Maßnahmen
Nach Amoklauf in Graz: Wie werden Schulen jetzt gesichert?
Veröffentlicht:
von Seyda GünKerzen und Blumen nach dem Amoklauf mit elf Toten und einem Dutzend teils lebensgefährlich Verletzten vor der Grazer Schule.
Bild: APA/ERWIN SCHERIAU
Seit dem Amoklauf mit elf Toten am Grazer Oberstufenrealgymnasium herrscht in ganz Österreich große Trauer und Bestürzung. Wie Schulen besser geschützt werden sollen und welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden.
Das Wichtigste in Kürze
Nach dem Amoklauf mit 11 Toten in Graz steht Österreich unter Schock.
Neue Sicherheitsmaßnahmen sind noch nicht fix.
Schulen haben Krisenpläne, üben Notfälle und bekommen aktuell verstärkte psychologische Unterstützung.
Das Bildungsministerium setzt auf Prävention, "Null Toleranz gegen Gewalt" und mehr Geld für Hilfen an Schulen.
Am Dienstagvormittag lief ein 21-jähriger Österreicher im BORG Dreierschützengasse Amok. Dabei wurden 10 Menschen getötet und mehrere verletzt. Der mutmaßliche Täter verübte nach der Tat Suizid.
Der Amoklauf in Graz ist die bisher schlimmste Bluttat, die sich an einer Schule in Österreich ereignete. Konkrete Anpassungen der Sicherheitsvorkehrungen an den Schulen seien derzeit laut Bildungsministerium noch nicht in Arbeit.
"Aktuell geht es darum, gemeinsam zusammenzustehen und den Betroffenen in Graz zu helfen", erklärt das Bildungsministerium auf PULS 24-Anfrage.
Schulpsychologisches Angebot
Betroffenen soll unter anderem mit einem ständigen schulpsychologischen Angebot in den kommenden Tagen geholfen werden.
"Und erst danach können und werden wir als Land gemeinsam die Schlüsse aus dieser Katastrophe ziehen und entsprechend handeln", heißt es aus dem Bildungsministerium.
Krisenmanagement bis "Null Toleranz gegen Gewalt"
Folgende Maßnahmen sind bereits laut Bildungsministerium eingeführt worden:
Bildungsdirektionen und Schulen verfügen alle über an die regionalen Erfordernisse angepasste Krisenpläne und stehen zum Krisenmanagement und zur Krisenprävention auch in engem Austausch mit den Einsatzkräften (Polizei, Rettung, Feuerwehr) in ihrer Region.
Es werden an Schulen regelmäßig Übungen zu unterschiedlichen Krisenszenarien vorgenommen. Die Schulen entscheiden darüber auf Basis ihrer Risikoeinschätzung autonom.
In Vorbereitung und Beratung im Krisenmanagement sind die Einsatzkräfte mit eingebunden.
Das Krisenmanagement an Schulen wird aufgrund der zunehmenden Bedrohungslage, auch durch Drohmails, sensibel intensiviert. Gewaltprävention in den Schulen sei schon länger Priorität.
Bildungsministerium verfolgt eine umfassende Gewalt- und Mobbingpräventionsstrategie unter dem Leitmotiv "Null Toleranz gegen Gewalt".
Zudem habe man im Regierungsprogramm eine "massive Aufstockung der psychosozialen Unterstützung vereinbart", welche auch Teil des Doppelbudgets 2025/26 ist. Für den Vollausbau stehen hier laut Bildungsministerium mehr als 20 Millionen Euro zur Verfügung.
Mehr entdecken

Messerangriff von London wird als Terrorattacke eingestuft

Forstarbeiter verdächtigt
Zigarette dürfte Waldbrand im Lesachtal ausgelöst haben

Brenner-Demo: Bayern und Südtirol mit deutlicher Kritik

Meinl-Reisinger will Neustart in EU-Türkei-Beziehungen

19-Jähriger lieferte sich Verfolgungsjagd mit Wiener Polizei

"Patin des Punk": Patti Smith erhält Asturien-Preis

