Bayern jubelte nach "Drama-Nacht" - Schiri-Ärger bei Real

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von Agenturen

Laimer und Co. hatten den längeren Atem

Bild: APA/APA/dpa/Tom Weller


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2:1 in Madrid, 4:3 in einem Spektakel in München: Der FC Bayern hat Real Madrid zurecht im Viertelfinale aus der Champions League befördert. Und das trotz des kapitalen Fehlstarts aufgrund eines "Schweineballs" von Tormann Manuel Neuer in einer "Drama-Nacht", wie es der 40-Jährige treffend formulierte. Während sich der deutsche Liga-Leader auf ein Halbfinalduell mit Titelverteidiger Paris St. Germain freuen kann, bleiben die Spanier diese Saison ziemlich sicher titellos.

Die Partie in der Allianz Arena wird aufgrund des enorm hohen Niveaus noch länger in Erinnerung bleiben. Die Presse überschlug sich in der Analyse mit Superlativen. Von einem "epischen Spiel" ("Independent"), "heldenhaften Spiel" ("AS"), einem "furiosen Wahnsinn" oder einer "denkwürdigen Show" ("Gazzetta dello Sport") war die Rede. "Komplett unberechenbar wechselte das Spiel in der ersten Hälfte einem veritablen Tischtennis-Spiel gleich", hieß es in "Le Parisien". Der FC Bayern ist erst die zweite Mannschaft, die in der "Königsklasse" dreimal oder öfter in Rückstand geriet und dennoch gewann.

Real verließ erst im Finish Verlängerungskurs

Arda Güler traf nach einem Fehlpass von Neuer aus großer Distanz schon nach 35 Sekunden. "Es war ein Hallo-wach-Moment für alle im Stadion, dass man gegen Real Madrid spielt und dass hier alles passieren kann", sagte der Bayern-Goalie, der im Hinspiel mit tollen Paraden "Man of the Match" gewesen war. Die "Königlichen" waren dadurch jedenfalls erstmals auf Verlängerungskurs wie in der Folge auch nach einem sehenswerten Freistoßtreffer von Güler zum 1:2 (29.) und dem 15. CL-Saisontor von Kylian Mbappe (42.) zum 2:3-Pausenstand. Erst im Finish drehten Luis Diaz (89.) und Michael Olise (94.) die Partie und sorgten für Katzenjammer bei den Madrilenen.

Die Comeback-Qualitäten der Gastgeber waren beeindruckend. "Die Jungs haben mentale Stärke bewiesen und sich immer wieder von Rückschlägen erholt. Wir haben absoluten Glauben und den Willen gezeigt, uns wieder ins Spiel zurückzukämpfen", sagte Bayern-Trainer Vincent Kompany. Man habe immer das Gefühl gehabt, dass unsere Chance kommen würde. "Es war ein großartiger Abend, die Jungs haben den Sieg verdient", betonte der 40-Jährige. Für ihn selbst war seine dritte Gelbe Karte im laufenden Bewerb folgenschwer, er ist im Hinspiel gegen PSG am 28. April in Paris gesperrt.

Kompany macht sich wegen Sperre "keine Sorgen"

"Ich mache mir da aber keine Sorgen. Es bleiben die Spieler, die das Spiel entscheiden", sagte Kompany. Die Madrilenen hatten mit Slavko Vincic schnell einen Schuldigen für das Ausscheiden gefunden. "Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden", klagte Real-Trainer Alvaro Arbeloa. Gemeint war die Gelb-Rote Karte für Eduardo Camavinga, der in der 86. Minute nach einem Foul an Harry Kane den Ball nicht freigab und danach vom Platz musste. "Es war ein Fehler des Schiedsrichters. Unbegreiflich. Es tut einfach weh." Wenige Minuten später ging sein Team, bei dem ÖFB-Star David Alaba auf der Bank saß, in Unterzahl k.o. Nach Spielschluss sah Güler zudem noch die Rote Karte.

"Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft, wir sind auf eine schlechte Art und Weise ausgeschieden", meinte Arbeloa. Er hatte erst im Jänner Xabi Alonso als Coach abgelöst. Ob seine Amtszeit nach der Saison weitergeht, wird sich erst zeigen. "Es ist die Entscheidung des Vereins. Ich bin ein Mann des Vereins", betonte der 43-Jährige.

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Arsenals Minimalisten wieder im Halbfinale

Weiter vom Titel träumen darf Arsenal nach einer Nullnummer gegen Sporting Lissabon. Die Londoner hatten sich mit einem Hinspiel-1:0 einen entscheidenden Vorteil verschafft und schnuppern im zweiten Jahr in Folge Halbfinalluft. Das auch dank acht Zu-Null-Partien in zwölf Saisonmatches. "Zweimal hintereinander im Semifinale ist ein unglaublicher Erfolg, jetzt wollen wir einen weiteren Schritt machen", sagte Declan Rice. 2025 war dann gegen PSG Endstation, diesmal wartet Atletico Madrid. "Wir gehen Schritte, die in diesem Club seit 140 Jahren nicht gemacht wurden. Jetzt warten zwei magische Nächte. Das Duell ist völlig offen", sagte Arsenal-Trainer Mikel Arteta.

Kritik am biederen Auftritt seiner Truppe ließ er abprallen. "Worüber reden wir eigentlich? Genießt doch einfach, wo wir als Verein stehen. Wenn jemand das nicht möchte, ist das auch okay, wir genießen es sehr", sagte Arteta trotzig. Und Rice ergänzte: "Was kümmert es uns, was andere denken? Wichtig ist nur, was diese Mannschaft denkt, was dieser Trainer denkt." Auch in der Premier League sind die Londoner als Tabellenführer voll im Titelrennen.

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