Stocker beendet Indien-Besuch in U-Bahn und Tuk Tuk
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von AgenturenKanzler Stocker mit Frau Gerda auf Tuk-Tuk-Fahrt in Indien
Bild: APA/Stefan Vospernik
Vor dem Flugzeug noch in die U-Bahn und dann ins Tuk Tuk: Mit verschiedensten Mobilitätserfahrungen hat Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) am Freitag seinen Besuch in Indien abgeschlossen. Zu Mittag fuhr er mit der Metro von Neu-Delhi, die maßgeblich vom österreichischen Baukonzern Strabag errichtet wurde. Nach einem traditionellen indischen Imbiss unternahm er dann gemeinsam mit seiner Frau Gerda eine Fahrt mit einem der in Neu-Delhi omnipräsenten grün-gelben Dreiräder.
Ein großes Willkommensplakat beim Eingang in die U-Bahn-Station "Central Secretariat" war noch der geringste Aufwand, den die Behörden für den Kanzler und seine Delegation trieben. Weithin wurden Straßen abgesperrt, Bahnsteige von Polizisten gesichert und ein U-Bahn-Waggon exklusiv für den Kanzler bereitgestellt. Nach der Fahrt trug sich Stocker sogar in ein bereitgestelltes Gästebuch ein.
In einem Imbisslokal wurden dem Kanzler dann traditionelle indische Spezialitäten wie frittiertes Fladenbrot oder Linseneintopf kredenzt. Schließlich ließ es sich Stocker nicht nehmen, mit dem bevorzugten Verkehrsmittel vieler Bewohner Neu-Delhis eine Runde zu drehen: Er stieg mit seiner Frau in ein Tuk Tuk ein. Die mit Flüssiggas betriebenen Dreiräder prägen das Stadtbild und sind für österreichische Verhältnisse spottbillig: Eine halbstündige Fahrt quer durch die Stadt kostet umgerechnet etwa zwei Euro. Das ist aber immer noch viel im Vergleich zum U-Bahn-Ticket (30 Cent).
Modi sieht österreichisch-indische Weltpartnerschaft
Der indische Premierminister Narendra Modi hatte beim Treffen mit Stocker am gestrigen Donnerstag in höchsten Tönen von der österreichischen Ingenieurskunst geschwärmt und den heimischen Unternehmen für die Leistungen beim Tunnelbau gedankt - sei es unter der Hauptstadt Neu-Delhi oder unter hochalpinen Bedingungen im Himalaya.
Modis Worte wurden von indischen Medien breit publiziert. "Indem wir Österreichs Expertise mit der Schnelligkeit und Größe Indiens kombinieren, können wir verlässliche Technologien und Lieferketten für die ganze Welt bereitstellen", zitierte etwa die "Hindustan Times" den indischen Premier.
Der Kanzler will sich nach seiner Rückkehr nach Wien den Verhandlungen für das Doppelbudget widmen, wo er auf möglichst viel Konsolidierungsvolumen drängt - über die bisher identifizierten zwei Milliarden Euro hinaus. Damit soll Spielraum für zusätzliche Maßnahmen geschaffen werden beziehungsweise eine weitere Konsolidierungsrunde bei einem Einbrechen der Konjunktur wegen des Iran-Kriegs vermieden werden.
Weitere Auslandsreisen geplant
Stocker wurde am Samstagvormittag wieder in Wien erwartet. Für Mai plant er mehrere Auslandsreisen, unter anderem in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) - nach Indien das zweite Schwerpunktland seiner im Jänner für heuer ausgerufenen "Exportoffensive". Für Herbst wird dann eine Reise nach China erwartet.
Stocker war in der Nacht auf Dienstag in Indien angekommen, wo er von einer 60-köpfigen Wirtschaftsdelegation und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) begleitet wurde. Im Rahmen des Besuchs zog die börsennotierte Andritz Hydro einen Deal im niedrigen dreistelligen Millionenbereich für die Ausrüstung eines Pumpspeicherkraftwerks an Land, zudem wurden mehrere bilaterale Abkommen unterzeichnet - etwa zu Lebensmittelsicherheit, Arbeitskräftemigration, Filmproduktionen, Terrorismusbekämpfung und Verteidigungszusammenarbeit. Stocker war als erster österreichischer Kanzler seit 42 Jahren im Land. Hattmannsdorfer war bereits am vergangenen Wochenende angereist, wobei er zunächst in der Finanzmetropole Mumbai Station machte. Dafür trat er seine Rückreise bereits am gestrigen Donnerstagabend an.
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