Betrügerische Krida
Prime-Masseverwalter rechnet ab: "Seit 2014 jedes Jahr negativ"
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von JOYN NewsBild: APA/BARBARA GINDL
In der Klage gegen eine der diversen Stiftungen von René Benko rechnet der Masseverwalter der Signa Prime mit dem bankrotten Unternehmen ab. Ab 2014 schrieb diese nur noch rote Zahlen.
Das Wichtigste in Kürze
Die erste Anklage der WKStA gegen René Benko wegen "betrügerischer Krida" ist rechtskräftig geworden.
Die Anklage betrifft Vorwürfe, dass er Vermögenswerte verschwiegen und damit Gläubiger im Insolvenzverfahren seines Konzerns geschädigt haben soll.
Masseverwalter kritisiert Signa massiv
Bereits in den letzten zehn Jahren vor ihrer Pleite machte die Signa Prime Selection AG nur operative Verluste. Gewinne gab es nur durch Aufwertungen und Umgründungen. Das allein muss zwar nichts heißen, auch andere Unternehmen schaffen es erst nach Jahren in die Gewinnzone.
In einer Klage gegen eine der zahlreichen Benko-Stiftungen hält sich der Masseverwalter der Prime allerdings nicht mit Kritik an dem bankrotten Unternehmen zurück.
"Seit 2014 jedes Jahr negativ"
Es sei "darauf hinzuweisen, dass das operative Ergebnis, welches 'Aufwertungsgewinne' außer Acht lässt, schon seit 2014 jedes Jahr negativ war. Sowohl das sogenannte 'working capital' als auch der 'free cash flow' waren durchwegs negativ", zitiert die "Krone" aus der Klage gegen die Ingbe-Stiftung.
"Die buchmäßigen 'Aufwertungsgewinne' entstammten wiederum wirtschaftlich nicht nachvollziehbaren Umgründungsvorgängen und/oder Transaktionen, die sich nur mit dem Ziel, Aufwertungen zu erzielen, erklären lassen."
Das gesamte Geschäftsmodell sei von sogenannten Aufwertungsgewinnen abhängig gewesen, etwa Bewertungsgutachten von Immobilien.
"Loch-auf-Loch-zu-Politik"
Der Prime "mag es zwar gelungen sein, in den Jahren 2022 und vereinzelt auch noch 2023 Geld- oder Kreditmittel von Dritten zu erhalten; dabei handelte es sich jedoch nur mehr um eine 'Loch-auf-Loch-zu-Politik' zum Stopfen von Liquiditätslöchern", so das Fazit des Masseverwalters.
In der Klage gegen die Ingbe geht es indessen um den Verdacht, dass Benkos Vermögen – rund um die Pleiten von Signa Prime und Co. – in der Stiftung gebunkert worden sein soll.
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