Blau-Weiß vor Showdowns mit WAC im Abstiegskampf in Schuss
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von AgenturenBlau-Weiß hofft gegen den WAC wieder auf Ronivaldo-Tore
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Blau-Weiß Linz darf im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga auf die große Aufholjagd hoffen. Die Linzer zeigten am Samstag mit einer 5:0-Gala gegen die chancenlose WSG Tirol ihre Klasse und liegen nur noch zwei Zähler hinter dem kriselnden WAC am Tabellenende. Die beiden anstehenden direkten Duelle am Samstag in Wolfsberg und am Dienstag darauf in Linz werden richtungsweisend. Sorgenfrei sind auch die WSG und der mit drei Siegen in die Qualigruppe gestartete GAK noch nicht.
In übergroße Euphorie wollte Blau-Weiß nach dem höchsten Sieg seit der Bundesliga-Rückkehr 2023 nicht verfallen. "Es nutzt uns nichts, wenn wir nur die Heimspiele gewinnen", sagte Trainer Michael Köllner auf Sky. "Wir sind auch nächsten Samstag beim WAC gefordert, wieder druckvoll zu spielen." Mit einem Sieg im Lavanttal würden die Linzer die "Rote Laterne" erstmals seit Ende November abgeben. Vier Punkte im Doppel gegen den WAC würden reichen, um sie den Kärntnern umzuhängen.
Blau-Weiß mit spielerischen Mitteln
Ob er in Wolfsberg erneut von Beginn an auf beide Topstürmer, Shon Weissman und Ronivaldo, setzen wird, ließ Köllner offen. Gegen die WSG trafen beide Ex-Torschützenkönige im Doppelpack. "Wir haben uns viele Möglichkeiten rausgespielt und dem Gegner wenig bis gar nichts zugelassen. Das ist am Ende die Balance, die du brauchst", meinte Köllner. "Aber es ist Abstiegskampf, wir müssen fighten um jeden Meter. Bei allem Fight dürfen wir aber auch nicht auf das Fußballspielen vergessen."
Das taten die Linzer, sie agierten kaum mit langen Bällen. Auf Erfolgskurs brachte sie aber auch ein kurioser Elfmeter kurz vor der Pause zum 2:0. Die Entscheidung von Referee Arnes Talic, auf den Punkt zu zeigen, nachdem WSG-Profi Benjamin Böckle einen zweiten auf dem Feld befindlichen Ball in Richtung der Spielsituation im Strafraum bugsiert hatte, entsprach allerdings klar dem Regulativ (IFAB-Regel 12.5, Spielfortsetzung nach Fouls und unsportlichem Verhalten).
WSG-Trainer Philipp Semlic sprach von einem "Kuriositätenkabinett", ärgerte sich aber viel mehr über den Auftritt seiner Mannschaft. Wie beim 1:5 vor drei Wochen gegen den GAK setzte es fünf Gegentore - in einer Situation, in der sich sein Team eigentlich aus dem ärgsten Abstiegsstrudel hätte befreien können. "Fußball ist bei uns, bei der WSG ein Energiespiel", betonte Semlic. "Immer dann, wenn es sein muss, marschiert die Mannschaft." Das müsse insbesondere im unteren Play-off aber in jeder Partie der Fall sein.
Silberberger will auf "mentaler Ebene" ansetzen
Viel Arbeit hat vor den Kellerduellen mit Blau-Weiß der neue Wolfsberg-Trainer Thomas Silberberger vor sich. "Jeder, der zugeschaut hat, hat gesehen, dass ein unheimlich verunsicherter WAC am Platz war. Die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate haben sehr viel angestellt mit dieser Mannschaft", sagte der 52-Jährige nach dem 0:0 daheim gegen Ried, das spielerisch viel zu wünschen übrig ließ. Torhüter Nikolas Polster rettete den Kärntnern mit starken Paraden einen Zähler. Elf Pflichtspiele ist der Cupsieger des Vorjahres sieglos.
"Am Ende des Tages sind wir am Zahnfleisch dahergekommen. Deswegen nehmen wir den Punkt so mit. Das war ein Lebenszeichen, aber es ist noch sehr, sehr viel zu tun, vor allem auf mentaler Ebene", meinte Silberberger nach seiner Premiere. Man spürt die Linzer im Nacken. "Wir wissen schon, dass Blau-Weiß eine gute Mannschaft ist, gute Einzelspieler hat. Aber wir wollen zweimal gewinnen, dann ist das mit dem Abstieg erledigt", gab Kapitän Dominik Baumgartner als Marschrichtung vor.
Ried und Altach auf Kurs
Die SV Ried gab zwar die Qualigruppen-Führung an den punktgleichen SCR Altach ab, die Innviertler zeigten sich mit dem Remis aber nicht unzufrieden. "Es war ein Schritt zu unserem großen Saisonziel, wenn auch nicht der ganz große", meinte Ried-Trainer Maximilian Senft mit Blick auf den Klassenerhalt. Gegen den GAK soll nun der nächste erfolgen.
Die Altacher feierten gegen ebendiesen das erhoffte Erfolgserlebnis. Dank des 1:0-Sieges muss sich der Cupfinalist kaum mehr mit dem Abstiegskampf beschäftigen. "Es sind drei Punkte, die uns sehr gut tun. Natürlich ist es mir lieber, wenn wir auf Platz sieben sind und nicht auf Platz elf oder zwölf. Unserem Ziel, dem Klassenerhalt, sind wir einen riesigen Schritt nähergekommen", sagte Trainer Ognjen Zaric.
Acht Zähler beträgt der Vorsprung auf das Schlusslicht, außerdem werden die Altacher bei Punktegleichheit vorgereiht. "Wir sind auf einem super Weg", betonte Zaric. Alles Weitere sei für die Vorarlberger eine Zugabe. Der GAK ärgerte sich in einem Spiel auf Augenhöhe über einen verpassten Punkt. "Es war eine klassische 0:0-Partie, aber sie sind einen Konter besser gefahren als wir", sagte Tormann Franz Stolz. Die Steirer liegen sechs Punkte vor dem Abstiegsplatz, die WSG fünf.






