Trotz einer schwierigen Startphase unter Neo-Trainer Daniel Beichler ist Red Bull Salzburg in der Fußball-Bundesliga wieder der erste Jäger von Meister Sturm Graz. Mit einem Heimsieg am Freitag (19.30 Uhr) gegen den punktegleichen LASK würden die Salzburger dem Tabellenführer bis auf einen Zähler naherücken. Als "megawichtig" bezeichnete Beichler den auch für ihn befreienden 2:1-Sieg am Sonntag in Hartberg. "Aber es muss unser Anspruch sein, immer am Anschlag zu sein."

Die Leistung in der Oststeiermark war nicht die beste seiner kurzen Amtszeit. Die Negativserie von fünf Pflichtspielen ohne Sieg ging aber zu Ende. "Wir wissen, wie eng es da vorne zugeht. Da tut natürlich ein Dreier jetzt sehr gut", sagte Beichler. "Das sollte den Jungs und uns allen ein gutes Gefühl und Selbstvertrauen geben."

Allerdings habe schon sein Vorgänger Thomas Letsch moniert, dass die Bullen in ersten Hälften mitunter nicht mit 100-prozentiger Energie zu Werke gingen. "Das können wir in der Art und Weise nicht akzeptieren", betonte Beichler. "Die Mannschaft hat Energie, aber wir haben ein paar Meter gespart. Das ist in unserer derzeitigen Situation nicht so einfach hinzunehmen und kann man auch ansprechen. Da müssen wir den Hebel ansetzen."

Sportchef Mann will in Kader investieren

Auch Sport-Geschäftsführer Marcus Mann sprach in der Sky-Sendung "Talk & Tore" davon, dass "wir noch Luft nach oben haben und besser werden müssen". Es fehle "der eine oder andere Anker in der Mannschaft". Dem Deutschen schweben Profis im Bereich von 23 bis 27 Jahren vor, "die voll im Saft stehen". Salzburg definiere sich laut Mann zwar über Spielerverkäufe, man müsse die Qualität im Kader aber wieder erhöhen. "Wir sind sicher an einem Punkt, wo man eher investieren muss als zu verkaufen."

Mit Kerim Alajbegovic kommt den Bullen im Sommer bereits ihr vielleicht wirkungsvollster Kreativspieler abhanden. "Ich danke Salzburg für alles und werde bis zum letzten Spiel alles geben", betonte der 18-jährige Bosnier, bei dem Bayer Leverkusen von einer Rückkaufoption Gebrauch gemacht hat. Er freue sich auf die neue Herausforderung. "Aber bis zum 17. Mai habe ich nur ein Ziel: nämlich Meister zu werden." Das waren die Salzburger, die den Titel davor zehnmal in Serie geholt hatten, seit 2023 nicht mehr.

"Man hängt sehr an der Vergangenheit fest. In der Vergangenheit zu leben, bringt uns aber auch keine Punkte", betonte Mann. Das Spiel gegen den Ball, einst Salzburgs Domäne, würden mittlerweile auch andere Teams beherrschen. "Wir müssen auch wieder Lösungen mit Ball finden. Wir haben schon noch ein Stück Arbeit vor uns." Schlaflose Nächte würde ihm die Situation nicht bereiten. "Sicherlich braucht man ein bisschen Geduld, viele Änderungen greifen nicht von heute auf morgen. Aber ich bin optimistisch, dass wir die Aufgabe lösen können."

Zukunftsfragen bei Hartberg

Hartberg hat in der Meistergruppe bisher erst ein Remis angeschrieben. Nach zwei Heimniederlagen in Folge fehlen dem Schlusslicht vier Zähler auf die fünftplatzierte Wiener Austria. Im Steirerderby am Sonntag (14.30 Uhr) bei Sturm muss der Außenseiter wegen Sperren zudem auf Torhüter Tom Ritzy Hülsmann und Abwehrchef Lukas Spendlhofer verzichten. "Natürlich ist irgendwo der Traum von Europa da, aber irgendwann muss man auch punkten", meinte Kapitän Jürgen Heil.

Ob dieser auch in der kommenden Saison noch an Bord ist, ist offen. Laut TSV-Obmann Erich Korherr würde man Heil einen "langjährigen Vertrag" anbieten, der Führungsspieler erbat sich Bedenkzeit. "Wenn ich noch etwas machen will in der Fußballwelt, dann wird das jetzt die letzte Chance sein", meinte der 29-Jährige auf Sky. "Sollte etwas möglich sein, könnte es schon sein, dass ich noch einmal etwas probiere."

Auch der Vertrag von Trainer Manfred Schmid läuft mit Saisonende aus. Für eine Verlängerung gebe es laut Korherr aber "noch Themen". Hartberg muss den Gürtel enger schnallen. "Es geht um Einsparungen im Kader und im Trainerteam", erklärte Korherr. In den nächsten 14 Tagen soll eine Entscheidung fallen, ob und wie es mit Schmid weitergeht. "Wir haben noch kein Wort über Geld gesprochen", betonte der Trainer. "Mir geht es um Wertschätzung." Diese spüre er phasenweise, aber nicht immer zu 100 Prozent. Schmid ist seit September 2024 beim Club. "Ich glaube, dass wir in Hartberg Großes geleistet haben."

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