Schnuller getestet: Ein Drittel enthält Spuren von BPA
Veröffentlicht:
von AgenturenSchnuller getestet: Ein Drittel enthält Spuren von Bisphenol A
Bild: APA/APA/dpa/Fernando Gutierrez-Juarez
Die Verwendung von Bisphenol A (BPA) ist in Schnullern und Beißringen seit 2011 verboten. Dennoch können Produkte verunreinigt sein. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat deswegen mit anderen europäischen Verbraucherorganisationen getestet: Von 18 in Österreich erhältlichen Produkten wiesen sechs BPA-Spuren auf. Bei einem über Shein bestellten Schnullerset wurde zudem Erstickungsgefahr festgestellt.
Die für den österreichischen Markt geprüften Marken umfassen Alvär (Eigenmarke Action), Babylove und Babylove Nature (Eigenmarke dm), Baby Nova, Bibs, Canpol Babies, Grün Specht, Mam, Medela Baby, Nip, NUK und Philips Avent. Zusätzlich wurden zwei Produkte über die Plattform Shein erworben. Eingekauft wurde in Drogerien, Supermärkten, Online-Babyshops, Online-Naturgeschäften und Online-Plattformen wie Amazon und Shein.
"Spuren" von BPA wurden laut VKI in folgenden sechs Produkten nachgewiesen: Babylove Nature (Schnuller Naturlatex), Babylove (Schnuller Silikon), Baby Nova (Schnuller), Nip (Cherry Natur-Latex), NUK (Space Night) und in einem auf Shein erstandenen Schnuller-Set (2 pcs Set Shiny Luxury Rose Gold Silicone Pacifiers).
Problematisches Bisphenol A
Bisphenol A ist in der EU als besonders besorgniserregender Stoff eingestuft. Wegen seiner Ähnlichkeit mit Östrogen kann er laut den Konsumentenschützern das Hormonsystem negativ beeinflussen. Eine Exposition in Entwicklungsstadien wie dem Säuglingsalter werde mit Unfruchtbarkeit, hormonabhängigen Krebsarten und neurologischen Störungen in Verbindung gebracht.
Es ist mittlerweile verboten, Schnuller und Beißringe mit absichtlich zugesetztem BPA in Österreich in Verkehr zu bringen. "Dass wir dennoch mehrfach BPA nachweisen konnten, liegt daran, dass Verunreinigungen leicht entstehen können, etwa in der Produktionsanlage, beim Verpacken, durch das Verpackungsmaterial selbst oder durch kontaminierte Materialien im selben Produktionsumfeld. Selbst Partikel in der Luft können eine Rolle spielen", sagte VKI-Chemikalienexpertin Birgit Schiller.
Zwölf "sehr gute" Schnuller
Dass es auch ohne BPA geht, beweisen zwölf getestete Produkte, die sowohl hinsichtlich Schadstoffe als auch Sicherheit als "sehr gut" bewertet wurden. Die Bestnote bekamen nur Erzeugnisse, in denen kein BPA nachgewiesen wurde.
Untersucht wurden die Hauptbestandteile Mundteil und Schild, die Methode geht über die österreichische Prüfnorm hinaus. "Aber es geht hier schließlich um die Gesundheit unserer Kinder", so Schiller. So wurde etwa statt Wasser mit 20 Grad Celsius eine künstliche Speichellösung mit 37 Grad verwendet, um eine mögliche Freisetzung von BPA realitätsnah zu messen. "Außerdem haben wir auch das Mundstück getestet und nicht nur den Schild, wie es die Norm vorsieht." Vor allem wurde der Grenzwert strenger angesetzt: Der in der Norm festgelegte Wert sei "mittlerweile nicht mehr zeitgemäß und liegt etwa zehnmal höher als die technisch vermeidbare Menge an BPA in Materialien mit Lebensmittelkontakt" von einem Mikrogramm pro Kilogramm gemäß EU-Verordnung.
Erstickungsgefahr bei Schnullerset
Ein über den Shein gekauftes Set fiel aufgrund der Schnullerkette durch die Sicherheitsprüfung. Der Online-Händler bietet das Produkt in seinen EU- und UK-Shops nun nicht mehr an. "Allerdings ist das gleiche Produkt in einer anderen Farbe weiterhin erhältlich", kritisierte Schiller. Abgesehen davon bestanden sämtliche Schnuller die mechanische Überprüfung auf Sicherheit.






