Irans Außenminister in Russland - Araqchi übergab Forderung

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von Agenturen

Iranischer Außenminister Araqchi in Russland

Bild: APA/APA/AFP/JOSEPH EID


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Der iranische Außenminister Abbas Araqchi ist für Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein Ende des Iran-Krieges in Sankt Petersburg eingetroffen. Araqchi sei Montag in der Früh in der zweitgrößten russischen Stadt angekommen, teilte die iranische staatliche Nachrichtenagentur IRNA im Onlinedienst Telegram mit. Einem US-Medienbericht zufolge legte Teheran in den stockenden Friedensverhandlungen mit den USA einen neuen Vorschlag vor.

Araqchi machte die USA für das Scheitern der Friedensverhandlungen in Pakistan verantwortlich. "Die Vorgehensweise der USA hat dazu geführt, dass die letzte Verhandlungsrunde trotz einiger Fortschritte ihre Ziele aufgrund überzogener Forderungen nicht erreicht hat", sagte er nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens am Montag nach seiner Ankunft in Sankt Petersburg.

Botschafter spricht von "diplomatischem Jihad"

Der iranische Botschafter in Moskau, Qasem Jalali, erklärte im Onlinedienst X, in seinem "diplomatischen Jihad mit dem Ziel, die Interessen des Landes voranzubringen, und unter Bedrohungen von außen" werde Araqchi mit Putin beraten. Die iranische Nachrichtenagentur ISNA berichtete, bei Araqchis Gesprächen mit russischen Regierungsvertretern gehe es um "den Stand der Verhandlungen, die Waffenruhe und damit zusammenhängende Entwicklungen".

Die russische staatliche Nachrichtenagentur TASS bestätigte das geplante Treffen zwischen Putin und Araqchi unter Berufung auf Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Moskau und Teheran sind strategische Verbündete. Allerdings ist Russland nicht bereit, den Partner im aktuellen Konflikt mit den USA militärisch zu unterstützen. In erster Linie erhält Teheran diplomatische Rückendeckung aus dem Kreml.

Iranische Forderungen an Pakistan übergeben

Am Sonntag war Araqchi für einen Kurzbesuch nach Islamabad gereist. Dort übergab er dem Vermittler Pakistan "schriftliche Nachrichten" an die US-Regierung, berichtete die iranische Nachrichtenagentur FARS. Darin gehe es um "rote Linien der Islamischen Republik Iran, darunter Atom-Fragen und die Straße von Hormuz". Mit Blick auf die Blockade der Straße von Hormuz sagte Araqchi laut Staatsfernsehen, die sichere Durchfahrt durch die Meerenge sei ein "wichtiges globales Thema".

Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete am Sonntag unter Berufung auf einen US-Vertreter und mit den Vorgängen vertraute Kreise, Teheran habe einen neuen Vorschlag für eine Öffnung der Straße von Hormuz und ein Ende des Krieges an Washington übermittelt. Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sollen demnach auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA zitierte den Axios-Bericht, ohne diesen zu dementieren.

Der Iran hatte die Straße von Hormuz, durch die normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen verläuft, zu Beginn der Angriffe der USA und Israels Ende Februar de facto gesperrt. Nach einer zwischenzeitlichen Öffnung für einen Tag schloss Teheran die Meerenge Mitte April wieder. Die US-Marine blockiert ihrerseits iranische Häfen in der Straße von Hormuz. Die Sperrung hat zu einem sprunghaften Anstieg der Energiepreise geführt.

Dazwischen war der iranische Außenminister für einen Kurzbesuch nach Oman geflogen. US-Präsident Donald Trump hatte eine Reise seiner Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner zu möglichen neuen Verhandlungen in Islamabad am Samstag kurzfristig abgesagt.

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