Unbeugsame Linzer - Blau-Weiß will bald zurück in Bundesliga
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von AgenturenEnttäuschte Miene bei Blau-Weiß-Akteur Simon Seidl
Bild: APA/APA/EXPA/ REINHARD EISENBAUER/EXPA/ REINHARD EISENBAUER
Leere und Enttäuschung sind nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga bei Blau-Weiß Linz schnell einer gewissen Kampfeslust gewichen. "Unbeugsam trifft es ganz gut", bediente Trainer Michael Köllner nach dem entscheidenden 0:3 am Samstag gegen den GAK ein Wort aus dem Leitbild des Clubs. "Wenn es ein Verein kann, wieder aufzustehen, dann ist es Blau-Weiß Linz." Ob dies in der kommenden Saison in der 2. Liga mit ihm oder ohne ihn gelingen soll, ist allerdings offen.
Geschäftsführer Christoph Peschek hat den sofortigen Wiederaufstieg als Ziel ausgegeben. Sportdirektor Christoph Schösswendter sieht kein leichtes Unterfangen. "Man weiß, was Topclubs in der 2. Liga, die ganz vorne mitspielen wollen, auf die Füße stellen müssen." Jeder Absteiger sei mit massiven finanziellen Veränderungen konfrontiert. Man habe zwar auch für dieses Szenario viel Vorarbeit geleistet. "Es geht aber darum, was davon auch umsetzbar ist." Die kommenden ein bis zwei Wochen würden zeigen, wo man budgetär hinkomme.
"Es ist gerade ein richtiger Tiefschlag", sagte Schösswendter. Der Verein habe in den vergangenen dreieinhalb Jahren "eine unglaubliche Kraft entwickelt" und sich in vielerlei Hinsicht sehr gut präsentiert. "Es tut unfassbar weh, weil es mir leidtut für die Fans und Leute rundherum, weil da etwas entstanden ist, wo man schauen muss, dass das jetzt nicht wieder in die Einzelteile zerfällt." Der Fanzuspruch war in den drei Erstliga-Jahren groß. Selbst nach dem K.o. gegen den GAK gab es lautstarke Unterstützung von den Rängen.
Werben um Köllner-Verbleib
Die Basis soll den Club auch in der 2. Liga tragen. "Es ist ein natürliches Ziel für den Verein, wieder aufsteigen zu wollen", meinte Köllner. Er sei für viele eine Religion. "Die tun die ganze Woche nichts als an Blau-Weiß zu denken." Er selbst habe bisher keinen Kopf gehabt, über die eigene Zukunft zu sinnieren. "Für mich gab es bisher nur die Prämisse, die Liga zu halten. Mit den Szenarien will ich mich jetzt nicht beschäftigen, weil die Enttäuschung zu groß ist. Das ist ein Stich ins Herz gefühlt."
Köllners Vertrag hätte sich nur beim Klassenerhalt automatisch um ein Jahr verlängert. Schösswendter lobte den "Spirit", den der im Winter eingesetzte Bayer dem Tabellenschlusslicht gebracht habe. "Die große Bürde haben wir uns mit Sicherheit im Herbst aufgeladen", meinte der Sportchef. Im Frühjahr habe man ein anderes, phasenweise sehr gutes Gesicht gezeigt - auch wenn der zum Klassenerhalt nötige fünfte Sieg im fünften Qualigruppen-Heimspiel nicht mehr gelang. "Wie wir aufgetreten sind, und welchen Fußball wir gespielt haben, trägt ganz klar seine Handschrift."
Er traue Köllner "zu 100 Prozent zu", eine Mannschaft auf den Platz zu stellen, die in der 2. Liga ein gutes Wort mitreden könne, versicherte Schösswendter. "Ich weiß, wenn er gewillt dazu ist, dass es richtig gut werden kann." Sollte es für den Trainer ein Thema sein, werde man konkrete Gespräche führen. "Man wird sich wiedersehen - vielleicht hier, vielleicht woanders", sagte Köllner. "Jetzt heißt es analysieren und dann die richtigen Schlüsse ziehen." Schösswendter will Enttäuschung und Trauer ehebaldigst in positive Energie umwandeln: "Es gibt genügend Spieler mit Qualität, die Vertrag haben."
Seidl vor Abgang
Jener von Simon Seidl läuft noch ein Jahr, der 23-Jährige wird allerdings u.a. mit Sturm Graz in Verbindung gebracht. "Man wird sehen, was kommt", sagte Seidl. Ausgerechnet ihm war gegen den GAK der folgenschwere Fehlpass vor dem 0:1 unterlaufen. "Wir haben definitiv ein bisschen zu hektisch gespielt." Der Abstieg hat den Kreativmann mitgenommen. "Ich erlebe das zum ersten Mal. Ich hoffe, dass der Verein weiter Gas gibt, sich weiter verbessert und so schnell wie möglich in die erste Liga zurückkommt."
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