Ein Remis als Niederlage: Austria macht Derby-Sack nicht zu

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Verlorene Punkte für Austria-Coach Helm

Bild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH


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Für die Austria roch das 1:1 im 349. Wiener Derby gegen Rapid nach zwei verlorenen Punkten. Der späte Ausgleich schien unnötig, lässt den Veilchen aber dennoch Chancen im Meisterrennen. "Es fühlt sich wie eine Niederlage an", gestand auch Trainer Stephan Helm. Er sah die Sache vor dem nahenden Doppelpack gegen die aktuell punktegleichen Salzburger am 19. (h) und 22. (a) April nüchtern. "Wir sind noch immer vorne dabei, aber wir sind in dieser Gruppe die Herausforderer."

Fünf Punkte fehlen der Austria sechs Runden vor Schluss auf Leader Sturm Graz. Doch von Titeln zu reden, ist ohnehin nicht Sache Helms, dessen Geschenk zwei Tage nach seinem 43. Geburtstag nicht ganz so üppig ausfiel wie erhofft. "Wenn wir das jede Woche auf den Platz bringen, werden wir bis zum Schluss eine relativ gute Rolle spielen", stellte der Burgenländer fest und verwies einmal mehr auf die Gesamtziele des Clubs: "Wir wollen alles herausholen, aber auch die Mannschaft entwickeln." Die Startelfeinsätze von U17-Vizeweltmeister Vasilje Markovic und Philipp Maybach sowie die Einwechslungen von Sanel Saljic, Florian Wustinger und Marijan Österreicher weisen diesen Weg.

"Sack nicht zugemacht"

Das 1:1 in der 83. Minute fiel aber so oder so in die Kategorie "billig". Mit einem weiten Pass auf Ercan Kara ließ sich die letzte Linie der Austria schachmatt setzen und stand nach Karas gefühlvollem Köpfler vor den Trümmern einer ansonsten konzentriert werkenden Defensive. "Wenn du sehr stabil verteidigst und mit einem langen Ball bestraft wirst, tut das richtig weh. Da müssen wir ansetzen, dass wir nicht mit einem Ball ausgehebelt werden", beteuerte Austria-Kapitän Manfred Fischer.

Freilich profitierte man auch selbst von einem Fehler. Ohne den Patzer von Romeo Amane wäre das 1:0 durch Kelvin Boateng, Ersatzmann für den wegen eines Muskelfaserrisses kurzfristig ausgefallenen Johannes Eggestein, nicht gefallen. "Unser Tor war aus Rapid-Sicht unglücklich, aber du musst die Bälle erst dort hinbringen", meinte Helm und bedauerte weitere vergebene Chancen: "Wir ärgern uns ein bisschen, dass wir den Sack nicht zugemacht hatten."

Wustinger strahlte nach Comeback

Einer hingegen strahlte trotz des verlorenen Punktes richtig: Florian Wustinger gab in der 61. Minute sein Bundesliga-Comeback nach fast genau eineinhalb Jahren bzw. seinem dritten Kreuzbandriss. "Ich bin schon sehr weit, hab mich heute super gefühlt", bekundete der 22-Jährige. Für Helm ist Wustinger "ein richtiger Qualitätsspieler. Ich bin überzeugt, dass, wenn er gesund bleibt, er ein überdurchschnittlicher Bundesligaspieler sein kann." Bisher sammelte Wustinger Spielminuten bei den Young Violets, das könnte vorerst auch so bleiben. "Ich will da auf die Euphoriebremse steigen, er braucht diese 90-Minuten-Einsätze", erklärte Helm.

Einer, der dem Austria-Trainer hingegen abhanden kommen dürfte, ist Konstantin Aleksa. Die Gerüchte um einen Ein-Millionen-Euro-Wechsel zu Hoffenheim wollte der Coach zwar nicht kommentieren, vieles deutet aber auf einen Abgang des 18-jährigen Stürmers hin. Auch Finanzvorstand Harald Zagicek nahm den Namen auf Nachfrage hin nicht in den Mund, meinte aber auf Sky: "Es ist sehr schön, dass unsere Jungen aus der Akademie Aufmerksamkeit erregen international und den Sprung über Austria Wien in eine größere Liga schaffen."

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