Prozess um in Wohnung gelockte und missbrauchte Sechsjährige
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von AgenturenDer Angeklagte stellte am Landegericht sexuelle Handlungen in Abrede
Bild: APA/APA/HANS PUNZ/HANS PUNZ
Weil er seine sechs Jahre alte Nachbarstochter in seine Wohnung gelockt und vergewaltigt haben soll, ist am Dienstag am Wiener Landesgericht gegen einen 52-Jährigen verhandelt worden. "Die Tat ist schrecklich und erschütternd", sagte der Verteidiger eingangs der Verhandlung. Sein Mandant habe eine pädophile Störung, die ihm "in der Frühphase der Entwicklung von der Natur eingepflanzt worden ist." Im Sinn der Anklage geständig war der bisher Unbescholtene zunächst nicht.
Nach und offenbar unter dem Eindruck der Einvernahme der Sechsjährigen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen wurde, änderte der Angeklagte dann aber seine Verantwortung. "Ich gebe alles zu", sagte der Mann. Es sei aber "nur ein Mal passiert".
Das inkriminierte Geschehen ereignete sich am 3. Juli 2025. Der Mann hatte das Mädchen im Innenhof der Wohnanlage beim Spielen beobachtet. "Er hat ihr einen Lollipop angeboten", schilderte die Staatsanwältin. Aufgrund der Aussichten auf die Süßigkeit habe ihn das Mädchen begleitet. Er habe sie dann in seine Wohnung geschoben, teilweise entkleidet und sexuelle Handlungen vorgenommen.
"Er hat vorher Potenzmittel eingenommen"
"Er hat vorher Potenzmittel eingenommen", meinte der Verteidiger. Deswegen habe sich der Mann "in einem unkontrollierbaren Zustand befunden". "Ich hatte zehn Milliliter Testosteron genommen fürs Gym, das einen leider sexuell anregt", bestätigte der Angeklagte. "Wie lange hat das gedauert?", wollte die Richterin wissen. "Nur eine Minute. Ich hab' ihr dann gesagt, sie soll verschwinden", erwiderte der 52-Jährige.
Nach der Festnahme des 52-Jährigen wurde bei dem Mann eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Dabei wurden auf diversen Datenträgern 5.500 bis 6.000 Dateien - Bilder und Videos - mit Kindesmissbrauchsmaterial sichergestellt. Zwei Videos hatte der bei AMS als arbeitssuchend Gemeldete per WhatsApp auch weitergegeben. Außerdem hatte er aus dem beschafften Material über 160 Screenshots hergestellt.
Inkriminiert war auch ein weiterer Vorfall mit einem anderen Mädchen. Diesem soll er in einem Park auf seinem Handy einen Pornofilm gezeigt und die Unmündige aufgefordert haben, das auch zu machen.
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