Anträge auf Einbürgerung in Wien 2025 deutlich gestiegen
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von AgenturenDie MA 35 ist für Einwanderung und Einbürgerung zuständig
Bild: APA/APA/THEMENBILD/CHRISTIAN FÜRTHNER
In Wien beantragen immer mehr Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft. Bei der zuständigen Magistratsabteilung 35 sind 2025 insgesamt 14.445 Anträge von in Österreich lebenden Personen eingegangen. Das ist im Vergleich zum Jahr davor eine Steigerung um 56,9 Prozent, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Dank Prozessoptimierungen konnten Abläufe trotz des großen Andrangs beschleunigt werden, wurde betont.
Die MA 35 ist in Wien für die Bereiche Einwanderung und Einbürgerung zuständig. Verantwortlich für den Anstieg bei den Anträgen sind laut der Behörde unter anderem die geopolitische Lage und die kriegerischen Auseinandersetzungen. Viele der neu eingebürgerten Personen kommen etwa aus Syrien, aber auch aus dem Iran und Russland.
Unsicherheit als Faktor
"Die steigende Nachfrage nach Antragsterminen für die Einbürgerung hängt natürlich damit zusammen, dass ein Teil der 2015/2016 zu uns geflüchteten Menschen mittlerweile entsprechend lange hier lebt. Wir spüren aber auch die Unsicherheit vieler hier lebender Menschen angesichts der geopolitischen Lage", führte die stellvertretende Abteilungsleiterin Nina Crobath gegenüber der APA aus.
Nicht nur die Zahl der Anträge ist gestiegen. Im Vorjahr wurden im Bereich Inlandseinbürgerung generell um 63,2 Prozent mehr Verfahren absolviert. Konkret wurden im Bereich Einwanderung bzw. Aufenthalt rund 143.600 Verfahren erledigt, bei Verfahren im Zusammenhang mit Einbürgerung und Staatsbürgerschaft waren es rund 21.700. Davon handelte es sich bei 10.300 um Anträge von Nachfahren von NS-Opfern.
Wartezeit reduziert
Prozessoptimierungen und zusätzliche Personalressourcen sorgen laut MA 35 dafür, dass trotz hoher Fallzahlen die Abläufe verbessert werden konnten. Die Abteilung war in den vergangenen Jahren immer wieder in der Kritik gestanden. Inzwischen konnte aber etwa die Wartezeit auf einen Antragstermin für eine Einbürgerung durch Kapazitätsaufstockungen auf derzeit durchschnittlich 186 Tage gesenkt werden, hob man hervor. Noch vor einigen Jahren musste man sich mindestens ein Jahr gedulden.
Von der Abteilung eigens entwickelte Tools konnten bei der Bewältigung des Aufwands helfen, betonte Integrationsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) in einer Aussendung. Seit 2021 werde die Digitalisierung vorangetrieben, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst würden neue Ideen zur Optimierung entwickeln. "Jeder Prozess, jedes Werkzeug und jeder Handgriff wird auf Verbesserungspotenzial untersucht", versicherte die Stadträtin.
Kritik der FPÖ
Die Wiener FPÖ kritisierte die Entwicklung. Wien werde immer mehr zum "Eldorado" für jene, die von großzügigen Sozialleistungen und einer verfehlten Migrationspolitik profitieren wollten, befand Parteichef Dominik Nepp. Jene Gruppen, die in den vergangenen Jahren im Zuge der Massenzuwanderung nach Österreich gekommen seien, würden nun in immer größerer Zahl eingebürgert. "Die rot-pinke Staatsbürgerschaftspolitik ist ohne Wenn und Aber abzulehnen", hielt er fest.
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