Zahlreiche Beanstandungen bei Altbau-Kontrollen in Wien

Veröffentlicht:

von Agenturen

Hanel-Torsch zog eine erste Bilanz der Kontrollen

Bild: APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER


- Anzeige -
- Anzeige -

In Wien werden Altbauten seit einiger Zeit verstärkt von der Behörde unter die Lupe genommen. Die Gruppe Sofortmaßnahmen kontrolliert mit der Baupolizei den Zustand der Objekte im Rahmen von eigenen Screenings. Seit April 2023 wurden insgesamt 7.256 Gebäude besucht, wie Wohnstadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) am Mittwoch mitteilte. Bei den Kontrollen wurden 1.940 Beanstandungen registriert, wobei es davon in einzelnen Häusern oft auch mehrere gab.

"Besitzer von Zinshäusern haben auch Verpflichtungen, die meisten halten sich auch daran", betonte Hanel-Torsch. Es gebe jedoch auch Bauten, die in einem nicht so guten Zustand seien. Die Screenings wurden zunächst in 13 Bezirken gestartet, nun kommen zwei weitere - Penzing und Währing - dazu. Bei den bisherigen Überprüfungen war ein Großteil der Beanstandungen feuerpolizeilicher Natur. 56 Prozent der Auffälligkeiten entfielen darauf.

Strafen möglich

Rund 39 Prozent betrafen bauliche Unzulänglichkeiten. Deutlich geringer fiel mit vier Prozent der Anteil an sanitären Beanstandungen aus. Oft waren es nur vergleichsweise kleine Vergehen, die entdeckt wurden. Wie Walter Hillerer, der Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen, erläuterte, handelte es sich etwa um Mobiliar, das im Gang abgestellt wurde. Oft könne man hier zu einer Lösung kommen, indem man die Besitzer bitte, dieses wegzuräumen.

Auch Sperrmüll, der in den Häusern gelagert wird, gilt als problematisch, weil er sich entzünden kann bzw. weil Fluchtwege mit diesem verstellt werden. Als bauliche Mängel gelten zum Beispiel desolate Stiegenhäuser oder -geländer. Wenn der Missstand nicht sofort beseitigt wird, kann ein Verfahren samt möglicher Strafen in die Wege geleitet werden.

Kaum mehr "Problemhäuser"

Das schärfere Vorgehen hat laut Hillerer auch dafür gesorgt, dass es kaum mehr sogenannte Problemhäuser gibt. Vor einiger Zeit hatten Berichte über massive Missstände in einigen Altbauten für Aufsehen gesorgt. Dramatischer Überbelag und heftige Verschmutzungen hatten dort ein Einschreiten der Behörde notwendig gemacht.

Die Screenings sind nicht die einzige Maßnahme der Stadt, um den Bestand hinsichtlich Erscheinungsbild und Wohnqualität zu schützen, wie man hervorhebt. Mit der Bauordnungsnovelle 2023 wurden generell die Verpflichtungen zur Instandsetzung verschärft. Seither wurde kein einziger Abriss wegen "wirtschaftlicher Abbruchreife" mehr genehmigt.

Auch müssen künftig verpflichtende Bauwerksbücher für ältere Gebäude geführt werden. Darin sind Instandhaltungsmaßnahmen zu dokumentieren.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken