Salzburger Sommerszene ehrt heuer ikonische Tanzklassiker
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von Agenturen++ ARCHIVBILD ++ Sasha Waltz' Arbeit kommt in Salzburg zu Ehren
Bild: APA/APA/dpa/Jens Kalaene
"Tanzt, tanzt, sonst seid ihr verloren." Dieses Zitat der Tänzerin und Choreografin Pina Bausch hat Angela Glechner, Intendantin der Sommerszene Salzburg, bei der Auswahl jener 14 Produktionen inspiriert, die heuer beim Festival zu sehen sein werden. "Wir zeigen besonders starke choreografische Handschriften", sagte Glechner am Dienstag bei der Präsentation des Programms. Vom 8. bis 23. Juni werden ikonische Tanzklassiker und mehrere Österreichpremieren präsentiert.
Den Auftakt macht das Stück "Travelogue I - Twenty to eight" von Sasha Waltz aus dem Jahr 1993. Diese Arbeit habe Waltz damals den internationalen Durchbruch gebracht. Das Stück sei im vergangenen Jahr neu einstudiert worden, kündigte Glechner einen Abend an, bei dem es um menschliche Beziehungen gehe. "Die Welt von fünf Tänzern gerät in einer Küche aus den Fugen", versprach die Intendantin viel Theatralik.
Nicht ganz so alt, aber mittlerweile auch ein Tanzklassiker, ist Jan Martens Stück "The dog days are over 2.0". Die Arbeit stand am Beginn der internationalen Karriere des heute gefeierten Choreografen. Es sei eine physisch anspruchsvolle Choreografie, die strengen geometrischen Formen folge, sagte Glechner. Ein weiteres "Signature-Piece" ist auch "We Solo Men", das Ann Van den Broek 2009 erarbeitet hat. Es geht um Kommunikation und die Unfähigkeit, Gefühle und Sehnsüchte auszudrücken. Van den Broek erarbeitet das Stück mit der Compagnie Bodhi Project neu für die Sommerszene.
Solene Weinachter und Leila Ka erstmals mit Arbeiten in Österreich
Mit der französisch-schottischen Tänzerin und Choreografin Solene Weinachter und der aufstrebenden Französin Leila Ka bringt die Sommerszene zwei Österreichpremieren nach Salzburg. Weinachter zeigt in der ARGEKultur ihr Solostück "After all", das sich mit Abschied auseinandersetzt und neben der Tanz- auch eine Textebene hat. "Es ist ein Stück über den Tod, aber ohne Schwere", meinte Glechner. "Maldonne" heißt das Stück von Ka, das fünf Tänzer in 40 verschiedenen Kleidern auf die Bühne bringt - in 55 Minuten Spieldauer. "Es geht um Rebellion, Widerstand, Zerbrechlichkeit und Begehren", kündigte die Intendantin an.
Die aus Portugal stammende und in Salzburg lebende Choreografin Rosana Ribeiro arbeitet mit dem Kollektiv Selva gerade an ihrem Stück "Break the Dam", das bei der Sommerszene Premiere haben wird. Cornelia Böhnisch und Katharina Schrott werden ihre Performance "Rauschen", die schon im kleinen Toihaus-Theater aufgeführt wurde, in die Kollegienkirche transferieren. Bänder aus der rhythmischen Sportgymnastik stehen im Zentrum der Produktion. Das Publikum werde sich frei bewegen und damit die Perspektive wechseln können, kündigte Böhnisch an. Projekte mit dem Salzburger Kunstverein oder Installationen des Schweizer Künstlers Dimitri de Perrot sowie zwei Tanzpartys runden das Programm ab.
Flexibles Preismodell bewährt sich
Die Sommerszene hat ein Budget von rund 300.000 Euro, ein Drittel davon sei Bundesförderung, sagte Glechner. Sie sei trotz Sparbudgets auf allen Ebenen zuversichtlich, meinte die Intendantin. Bewährt hat sich das 2024 erstmals angewandte, flexible System "Pay what you can", das Preise zwischen 10 und 40 Euro für die Tickets zur Wahl stellt. Rund zwei Drittel des Publikums entscheide sich für eine mittlere Preiskategorie, bilanzierte Glechner. 2024 seien die Einnahmen aus dem Ticketverkauf um 25 Prozent über jenen von 2023 gelegen. "Wir werden das System weiter beibehalten", sagte die Intendantin.
(S E R V I C E - Sommerszene Salzburg - Performing Arts Festival Salzburg, 8. bis 23. Juni 2026, Gesamtprogramm unter www.szene-salzburg.net )
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