Applaus für Janáčeks "Katja Kabanowa" im Linzer Musiktheater

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Matjaž Stopinšek (Boris) und Carina Tybjerg Madsen (Katja)

Bild: APA/Reinhard Winkler


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Nach der 1904 uraufgeführten "Jenufa" hat Leoš Janáček mit "Katja Kabanowa" 17 Jahre später eine weitere Oper geschrieben, in der er das Schicksal der Titelheldin ins Zentrum rückt. Die unglücklich Verheiratete stürzt sich in eine Liebesaffäre, um am Ende zu erkennen, dass sie dem gesellschaftlichen Druck und der scheinheiligen Moral ihres Dorfes nicht entfliehen kann. Jubel für die Premiere unter der musikalischen Leitung Markus Poschners Sonntagabend im Linzer Musiktheater.

Musikalisch stimmte alles. In seiner vorletzten Opernarbeit in Linz führte Poschner das Bruckner Orchester Linz zu einer Glanzleistung. Janáčeks packende Musik erblühte in den dramatischen Abläufen des Dramas gleichermaßen wie für die berührenden Sequenzen. Die Gesangssolisten ließen keine Wünsche offen. An der Spitze des Schlussbeifalls galt der Jubel Carina Tybjerg Madsen als Katherina (Katja). Sie war für die stimmlich und darstellerisch herausfordernde Partie optimal eingesetzt. Matjaž Stopinšek (Boris) und Christian Drescher (Tichon) standen Katja kaum nach. Die Qualität des Opernensembles unterstrichen einmal mehr auch Michael Wagner (Dikoj), Clarry Bartha (Kabanicha), Jonathan Hartzdendorf (Wanja), Manuela Leonhartsberger (Barbara) und Gregorio Changhyun Yun (Kuligin).

Handlung in Kirchenraum verlegt

Für die Inszenierung durch Peter Konwitschny war mit einer veränderten Herangehensweise zu rechnen. Er verlegt die beklemmende Handlung in einen düsteren (katholischen) Kirchenraum. Die künstlerische Umsetzung erledigte Karin Waltenberger. Das Ambiente passte zwar optisch zum Geschehen, war jedoch von der Handlung her ungewöhnlich. Schmunzeln im Publikum verursachte etwa die Interpretation des sich anbahnenden Ehebruchs von Katja mit Boris, als sich beide im Liebestaumel in den Bühnenhimmel hochziehen ließen. Ihrem Gewissen und den gesellschaftlichen Verhältnissen kann Katja aber nicht entfliehen.

(Von Wolfgang Katzböck/APA)

(S E R V I C E - "Katja Kabanowa" von Leoš Janáček nach dem Schauspiel "Gewitter" von Alexander Ostrowski. Musikalische Leitung: Markus Poschner, Inszenierung: Peter Konwitschny, Bühne: Peter Konwitschny und Karin Waltenberger, Kostüme: Karin Waltenberger. Mit u.a. Michael Wagner (Savjol Prokofjewitsch Dikoj), Matjaž Stopinšek (Boris Grigorjewitsch), Clarry Bartha (Marfa Ignatjewna Kabanowa), Christian Drescher (Tichon Ivanytsch Kabanoff), Tybjerg Madsen (Katherina). Premiere am 26. April 2026, 18.00 Uhr, Musiktheater Linz, Großer Saal, weitere Vorstellungen am 6., 16. und 24. Mai, 1., 9. und 27. Juni 2026. https://www.landestheater-linz.at)

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