Sechs Festnahmen bei Demo gegen Bau von Wiener Event-Arena
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von AgenturenGeplante Arena soll 2030 eröffnet werden
Bild: APA/APA/WIEN HOLDING
Bei einem Protest gegen die geplante Event-Arena am Freigelände in St. Marx in Wien-Landstraße sind am Donnerstag sechs Aktivistinnen und Aktivisten von der Polizei nach verwaltungsstrafrechtlichen Bestimmungen vorläufig festgenommen worden. Zuvor war eine nicht ordnungsgemäß angezeigte Versammlung von der Wiener Polizei aufgelöst worden, wie es seitens der Exekutive hieß.
Die anwesenden rund 20 Personen wurden demnach mehrfach aufgefordert, die Baustelle freiwillig zu verlassen. Es wurde ihnen auch Zeit gegeben, "ihre Habseligkeiten mitzunehmen". Einige Personen kamen dieser Anordnung aber nicht nach bzw. kehrten zum Platz zurück.
"Magischer Ort"
Gegen das Bauprojekt gibt es erbitterten Widerstand. "Der Abriss der jahrelangen friedlichen und selbstverwalteten Kulturorte in St. Marx untergräbt die Initiative von selbstorganisierten Bürgerinnen und Bürgern Wiens. Die dort entstandenen Selbstverwaltungen belebten die Freifläche als einzigartige kulturelle Landschaft dieser Stadt. Es entwickelten sich niederschwellige Orte des Zusammenkommens und der Begegnung, die vielen Menschen in Wien mittlerweile als gelebte Utopien bekannt sind - kurz gesagt, die Freifläche in St. Marx war ein belebter magischer Ort", hieß es etwa in einem Statement der Demonstrierenden.
"St. Marx ist Treffpunkt und Bewegungsraum inmitten eines stark bebauten Stadtteils. Doch statt diese graue Wüste zu entsiegeln und in einen Wohlfühlort für Mensch und Natur zu verwandeln, wird nun gegen den Willen der Bevölkerung die nächste Event-Halle gebaut", kritisierte auch die Umwelt-NGO Greenpeace.
Der Betreiber, die WSE Wiener Standortentwicklung GmbH, hielt dem entgegen, dass die anstehende Vorbereitung der Fläche bereits 2024 öffentlich angekündigt und im November 2025 nochmals konkretisiert wurde. "Seit 2024 führte die Stadt einen engen, strukturierten Dialog mit allen organisierten Nutzerinnen und Nutzern des Areals. Für den überwiegenden Teil jener, mit denen vertragliche Vereinbarungen bestanden, konnten Alternativen gefunden werden", hieß es.
Areal liegt seit Jahren brach
Die Event-Arena soll Austragungsort für sämtliche Arten von Shows und Events werden, also etwa für große Rock- und Popkonzerte oder auch für Sportbewerbe und Messen. Knapp 150 Veranstaltungen pro Jahr soll das Gebäude beherbergen können. Der Großbau entsteht auf einer Fläche neben der bestehenden Rinderhalle (jetzt Marx-Halle). Das Areal liegt seit Jahren brach und wird offiziell nur temporär benutzt - etwa als Zirkus-Standplatz.
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