Sexualdelikt: Bedingte Haft für Lehrer in Eisenstadt
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von AgenturenSchuldspruch wegen Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung
Bild: APA/APA/THEMENBILD/HANS KLAUS TECHT
Ein 60-jähriger Lehrer ist am Dienstag am Landesgericht Eisenstadt wegen Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung zu sechs Monaten bedingter Haft und 14.400 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der Mann soll im Juni 2025 auf einer Schulsportwoche im Nordburgenland gegen ihren Willen sexuelle Handlungen an seiner 25-jährigen Kollegin vorgenommen haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der Angeklagte, der der Frau rund 4.200 Euro zahlen muss, meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Er betonte vor Gericht, alles sei einvernehmlich gewesen. Der Schöffensenat sah das anders. Weil aber nicht eindeutig geklärt werden konnte, ob er auch Gewalt angewendet habe, sei man im Zweifel nicht von der eigentlich angeklagten Vergewaltigung ausgegangen, sondern von der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung, begründete die Richterin das Urteil.
Übergriff bei Gespräch im Zimmer des Lehrers
Zu dem Übergriff soll es am Abend gekommen sein, als die Schülerinnen und Schüler auf ihren Zimmern waren. Die vier anwesenden Lehrer seien noch kurz beisammen gesessen und dann jeweils zu zweit zu ihren Apartments zurückgegangen. Dabei habe sich mit der 35 Jahre jüngeren Kollegin, mit der er ein freundschaftliches Verhältnis gehabt habe, ein intimes Gespräch ergeben, erzählte der 60-Jährige. Um ihr eine "erotische Geschichte" zu Ende zu erzählen, habe er sie noch in sein Zimmer eingeladen, wo es dann zu sexuellen Handlungen gekommen sei.
Die Frau, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt, gab an, das nicht gewollt zu haben. Anfangs sei sie zu perplex gewesen, dann habe sie sich verbal gewehrt. Er habe jedoch zunächst nicht aufgehört und erst später von ihr abgelassen. Der Angeklagte bestätigte nur ein "vehementes Stopp", nach dem er sofort aufgehört habe. "Ich habe niemals gegen den Willen einer Person oder mit Gewalt etwas getan", beteuerte er. Am nächsten Tag in der Früh seien die beiden anderen Kollegen aufgebracht vor seiner Tür gestanden, nachdem sich die 25-Jährige ihnen anvertraut hatte. Der 60-Jährige wurde noch am selben Tag suspendiert.
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