Schüsse bei Presse-Gala mit Trump in Washington

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von Agenturen

Trump musste traditionelles Dinner vorzeitig verlassen

Bild: APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/NATHAN HOWARD


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Nach Schüssen bei einer Presse-Gala in Washington sind US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania in Sicherheit gebracht worden. Der mutmaßliche Schütze wurde überwältigt und verhaftet. Laut der Polizei handelt es sich um einen Mann Anfang 30 aus Los Angeles. Er sei mit einem Gewehr, einer Pistole und mehreren Messern bewaffnet gewesen. Er habe am Samstagabend (US-Ortszeit) an der Einlasskontrolle zu dem Fest das Feuer auf Agenten des Secret Service eröffnet.

Ein Beamter wurde getroffen. Er sei durch seine kugelsichere Weste gerettet worden und es gehe ihm gut, sagte Trump rund zwei Stunden später in einer eiligst organisierten Pressekonferenz im Weißen Haus. Das Dinner der White-House-Korrespondenten wurde abgebrochen. Trump hatte zum ersten Mal als Präsident daran teilgenommen.

Secret Service: Angreifer beim ersten Kontakt gestoppt

Nach Angaben des Secret Service wurde der mutmaßliche Angreifer "beim ersten Kontakt" gestoppt. Er sei ein Feigling gewesen, der versucht habe, eine "nationale Tragödie" herbeizuführen, so Matthew Quinn, der stellvertretende Direktor des Secret Service, in einer Stellungnahme auf der Plattform X.

Er habe die Sicherheitsvorkehrungen des Secret Service unterschätzt. Mehrere Anwesenden hatten diese zuvor kritisiert und warfen die Frage auf, wie der Mann überhaupt so weit kommen konnte.

Polizeiangaben zufolge soll der mutmaßliche Angreifer eine Schrotflinte, eine Handfeuerwaffe und mehrere Messer bei sich gehabt haben. Trump veröffentlichte ein Video auf seiner Plattform Truth Social, das mutmaßlich den Angreifer zeigt, wie er an Sicherheitsbeamten vorbeirennt, die anschließend ihre Waffen auf ihn richteten.

Der Verdächtige sagte dem Sender CBS zufolge nach seiner Verhaftung gegenüber Polizisten, er habe Vertreter von Trumps Regierung treffen wollen. Offiziell bestätigt ist dies bisher nicht. Trump selbst hatte zuvor erklärt, er gehe davon aus, dass er das Ziel des Mannes gewesen sei. Er bezeichnete den Verdächtigen als "kranke Person".

Verdächtiger in Krankenhaus gebracht

Bei dem Verdächtigen handle es sich um Cole A., sagte ein Polizeivertreter. Beiträge in den sozialen Medien deuteten darauf hin, dass er Lehrer in Torrance bei Los Angeles sein könnte. Interims-Polizeipräsident Jeffery Carroll sagte, es sei noch zu früh, um etwas über das Motiv des Verdächtigen zu sagen. Er sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte er Gast des Hotels gewesen sein, in dem das Fest stattfand.

Der mit einer kugelsicheren Weste bekleidete Mann habe am Veranstaltungsort einen Sicherheitskontrollpunkt gestürmt und dabei einen Beamten verletzt, berichtete Trump. Der Präsident trat in Abendgarderobe im Presseraum des Weißen Hauses auf. Mit 2.600 Gästen hatte er an der prestigereichen Veranstaltung der Presseleute des Weißen Hauses in einem Washingtoner Hotel teilgenommen, als die Schüsse fielen und er gemeinsam mit weiteren hochrangigen Regierungsvertretern in Sicherheit gebracht wurde.

Im Zentrum der Ermittlungen dürfte nun auch stehen, wie es dem Verdächtigen gelang, die Waffen in das Washington Hilton zu schmuggeln. Ein Sprecher des Secret Service sagte, die Schüsse seien an der zentralen Einlasskontrolle zu dem Presse-Dinner gefallen. Der Mann passierte zwei Sicherheitschecks, bevor er überwältigt wurde. Es wurde nicht auf ihn geschossen.

"Ein mit mehreren Waffen bewaffneter Mann hat eine Sicherheitskontrolle gestürmt und wurde von einigen sehr mutigen Mitgliedern des Secret Service überwältigt", sagte Trump auf der Pressekonferenz nach dem Vorfall. Die Behörden gingen von einem Einzeltäter aus. "Er war ein Kerl, der ziemlich übel aussah, als er am Boden lag." Bundesbeamte durchsuchten das Haus des mutmaßlichen Schützen in Kalifornien.

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"Einsamer Wolf"

Bei der Pressekonferenz lobte Trump demonstrativ die Arbeit des Secret Service. Zu den Hintergründen des Schützen sagte er, dass es sich vermutlich um einen "einsamen Wolf" gehandelt habe. Er glaube auch nicht, dass der Schussangriff einen Bezug zum Iran-Krieg habe. Zugleich betonte er, dass er sich nicht vom Kurs gegenüber dem Iran abbringen lasse. "Das wird mich nicht davon abhalten, im Iran-Krieg zu siegen".

Trump bestätigte rund eine Stunde nach dem Vorfall die Festnahme des Schützen. "Was für ein Abend in D.C. Der Secret Service und die Strafverfolgungsbehörden haben hervorragende Arbeit geleistet", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Trump hatte sich zunächst dafür ausgesprochen, "dass die Show weitergeht". Später teilte er mit, dass die Veranstaltung innerhalb von 30 Tagen nachgeholt werde.

"USA! USA! USA!"

Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Trump und seine Ehefrau kurz vor dem Vorfall im Gespräch an einem Banketttisch auf der Bühne des Ballsaals sind. Nach dem Geräusch von Schüssen ging ein erschrockenes Raunen durch den Raum. Menschen schrien: "Runter, runter!" Die meisten der rund 2.600 Gäste in Smoking und Abendkleidern suchten Schutz unter Tischen. Zugleich skandierten einige Menschen aber "USA! USA! USA!".

Sicherheitskräfte warfen Kabinettsmitglieder zu Boden, darunter Außenminister Marco Rubio. Die Kabinettsmitglieder, darunter auch Vizepräsident JD Vance, wurden hinausgebracht. Alle sind den Angaben zufolge alle wohlauf. Andere Sicherheitskräfte in Kampfausrüstung stürmten die Bühne und richteten ihre Gewehre in den Saal.

Das jährliche Dinner der "White House Correspondents' Association" ist ein wichtiger gesellschaftlicher Termin des politischen Lebens in Washingtons. Trump, der ein schwieriges Verhältnis zu vielen Medien hat, boykottierte die Veranstaltung bisher und war nun zum ersten Mal als Präsident dabei. Die Veranstaltung wurde abgebrochen. Trump äußerte die Hoffnung, sie in 30 Tagen nachholen zu können.

Erinnerungen an Anschlagsversuch von 2024

Nachdem Trump in Sicherheit gebracht worden war, blieb er einem Insider zufolge etwa eine Stunde hinter der Bühne. Trump erklärte später, er habe die Veranstaltung nicht verlassen wollen. Diese Äußerung weckte Erinnerungen an Bilder, auf denen er trotzig die Faust reckte, nachdem er 2024 in Butler im Bundesstaat Pennsylvania nur knapp einem Attentat entgangen war. Der Angreifer traf ihn am Ohr und wurde von Sicherheitskräften erschossen. Auf Social Media wird die Authentizität des Attentats freilich oft angezweifelt.

Rund zwei Monate später wurde ein bewaffneter Mann in Florida auf einem von Trumps Golfplätzen festgenommen, auf dem sich der Präsident aufhielt. Der Vorfall wurde als Mordanschlag eingestuft. Der Verdächtige wurde im Februar zu lebenslanger Haft verurteilt.

Im Jahr 1981 wurde vor dem Washington Hilton auf den damaligen Präsidenten Ronald Reagan. Auf ihn wurde vor dem Hotel geschossen. Reagan wurde dabei verletzt.

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