Gegen Drogenkriminalität
Alkoholverbot am Westbahnhof, neue Schutzzone um Fritz-Imhoff-Park
Veröffentlicht:
von Quelle: APA, JOYN NewsBild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH
Am und um den Wiener Westbahnhof soll ab dem 8. Mai kein Alkohol mehr getrunken werden dürfen.
Weiters wird die Gegend um den Fritz-Imhoff-Park in Wien-Mariahilf zur Schutzzone, erklärte der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Montag bei einer Pressekonferenz. Mit diesen und weiteren Maßnahmen will Wien in Zusammenarbeit mit der Polizei weiter gegen Drogenkriminalität vorgehen, aber auch für eine bessere Suchthilfe und ein höheres Sicherheitsgefühl sorgen.
Westbahnhof: Gastgewerbebetriebe ausgenommen
Vom Alkoholverbot am Westbahnhof sind Gastgewerbebetriebe ausgenommen. Im öffentlichen Raum sei zwar die Menge an Alkoholkonsumenten dort "schwankend und überschaubar", allerdings könne "das Verhalten einzelner aufgrund der Gemengelage und der hohen Frequenz der Menschen vor Ort unangenehm anmuten, zu Verunsicherungen und Konflikten führen", hieß es in einer Aussendung der Stadt.
Die Verbotszone stelle nun neben sozialarbeiterischen sowie infrastrukturellen eine weitere Maßnahme rund um den Bahnhof dar. Alkoholkonsumverbotszonen bestehen in Wien bereits am Franz-Jonas-Platz in Wien-Floridsdorf und dem Praterstern in Wien-Leopoldstadt.
Schutzzone rund um Fritz-Imhoff-Park
Die Schutzzone rund um den Fritz-Imhoff-Park wird ebenfalls am 8. Mai eingerichtet und soll besonders Minderjährige schützen. Sie habe das Ziel, den "verfestigten Drogenhandel rund um die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße nachhaltig zu bekämpfen". Die Schutzzone ermöglicht es der Polizei, leichter ein Betretungsverbot auszusprechen, wenn davon auszugehen ist, dass die betreffende Person strafbare Handlungen - wie etwa einen Verstoß gegen das Suchtmittelgesetz - begehen werde. Der Zugang zu Versorgungsangeboten bleibe für Abhängige aber ausdrücklich gewährleistet, betonte die Stadt.
Hinzu kommt, dass der Park häufiger gereinigt wird und mehr Entsorgungsmöglichkeiten bereitgestellt wurden, insbesondere für Drogenspritzen. Da sich im Park ein Kinderspielplatz befindet, wurde ein weiterer Zaun aufgestellt. So kann die Anlage nachts gesperrt werden. Nicht zu verwechseln ist die Schutzzone mit Waffenverbotszonen, wie sie für den Bereich Yppenplatz in Wien-Ottakring und für den Praterstern in Wien-Leopoldstadt sowie Reumannplatz samt Keplerplatz in Wien-Favoriten gelten.
Die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße liegt auch im Fokus der Wiener Linien. Sie ist die einzige U-Bahn-Station Wiens mit einem fixen Sicherheitsstandposten. Auch die Polizei ist verstärkt präsent, etwa in einem mobilen Arbeitscontainer. Zusätzlich wurden Sitzbänke entfernt und nicht genutzte Durchgänge vergittert. Um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen, wurde zudem die Beleuchtung am Gürtel ausgebaut.
Ludwig lobt Zusammenarbeit mit Polizei
Weiters sind kleinteiligere Maßnahmen zur Suchthilfe geplant, die vor allem darauf abzielen, die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Ärzten und Behörden auf der einen Seite und Suchtkranken auf der anderen zu verbessern. Auch bundesländerübergreifend. Zudem sollen mobile Teams, die Suchtkranke und psychisch Kranke in der Hauptstadt unterstützen, ausgebaut werden.
Bürgermeister Ludwig lobte die Zusammenarbeit mit der Polizei: "Wir bündeln unsere Kräfte, stimmen uns laufend ab und handeln gemeinsam im Interesse der Wienerinnen und Wiener", sagte er. Der Wiener Landespolizeipräsident Gerhrad Pürstl fügte hinzu, die Maßnahmen seien notwendig, um "Gewalttaten vorzubeugen, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und der Polizei ein rasches und wirksames Einschreiten bei problematischen Erscheinungsbildern im öffentlichen Raum zu ermöglichen".
Mehr entdecken

Wien erhob erstmals exakte Kosten für Kindergartenplätze

Einsparungsvolumen für Doppelbudget soll bald stehen

"Wahnsinnsobjekt": Betonporsche parkt bei Heidi Horten

Weiter schwere Mängel in Post-Covid-Versorgung in Österreich

Mit Gaspistole in den Kopf geschossen und freigesprochen

Schuldsprüche in Prozess um Übergriffe in JA Göllersdorf

